Ansichten eines Informatikers

Vom Recht, zu sprechen

Hadmut
12.3.2026 15:29

Über die Abschaffung der Meinungsfreiheit aus dem Journalismus heraus.

FOCUS: Düzen Tekkal kritisiert “Woher nimmt Precht das Recht, über Sexismus zu sprechen?“

Laut Wikipedia ist die

Düzen Tekkal (geboren 2. September 1978 in Hannover)[1] ist eine deutsche Autorin, Fernsehjournalistin, Filmemacherin, Kriegsberichterstatterin, Politikwissenschaftlerin, Sozialunternehmerin und Gründerin.[2] Zu ihren Arbeiten gehören die Dokumentarfilme Háwar – Meine Reise in den Genozid und Jiyan – Die vergessenen Opfer des IS. Für ihre Arbeit wurde sie wiederholt ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz.

[…]

1998 erwarb sie ihr Abitur, widmete sich ab 2002 dem Studium der Politikwissenschaft und Germanistik an der Leibniz Universität Hannover und schloss dieses im Jahr 2007 ab.[4][3] In ihrer Masterarbeit, die sie mit Prädikatsnote abschloss, befasste sie sich mit kurdischen Jesiden in der Diaspora und den gesellschaftspolitischen Bedingungen ihrer Integration sowie mit Integrationspolitik in Europa.

Und die nun habe laut FOCUS und dort gezeigtem Video gesagt:

“Wie kann es sein, dass wir jetzt diejenige zur Täterin machen, die diesen Sexismus offengelegt hat, weil sie sich eines Videos bedient hat, was es ja bereits gab? Warum wird diese Täter-Opfer-Umkehr betrieben? Woher nimmt sich Richard David Precht eigentlich das Recht, so sich hinzusetzen und es zu wagen, darüber zu sprechen, was Sexismus bedeutet und was nicht?”, so Tekkal auf Instagram.

Auf dem Niveau ist der Journalismus inzwischen angekommen, dass man vorher erst das Recht braucht, sich zu irgendetwas äußern zu dürfen.

Das ist das, was ich immer sage: Man baut ein Kasten-Westen auf, in dem es darauf ankommt, welcher Kaste man angehört, in dem es von der Kaste abhängt, was man darf und was nicht.

Und dass die Ideologie bestimmt („Täter-Opfer-Umkehr“), was man sagen darf.

Das hört sich nicht an, als ob sie sich noch in die freiheitlich-demokratische Grundordnung integrieren könnte oder wollte.

Ich halte ja auch nichts von dem Precht, aber auch der braucht kein „Recht“, das er nicht hat, um sich zu etwas zu äußern. Das Recht nennt sich „Meinungsfreiheit“, und genau das hat er. Ohne Zweifel.

Wie kommt die also auf die Idee, dass

  • man ein bestimmtes Recht (welches?) brauche, um über Sexismus zu reden,
  • Precht dieses Recht aber nicht habe,
  • und er es auch nirgendwoher genommen habe?

Wenn man nämlich mal darüber nachdenkt, ist die Aussage nicht nur falsch und verfassungsfeindlich, sondern auch noch blöd. Denn hätte sie gesagt, dass er das Recht nicht hat, wäre das zwar falsch, aber immerhin ein Statement gewesen. So unterstellt sie aber, dass man diese Recht irgendwoher „nehmen“ könne. Wenn man das kann, woher will sie dann wissen, dass er das nicht getan hat?

Ich frage mich, was man in Politikwissenschaft überhaupt gelernt haben könnte, wenn man darin mit Prädikatsnote abschließen kann und nicht einmal die Sache mit der Meinungsfreiheit drauf hat.

Eigentlich nichts.

Und es kommt kein #Aufschrei aus der Journaille – man findet das wohl normal, dass man Leuten das Recht abspricht, zu etwas zu reden.