Ansichten eines Informatikers

Paket aus China

Hadmut
18.4.2026 16:18

Es deutscht mal wieder, dass die Wände wackeln.

Ich habe wieder ein Paket aus China bekommen. Da wird ja jetzt überall die Einfuhrumsatzsteuer durchgesetzt.

Manchmal kassieren die Chinesen die gleich mit und zahlen sie beim Absenden mit ein, dann bekommt man das Paket einfach so.

Und manchmal wird der Preis dann im Angebot mit Umsatzsteuer/Zoll angegeben, beim Kauf dann aber nur der Netto-Preis berechnet. So war es hier (wieder): Ich habe etwas gekauft, und dann beim Bezahlen deutlich weniger gezahlt, als der angegebene Preis war, weil der Absender die Umsatzsteuer nicht mit berechnet und vorab einzahlt.

Also ging das Paket durch den deutschen Zoll. Eigentlich war das Paket von China aus in drei, vier Tagen in Deutschland, und das noch über die Niederlande, aber bis das dann in Deutschland behandelt wurde, dauerte das noch. Das Paket ist am letzten Samstag in Deutschland eingetroffen, eben wurde es geliefert.

Normalerweise schickt mir die Post (DHL) in solchen Fällen eine E-Mail. Dann kann man online zahlen oder das Geld passend bereit legen, weil der Postbote kein Wechselgeld dabei hat. Es kam keine Mail, deshalb dachte ich, dass es nichts gekostet hat.

Eben klingelte der DHL-Bote. Paket für Sie. Kostet 10,88 Euro. Nicht passend gehabt, aber aus Hosentaschen die Einkaufswagenmünzen zusammengesucht, also gezahlt.

Die Rechnung:

Zoll 3,38 €
Auslagenpauschale 6,30€
19% MwSt. 1,20€
Zahlbetrag 10,88 €

Das heißt, dass ich jetzt 6,30 an DHL und 1,20 an den Staat bezahlt habe, weil der Zoll von mir 3,38 € haben wollte.

Die Frage nach der Verhältnismäßigkeit stellt niemand.

Und die Frage, wieviel das den Staat jetzt selbst gekostet hat, da 3,38 € Zoll (was eigentlich nicht stimmen kann, sondern Einfuhrumsatzsteuer) zu erheben, auch nicht.

Man kommt auch nicht auf die Idee, das irgendwie effizienter zu gestalten, etwa dass mir der Zoll das direkt elektronisch in Rechnung stellt, oder ich einfach beim Zoll vorab 300 Euro hinterlegen kann oder so etwas. Man macht auf die umständlichst mögliche und aufwendigste Weise, die man da hinbekommt.

Aber irgendein Sesselfurzer ist zufrieden, weil der Staat pfenniggenau besteuert. Koste es, was es wolle.