Die seltsame feministische Mösen-Rochade
Ist das nicht seltsam?
Seit Jahren, eigentlich zwei Jahrzehnten, werden wir von Feministinnen mit Vulven überschüttet.
Vulvenkunst. Vulvenabgüsse, regelmäßig werden Techniken und Ergebnisse gezeigt, wie man Vulven in Gips, Silikon, Metall abgießt. Sogar bei irgendeinem Kirchentag gab es Vulventöpfern, Vulvenkünstlerinnen, und bei jeder möglichen Gelegenheiten treten Leute in – mehr oder weniger gelungenen – Vulvenkostümen auf. Plüschvulven allenthalben. Ich war vor Jahren im Rahmen meiner Besuche feministischer Veranstaltungen auf einer feministischen in einem Berliner Kino, in dem das ganze Foyer voller Plüschmösen lag, alles damit dekoriert war, und sich der Film natürlich auch um nichts anderes drehte.
Seit Jahren kämpfen Feministinnen darum, die Vulva „sichtbar zu machen“.
Ich habe aus dem feministischen (!) Literaturbereich einen allein von Frauen gemachten feministischen Kalender mit 365 Jahresblättern, auf dem auf jedem Blatt eine Großaufnahme einer Vulva ist. Der 365-Mösen-Kalender. Gab es auch die Jahre danach, habe ich aber nicht mehr gekauft, denn wenn man einmal das Prinzip erkannt hat, wiederholt es sich.
Wir werden schon feministisch überflutet mit Vulven aller Art.
Ich kenne das aus der Aktfotografie seit 35 Jahren, dass enorm viele Frauen sich als Neben- oder Hauptberuf ausziehen und abbilden lassen. Manche mehr, ander weniger offen. Weil ihnen das Spaß macht oder sie das lieber machen, als Kellnern zu gehen. Ich hatte mal von diesem denkwürdigen Erlebnis berichtet, als ich mal in Dresden auf einem von einer Volkshochschule (!) veranstalteten Aktworkshop war, und wir uns da größte Mühe gaben, seriös und zurückhaltend, dezent zu bleiben. Und mich eine der drei Damen nach Ende des Workshops ansprach, dass sie noch ein paar Pornofotos bräuchte, ob ich mit ihrem Handy noch ein paar für sie selbst machen könnte, und ihr „Grinsen“ dabei noch sehr viel breiter war als meines, ich da wirklich noch mehr als alles zu sehen bekam. Ich hatte auch schon eine, die von vornherein klarstellte, dass sie normalen Aktfotokram erst gar nicht mache, dass sie Hardcore machen will.
Früher sprachen Fotografen Frauen vorsichtig an, versuchten sie zu überzeugen, und ganz vorsichtig heranzutasten, wo die Schamgrenze ist. Heute wird man als Fotograf massenhaft von „Models“ angeschrieben, die in ihren Profilen und Preislisten direkt „open legs“ stehen haben. Das ist längst Standard-Geschäftsmodell, seit alles außerhalb eines String-Tangas schon Gegenstand normaler Presse geworden ist. Auch schon vorher gab es ganze Modewellen. Als Intimpiercings in Mode waren, gab es den unstillbaren Drang, die Dinger auch vorzuzeigen. Als Frauen noch Ballett erlernten, gab es eine ganze Modewelle in der Aktfotografie mit unzähligen Balletttänzerinnen in typischen Ballettposen – bekleidet nur mit Ballettschuhen.
Nicht viel anders im Öffentlichen Raum.
Ihr glaubt gar nicht, wieviele Südpole mir in der Öffentlichkeit absichtlich gezeigt wurden, als ich noch im Beuteschema-Alter war. Wie oft in heißem Sommer etwa in Berliner U-Bahnen, in denen man sich durch die Sitzordnung an Sitzreihen entlang der Außenwände der Bahnen auf 2-3 Meter Abstand gegenüber sitzt, Damen demonstriert haben, dass sie unter ihrem Minirock oder Kleid wirklich gar nichts außer Freude am Sommer tragen. Zweimal ist es mir passiert, dass mich im Nachtleben Frauen damit anmachten, dass sie sich erst gar nicht mit Namen, sondern mit „Ich bin rasiert“ vorstellten.
Während nur Männer wegen Exhibtionismus angeklagt werden können, ist das eigentlich exhitionistische Geschlecht das Weibliche. Der Drang, sich zu zeigen, ist so enorm wie unstillbar, und die Kleidung daraufhin gebaut. Männer tragen gewöhnliche T-Shirts. Frauen brauchen die Dinger mit tiefem U-förmigem ausschnitt bis ganz nach unten. Warum eigentlich? Wozu?
