Ansichten eines Informatikers

Wie wird dieses Land eigentlich enden?

Hadmut
26.4.2026 1:30

Eine Frage geht mir durch den Kopf.

Dass es mit diesem Land zu Ende geht, dessen bin ich mir gewiss. Inzwischen stimmen mir auch Leser zu, die mich früher für einen Schwarzmaler hielten:

| Es wird Zeit, dieses Land zu verlassen.

Ich habe es vor 27 Jahren, als es noch nicht ganz so akut war, gemacht (und nicht bereut.)

Meine beiden Kinder, in [anderem Land] aufgewachsen, wollten nach dem Abi unbedingt in Deutschland studieren. Beide sprechen fließend mehrere Sprachen, sind zielstrebig, intelligent _und_ fleißig. Meine Tochter macht gerade ihren Master in [Naturwissenschafts-Fach], mein Sohn studiert [Ingenieur-Fach] und landet regelmäßig auf der Dean’s List.

Ich würde sagen, das sind zwei junge Leute, die Deutschland sehr gut gebrauchen könnte. Dummerweise machen sich beide seit geraumer Zeit Gedanken, wo sie später leben wollen. Klar ist ihnen bisher nur eines: in Deutschland wird es nicht sein.

Beide könnte man wohl über so ziemlich jedem Land abwerfen, und sie würden immer auf den Füßen landen. Das gleiche wird auf viele andere gutausgebildete junge Menschen, die ihr Leben im Griff haben, zutreffen. Deutschland betreibt Schlechtestenauslese. Die guten Leute gehen, weil sie es können. Zurück bleiben überwiegend Alte, Kranke und Leute, die kaum vom Sofa hochkommen.

Noch vor ein paar Jahren fand ich, daß Du zu schwarz malst. Da habe ich mich wohl geirrt.

Ich frage mich, wie das Ende wohl aussehen wird.

Gibt es da eine Ansprache des Bundespräsidenten oder das Kanzlers wie zu Weihnachten und Silvester? Meine Damen und Herren, wir zeigen Ihnen im Anschluss an diese Nachrichten die Staatseinstellungsansprache des Bundes… und werden unser Programm um Mitternacht einstellen. Wir bedanken uns für Ihre Aufmerksamkeit und Ihre Zwangsgebühren und wünschen Ihnen viel Glück.

Und dann so in der Ansprache, so wie Firmenchef Pleite mitteilt: Liebe Bürgerinnen und Bürger, leider muss ich Ihnen heute mitteilen … blablabla, leider konnten wir nicht blablabla, … wir können unsere Schulden nicht mehr bedienen und das Land nicht mehr aufrecht erhalten … deshalb blieb uns nichts anderes übrig, als zu beschließen, den Staat aufzugeben und einzustellen … es wird ab morgen keinen öffentlichen Dienst mehr geben, keine Polizei, keine Feuerwehr, keinen Strom … Sie sind jetzt auf sich gestellt … ich wünsche Ihnen alles Gute … wenn Sie diese Nachricht sehen, bin ich bereits auf dem Weg in ein sicheres Drittland, das nicht ausliefert … Alles Gute!

Oder eher so

Allahu Akbar! Wir haben heute das Kalifat Neu-Syrien ausgerufen. Ab Mitternacht gelten folgende Regeln: …

Oder

Ich bin der Präsident des Hedgefonds XYZ, wir haben die Insolvenzmasse der Bundesrepublik aufgekauft und werden sie nun in einzelnen Teilen weiterverkaufen …

Oder gibt das gar keine Ansprache mehr? Fällt einfach eines nach dem anderen aus?

Wie wird das ablaufen?

Das Ende ist nah! – doch welches Ende? Mehr so langsam mit Siechtum? Oder gewalttätig und schnell?

Und: Nutzt es etwas, Konservendosen zu horten? Oder brauchen wir Weltuntergangsberater?

Die Tage habe ich irgendwo gelesen, warum fahrende Handwerkergesellen in früheren Zeiten einen goldenen Ohrring trugen. Ihr wisste schon, den, denen man ihnen bei Verfehlungen abgerissen hat, womit sie dann ein „Schlitzohr“ wurden. Es diente dazu, dass die Beerdigungskosten gedeckt sind, wenn sie in der Fremde sterben, und man sie nicht einfach irgendwo herumliegen und verwesen lässt. Der Bestatter konnte sich dann am Ohrring schadlos halten.

Wird es also Zeit, goldene Ohrringe zu tragen, damit wenigstens die eigene Bestattung noch läuft?