Ansichten eines Informatikers

Ein Staat, zu pleite für ein flächendeckendes Postnetz

Hadmut
18.4.2026 23:50

Heute habe ich etwas im Radio gehört, da dachte ich, jetzt geht es wirklich zu Ende. Inzwischen habe ich auch zitierfähige schriftliche Meldungen gefunden:

Heute mal aus dem Fränkischen Tag, ist aber egal, ist eine dpa-Meldung:

Bei der Einhaltung einer gesetzlichen Vorschrift zur Flächenpräsenz mit Filialen hat die Deutsche Post zwar noch immer Probleme, sie kommt aber voran. Wie die Bundesnetzagentur mitteilte, gab es Mitte April im Bundesgebiet 130 unbesetzte Pflichtstandorte – an diesen Orten hat das Unternehmen keine Filialen, obwohl es dort eine haben müsste. Im September waren es 30 mehr gewesen.

Eine Firmensprecherin begründete die Lücken im Filialnetz mit dem Strukturwandel des Einzelhandels vor allem im ländlichen Raum: Mancherorts mache das letzte Geschäft zu und es gebe kein anderes Geschäft mehr, das einen Postschalter haben könnte.

[…]

Der Gesetzgeber ist sich dieses Problems bewusst und hat die Regelung in einer Gesetzesnovelle aufgeweicht: Seit vergangenem Jahr werden auch Automaten als Filiale anerkannt. Es geht um sogenannte Poststationen, an denen fast alle postalischen Leistungen zu haben sind: Man kann Briefmarken kaufen, Briefe einwerfen, Pakete frankieren sowie Pakete abgeben und abholen. Außerdem gibt es die Möglichkeit zur Videoberatung über ein Display. «Poststationen sichern die postalische Versorgung dort, wo wir keine Filialpartner mehr finden – und stoßen bei Kommunen sowie bei Bürgerinnen und Bürgern auf breite Zustimmung», sagt die Firmensprecherin.

Für die Anerkennung als Filiale ist die Zustimmung der Bundesnetzagentur nötig, die sich vorher noch mit der jeweiligen Kommune abstimmt. Die Aufsichtsbehörde berichtet, die Post habe bislang 846 Anträge auf Zulassung einer automatisierten Station eingereicht, von denen die meisten noch in Bearbeitung seien. Bis Ende März seien 137 bewilligt worden. Fast alle dieser Stationen standen an einem Pflichtstandort, der zuvor unbesetzt war. Die Bundesnetzagentur sieht die Automaten grundsätzlich positiv, da sie rund um die Uhr verfügbar sind und dem Verbraucher dadurch einen Mehrwert bieten.

Das muss man sich mal geben. Als ich Kind war, gab es in jedem noch so abgelegenen Kaff ein Postamt, in dem Beamte saßen.

Inzwischen geht das nicht mehr selbständig, weil das viel zu teuer wäre, machen sie Postfilialen in Geschäften auf. Und das geht nicht mehr:

Mancherorts mache das letzte Geschäft zu und es gebe kein anderes Geschäft mehr, das einen Postschalter haben könnte.

Und gleichzeitig wollen sie den Leuten das Auto verbieten, sie auf den Öffentlichen Verkehr oder das Fahrrad beschränken, wo dann einmal am Tag – werktags – der Bus kommt.

Manche Leute fragen, wo das enden soll. Ich glaube, es endet schon.

Wie soll da noch eine Gesellschaft funktionieren, ein Sozialprodukt entstehen, wenn man nur noch am Automaten empfangen und online einkaufen kann?

Und was mir auch noch nie jemand erklären konnte: Wie sollen Leute eigentlich noch an frische, kühlbedürftige Lebensmittel oder gar Tiefkühlware kommen, wenn es kein Geschäft mehr gibt und sie mit Bus oder Lastenrad zum Supermarkt fahren müssen? Neulich erzählte mir eine, dass sie es 20 km zum nächsten – kleinen – Supermarkt habe, seit der örtliche dicht gemacht hat.

Wie soll ein Land noch funktionieren, wenn es in den Ortschaften keine Geschäfte, keine Ärzte mehr gibt, und sie einem gleichzeitig verbieten wollen, das Auto zu nehmen, man mit dem Bus fahren soll, der einmal am Tag kommt?

Haben wir eigentlich inzwischen flächendeckend Mobilfunk und ordentliches Internet, oder ist das auch nicht da?