Ansichten eines Informatikers

Hitler enterben

Hadmut
17.4.2026 20:27

Ich habe den Quark heute gesehen und noch gedacht, das ist gar zu niveaulos, um es zu erwähnen. Aber da so viele Leser darauf hinweisen:

Aktuelles aus der Soziologie.

Kemper schafft es immer wieder, enorme Denk- und Sachverhaltsfehler zusammenzurühren.

Es entbehrt schon der Logik, denn hätte jeder Nazi ein „Erbe“ über 400.000 Euro (oder dem damaligen Äquivalent) erhalten, hätten sie nicht einmal eine Finanzierung gebraucht. Allerdings kann man durchaus argumentieren, dass es ohne Erbe keine Nazis gäbe, weil wir es mit Kempers Gesellschaftsmodell nie von den Bäumen herunter und aus der Steinzeit heraus geschafft hätten. Der Mann bringt es fertig, 13.000 Jahre gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und technischer Entwicklung wegen 13 Jahren zu opfern.

Zumal es schon sachlich nicht stimmt. Ein Finanzier Hitlers waren die Krupps, deren Unternehmen zwar ererbt war, aber nicht deren großer Reichtum, denn richtig reich ist der Laden mit dem ersten Weltkrieg geworden. Die meisten Finanziers waren aber vor allem juristische Personen, wie die Vereinigte Stahlwerke AG, IG Farben, Siemens, Opel, Aktiengesellschaften. Und da spielte das keine Rolle, ob jemand die Aktien geerbt hat oder die vielen gehörten. Ein natürlicher Finanzier war der Bankier Hjalmar Schacht – der kam aber aus einer armen Familie und war selbst reich geworden. Der fiel übrigens dann in Ungnade und kam in ein Konzentrationslager, das er aber überlebte.

Es ist also ein enormer Quatsch, zu behaupten, dass es ohne Erbe Hitler nicht gegeben hätte. In Bezug auf den hätte das wenig oder nichts geändert, aber insgesamt wären wir nie aus der Steinzeit herausgekommen, weil schon die einfache Agrargesellschaft darauf beruhte, dass man Äcker, Felder, Tiere ererben konnte.

Viel wirksamer wäre es gewesen, Kommunismus und Sozialismus zu verbieten. Denn ohne Sozialismus hätte es keinen Nationalsozialismus gegeben, und ohne die Kommunisten hätte niemand einen Grund gehabt, die NSDAP zu wählen. Das wäre also viel, viel wirksamer gewesen, als Erbe zu verbieten.

Beachtlich finde ich aber, wie ähnlich Kemper den Nazis ist, die bekämpfen zu wollen er vorgibt, denn auch die Nazis haben „Reiche“ enteignet. Deren Umgang mit dem Geld von Juden unterscheidet sich da kaum von dem, was Linke wie Kemper heute fordern. Die ideologische Nähe heutiger Linker zu Kernelementen der Nazis ist verblüffend. Hätten die Nazis nicht so großen Wert auf ordentliche Kleidung und geschnittene Haare gelegt, hätte man Kemper in der NSDAP gern als Mitglied gesehen. Die standen ja auf radikale Hetzer. Viele der heutigen Linken kann man sich prächtig mit „Kauft nicht bei Juden“-Schildern vorstellen oder als Beamte, die Vermögen enteignen und Juden aus ihren Wohnungen werfen, um diese zu vergesellschaften. Kaum ein Unterschied zur heutigen Linken.

Kann man den Quatsch von Kemper auf Soziologen verallgemeinern?

Ich denke ja. Solange solche Leute wie Kemper Abschlüsse bekommen, und kein Soziologe dagegen aufbegehrt, dass der sich Soziologe nennt, muss man der Zunft mindestens Zustimmung durch Schweigen unterstellen.

Und solange sich die Soziologie nicht davon absetzt, das akademische Alibi des Marxismus zu sein, muss sich die Soziologie auch Leute wie Kemper zurechnen lassen.

Außerdem: Große Teile der Linken der linken NGOs wird von reichen Erben finanziert. Deutlich stärker als die NSDAP.

Sicherheitsschuss: