Ansichten eines Informatikers

Österreich und die 600.000-Euro-Urin-Show

Hadmut
5.5.2026 18:00

Ehrlich gesagt: Ich habe es nicht verstanden.

Noch ehrlicher gesagt: Eigentlich will ich es auch gar nicht verstehen. Ich fürchte, dass es mir danach nicht mehr gut ginge.

Kunst.

Es geht um Kunst. Ein seriöser Blog-Artikel würde an dieser Stelle schon wieder aufhören, aber nachdem ich das Thema angerissen habe, kann ich den Leser ja nicht sitzen lassen. Und seien wir ehrlich: Auch ein seriöser Leser würde spätestens an dieser Stelle aufhören. Also machen wir jetzt einfach in gegenseitigem Einverständnis unseriös weiter und sagen es keinem.

Hä?

Was treiben die Österreicher da jetzt schon wieder?

Es geht wohl um die Kunstausstellung Biennale in Venedig.

Da hat man wohl eine österreichische Performancekünstlerin hingeschickt, die da solche Sachen macht, wie einmal die Stunde eine große Glocke zu läuten, indem sie sich selbst nackt unten aus der Glocke als Glockenschlägel heraushängen lässt. Oder nackt in einem Wassertank steht. Oder mit anderem in einem Wasserbecken nackt mit dem Jetski im Kreis fährt.

Das „Wasser“ dabei soll wohl aus dem geklärten und wieder aufbereiteten Urin der Ausstellungsbesucher stammen. Ich habe es nicht verstanden, aber wenn ich das richtig falsch verstanden habe, steht da wohl irgendwo ein Klo, auf dem man seinen Urin spenden kann oder sowas, damit die was haben, worin sie untertauchen oder herumfahren können. Es soll irgendwas mit Natur, Naturschutz und Biologie zu tun haben.

Siehe etwa heute.at:

Am Dienstag um Punkt 11 Uhr startete sie die finalen Proben im Österreich-Pavillon bevor die Kunstmesse am 9. Mai offiziell losgeht – und das wortwörtlich mit einem Glockenschlag. Klar ist jetzt schon: man hat es hier mit nackten Tatsachen und Tabu-Themen zu tun haben. Holzinger lässt kopfüber und nackt die Glocken erklingen und läutet damit eine neue Ära ein, die vor allem eines ist: hüllenlos. In weiterer Performance ist die Künstlerin unbekleidet auf einem Jetski und in einem Tank zu sehen. “Heute” durfte diese Eindrücke vorab schon einfangen.

Während der gesamten Biennale soll zu jeder vollen Stunde die Glocke erklingen. “Wir läuten eine neue Zeit ein”, sagt Kuratorin Nora-Swantje Almes selbstbewusst gegenüber der APA. “Und machen damit dem Campanile Konkurrenz. Und den anderen Glockentürmen – rund 200 gibt es davon in Venedig, wie wir bei unseren Recherchen herausgefunden haben.”

[…]

Ein weiterer Programmpunkt sorgt für Gesprächsstoff: Im Pavillon wird im Kreis Jetski gefahren. Dazu kommt ein großes Team – insgesamt 25 Performerinnen, viele davon nackt, sorgen für dauerhafte “körperliche Präsenz”.

[…]

Hinter der spektakulären Show steckt auch eine ernste Botschaft: Es geht um Umweltverschmutzung, Ressourcen und steigende Wasserpegel – ein brisantes Thema für die Lagunenstadt.

Da kommt der Urin nur in der Unter-Überschrift, aber nicht im Text vor.

Anders OE24.at:

Ekel-Alarm im Österreich-Pavillon! Skandal-Performerin Florentina Holzinger (38) sorgt bei der Kunst-Biennale 2026 für Wirbel. Der Plan für „Seaworld Venice“: Mobil-WCs für Besucher, deren Inhalt in riesige Container fließt: Als Schwimmbecken für die Künstler. Das wird massiv gefördert.

Venedig zittert vor Holzingers „Kläranlage“. Laut Insidern sollen zwei Urin-Tanks das Zentrum der Schau bilden. Das Ministerium versucht gegenüber oe24 zu beruhigen: „Die Künstler:innen performen auf der Biennale 2026 in geklärtem und aufbereitetem Wasser“, heißt es aus dem Büro von Kulturminister Andreas Babler (SPÖ). Man betont die „innovative Kraft“ des Konzepts, das aus 54 Einreichungen von einer Fach-Jury gewählt wurde.

Knappe Wasserressourcen

“Florentina Holzingers Arbeiten greifen Themen auf, die viele Menschen betreffen, etwa den menschlichen Körper oder unser Verhältnis zu Umwelt und Technik. Gerade mit Blick auf Orte wie Venedig wird auch deutlich, wie sehr Themen wie Klimawandel und knappe Wasserressourcen unsere Gegenwart prägen”, lautet die Stellungnahme gegenüber oe24.

600.000 Euro Steuergeld

Doch der Ekel-Faktor ist teuer. Zu den 600.000 Euro Steuergeld vom Bund musste die Künstlerin weitere Sponsoren suchen. Das Ministerium stellt klar: „Diese Förderung deckt sämtliche Organisationsarbeiten, Anschaffungen, Darsteller:innen-Gehälter etc. und die gesamte Dauer der Biennale von 6 Monaten ab.“ Ob das „Lulu“ echt ist oder schön geklärt – Venedig wird 2026 definitiv unappetitlich.

Und für die Harten:

Die Projektauswahl sei jedenfalls keine politische Entscheidung, sondern beruhe auf einer eindeutigen Empfehlung einer Fach-Jury. Aus insgesamt 54 Einreichungen wurde das Konzept „SEAWORLD VENICE“ aufgrund seiner innovativen Kraft und internationalen Relevanz ausgewählt. Holzinger gilt als eine der renommiertesten österreichischen Künstlerinnen der Gegenwart.

Kogler hat mitgemischt

Dass der Österreich-Pavillon bei der 61. Kunstbiennale Venedig 2026 von Performance-Künstlerin Holzinger gestaltet wird, hat noch Bablers Vorgänger Kunst- und Kulturminister Werner Kogler (Grüne) am 09.01.2025 bekanntgegeben.

Ach, so. Die Grünen.

Na, das ist halt so, bei Linken Künstlerinnen und Feministinnen: Sie können eigentlich gar nichts. Und immer dann, wenn sie nichts können und ihnen nichts einfällt, greifen sie auf Nacktheit und Fäkalien/Südpol zurück.

Die Zeiten, als „Kunst“ in Österreich noch Mozart, Haydn, Schubert, Strauss bedeutete, sind eben auch lange vorbei.

Ich hatte die Hoffnung, dass das nur ein Wochenende geht. Aber irgendwo stand, dass das 6 Monate lang gehe. KI gefragt:

Die 61. Internationale Kunstausstellung, La Biennale di Venezia 2026, findet vom 9. Mai bis 22. November 2026 unter dem Titel “In Minor Keys” statt, kuratiert von der verstorbenen Koyo Kouoh. Die Ausstellung konzentriert sich auf emotionale, visuelle und sensorische Erfahrungen, die außerhalb der Produktivitätslogik liegen.

Deren Webseite.

Will man da hin?

Und wenn die Österreicher schon mit dem Jetski nackt in geklärtem Urin herumfahren, müsste man sich dann vor dem deutschen Stand fürchten? War zu dem Zeitpunkt, als das festgelegt wurde, Claudia Roth noch im Amt?