Ansichten eines Informatikers

Abgesang auf die Social Media

Hadmut
13.7.2026 15:44

Bald wieder Ruhe?

Golem: Digitale Erschöpfung Immer mehr Nutzer ziehen sich aus Social Media zurück

Incogni, ein Dienstleistungsunternehmen mit Spezialisierung auf die Entfernung personenbezogener Daten, hat das Phänomen der digitalen Erschöpfung untersucht und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass viele Nutzer sozialer Medien die Pflege ihrer Onlinepräsenz als belastende Arbeit sowie als Auslöser von Stress empfinden und deshalb ihre Aktivitäten reduzieren.

Für die Studie wurden in einer repräsentativen Stichprobe 1.000 US-Amerikaner befragt. Von diesen gaben 55 Prozent an, dass sie ihre Konten bei Social-Media-Plattformen zwar nicht löschen, sich aber aus der aktiven Teilnahme zurückgezogen haben. Etwas mehr als die Hälfte der Befragten (53 Prozent) gab an, die Regeln zur Sichtbarkeit ihrer Beiträge stärker eingeschränkt zu haben.

Dass sie schon einmal eine Social-Media- oder Messaging-App gelöscht haben, weil diese Stress oder Angstzustände auslöste, bejahten 47 Prozent.

Eigentlich sind Social Media ja eine tolle Sache, aber man wird hat mit der gesamten Kotzbrockigkeit der Gesellschaft konfrontiert, während man sich normalweise sein Umfeld aussucht. Wer in einem beschaulichen Dorf in Oberbayern lebt, trifft im realen Leben normalerweise nicht auf die rotzigen Kotzbrocken aus Berliner Müllkiezen, und umgekehrt.

Und man hat das alles eben mit Müll und Dreck zugekippt, weil man die Social Media als Konkurrenz ansah.

Auch die politische Polarisierung und Datenschutzbedenken tragen zur Abkehr von sozialen Medien bei. So gaben 44 Prozent an, dass sie sich aufgrund von politischen Inhalten und der starken gesellschaftlichen Spaltung aus sozialen Medien zurückziehen.

Das Problem der Social Media ist, dass sie extrem anfällig und praktisch schutzlos für die Taktiken und Angriffsmaschen der Linken sind. Einige wenige linke Idioten können alles versauen.

Sie haben aber auch ein schlechtes Kosten-Nutzen-Verhältnis:

Die Haupterkenntnis der Studie ist, dass das Beantworten von Nachrichten, das Verfolgen von Konversationen und die Entscheidung darüber, was gepostet wird oder nicht, für 51 Prozent der Befragten als zusätzliche Belastung oder Arbeit empfunden wird. Bei Befragten der Gen Z liegt der Wert bei 60 Prozent.

Man verbringt enorm viel Zeit damit, sich mit Idioten herumzuschlagen, mit denen man sich auf der Straße gar nicht erst abgeben würde.

Das Fernhalten von sozialen Medien löst bei 27 Prozent ein Gefühl von Frieden und bei 21 Prozent ein Gefühl von Entspannung aus. Gleichzeitig verspüren 22 Prozent der Befragten aber auch die Angst, etwas zu verpassen (fear of missing out, Fomo). Bei Angehörigen der Gen Z sind negative Emotionen durch Social-Media-Abstinenz mit einem Anteil von 34 Prozent am stärksten ausgeprägt.

Gehen Social Media ihrem Ende entgegen?

War das nur eine Ära, eine Epoche, ein Auflodern?

Hat sich das nach 40, 50 Jahren erledigt, wenn man die Anfänge in den Mailboxen und dem Usenet sieht?

Oder hat das vielleicht einfach privatökonomische Gründe, weil das Kosten-Nutzen-Verhältnis gar so schlecht geworden ist?