Mein Haarbiläum
Mir ist gerade etwas aufgefallen.
Ich war seit inzwischen etwa 6 Jahren nicht mehr bei einem Friseur.
Die Corona-Krise – die Älteren unter den Lesern werden sich erinnern – ging im März 2020 steil. Alles zu, Quarantäne. Natürlich ging ich auch nicht mehr zum Friseur.
Das war so die Zeit, als ich überhaupt nur einmal die Woche abends nach 21:30 raus ging, mit Mundschutz und Latexhandschuhen Lebensmittel einkaufen, wenn der Laden möglichst leer war. Ich kann mich noch erinnern, wie ich kurz, bevor das mit dem Lock Down los ging – Leser werden sich erinnern, dass ich das damals als einer der Ersten beschrieben hatte, weil mir aufgefallen war, dass plötzlich Gummihandschuhe, Staubmasken und solches Zeug sehr knapp und teuer wurde, weil das alles nach Asien abverkauft wurde – ich noch mit dem Auto beim Supermarkt war und den Kofferaum voll gemacht hatte.
Nach relativ kurzer Zeit wurden mir die Haare zu lang.
Ich mag das nicht nur nicht, lange Haare zu haben, es sieht bei mir auch schlecht aus, weil ich sehr dünne Haare habe und dazu Wirbel. Sobald Haare bei mir länger als etwa 1 bis 1,5 cm sind, sehen die aus wie Wetterkarte. Erst wenn sie sehr, sehr lange sind, so dass man sie alle in eine Richtung kämmen kann, geht’s wieder, sieht aber auch nicht gut aus.
Deshalb trage ich die Haare kurz. Bevorzugt 1cm oder kürzer.
Was aber tun, wenn die Wolle stört? Eine Lösung musste her.
Damals hatte ich mir neue Haarschneidemaschinen beschafft. Ich hatte zwar aus Studentenzeiten noch einen billigen Haarschneider mit Stromkabel, den ich damals zum Bartstutzen verwendet hatte, der taugte aber nicht mehr und dafür schon gar nicht. Und seither habe ich (in jeder Wohnung) zwei Haarschneider, einen sehr breiten und einen schmaleren. Und damit ging das erst einmal. Man steht halt vorne einen Abstandshalter mit 6 oder 9 mm ein und fährt dann so lange hin und her, bis nichts mehr runter geht. Was übrigens gar nicht mal so gut geht, wie man denkt, weil das eine ungünstige Länge ist, da werden viele Haare nicht erfasst. Mit ganz kurzen (2 oder 3 mm) geht es sehr gut, weil die sich nicht flach legen können. Und mit langen, so ab 2 oder 3 cm geht es auch prima, weil die dem Rechen nicht entkommen können. Aber 9 mm geht irgendwie ganz schlecht, weil die flach liegen und vom Kamm ganz schlecht erfasst werden, wenn die wegen der Wirbel in alle Richtungen liegen.
Und Nacken ordentlich zu machen, geht gar nicht. Bei den ersten Versuchen hatte ich mir im Bad hinter dem Kopf eine Kamera montiert und vor mir einen Monitor aufgestellt, ist aber irgendwie auch nichts.
Seitdem schneide ich, was runtergeht und pfeife auf den Nacken. So spätestens alle paar Tage einmal mit der Maschine über die Rübe – passt.
Und so kam es, dass ich seit 6 Jahren nicht mehr beim Friseur war.