Camel-Toes. Gut, seit der Islamisierung ist das vorbei, aber früher konnte man im Sommer in Städten wie München oder Berlin jede Menge Frauen in Taubstummen-Hosen sehen: Man sieht, wie sich die Lippen bewegen, aber man hört nichts.
Gerade berichtet: Japan steckt in einer Porno-Krise, weil sie 10.000 weibliche, aber nur 70 männliche Darsteller haben.
Wir werden überflutet mit Online-Pornos, Cam-Girls, Fans-Only-Accounts. Immer mehr B- und C-Promis verdienen nebenbei Millionen mit Pornographie im Einzelverkauf. In Australien hat neulich irgendeine sehr bekannte Spitzensportlerin ganz offiziell verkündet, dass sie von Sport auf Porno umsteigt, weil sie da viel mehr Geld verdient.
Bei vielen Frauen gehört das Pornoprofil inzwischen zum Lifestyle.
Es gibt Frauen, die auf Pornoportalen in drei, vier Jahren genug Millionen verdienen, um den Rest ihres Lebens von den Dividenden prächtig zu leben.
Früher war das so, dass Aktfotografen Frauen als Models bezahlten. Heute ist das umgekehrt, heute bezahlen die Frauen die Fotografen, weil sie ihre Akt- und Pornofotos selbst vermarkten. Nicht wenige der professionellen Influencerinnen und Anbieterinnen haben sogar fest angestellte Fotografen.
Und auch die Aktfotografie selbst hat sich verändert. Schaut man sich die Bilder der 60er, 70er, frühen 80er an, dann war das noch Schema Nackedei. Seit aber die Nackten Werbung und Öffentlichkeit erfassten (kann sich noch jemand an die Fa-Werbung in den 70ern mit der Schönheit am Strand erinnern, die nur im Bikini-Höschen an der Kamera vorbeihüpfte? Oder Ingrid Steegers – tolle – Brüste in Klimbim? Tutti Frutti?), hat sich die Aktfotografie aufgrund dieser Nacktheitsinflation zu Expeditionen zum Südpol hocheskaliert. Während es Zeit gab, in denen es schon eine erotische Unerhörtheit war, wenn man die unbesockten Fesseln (Fußgelenke) einer Frau sah. Heute trägt man (gut, seit der Islamisierung nicht mehr) Arschbackenhosen, die so kurz sind, dass die Pofalte Sonnenbrand bekommt, weil es keine Miniröcke gibt, die kurz genug wären.
Oh, sicher, ja, ich bin mir schon bewusst, dass das nicht „repräsentativ“ ist, dass das immer noch nur eine Minderheit ist. Dass viele Frauen das auch anders sehen.
Aber ich kann nicht ganz nachvollziehen, worin die ach so große Seelenpein liegen soll, wenn irgendwer – ob nun echt oder Fake – Collien Fernandes mit gespreizten Beinen gesehen haben soll:
— Patrizia von der Lahn (@DerLahn) March 22, 2026
Keine Sau hätte sich für deren Briefkasten interessiert, wenn man da nicht eine Medienkampagne draus gemacht hat. Die Frau ist 44 und Mutter.
Es mag sicherlich sein, dass das von den meisten Frauen als unangenehm empfunden wird. So schlimm wie dargestellt kann es aber nicht sein, wenn Hunderttausende oder Millionen von Frauen aus Spaß oder als Geschäftsmodell fremden Männern, nicht selten auch ungefragt, ihren Südpol präsentieren, und Feministinnen sogar offen fordern, den „sichtbar“ zu machen und alles mit Vulvenabgüssen und Plüschmösen vollstellen.
Selbst wenn diese Vorwürfen alle stimmen – es geht um 30 Empfänger, nicht um öffentliche Darstellungen – kann ich die Gewichtung, die Dramatisierung, die angebliche Seelenpein in einem Zeitalter, in dem uns sowieso ständig und überall Vulven um die Ohren gehauen werden, nicht nachvollziehen.
Aber das ist typisch für Linke und Feministinnen, dass sie ihre Standpunkt und Maßstäbe bei Bedarf kommentarlos wechseln.
Stellt Euch mal vor, es hätte stattdessen geheißen „Collien Fernandes hat jetzt auch einen Only-Fans-Kanal mit erotischen Fotos“. Einblicke in den Schlitz für 5,95 im Monat. Wen hätte das noch interessiert? Das hätte man extra in ein Traumschiff-Drehbuch schreiben und ein Bord-Drama draus machen müssen.
Unabhängig von der Frage, ob der Tatvorwurf überhaupt stimmt: Die moralische Wertung ist auf jeden Fall der totale Fake. Das ganze Ding ist eine üble Medienkampagne.
Mal schauen, wann die nächsten mit Vulvenabgüssen und Plüschmösen um die Ecke kommen. Sucht mal auf Google nach „Vulva-Kostüm“.

