Milgram und das Gehirn
Mir geht eine Frage durch den Kopf.
Ich habe oft beschrieben, und inzwischen auch andere zitiert, die das auch so sehen, dass es zwei Kategorien von Gehirnen gibt. Nämlich die, die rational denken, und die, die emotional-rudelmechanisch orientiert sind. Und die sich auch völlig unterschiedlich verhalten.
Mir kam dabei gerade etwas vor die Flinte:
Der Psychologe Stanley Milgram fand heraus, dass 80 % der Bevölkerung nicht über die psychologischen oder moralischen Ressourcen verfügen, um sich einer Anweisung der Autorität zu widersetzen, egal wie unrechtmäßig diese Anweisung auch sein mag.
Nur 20 % verfügen über kritisches… pic.twitter.com/VxkF9yzdof
— DerMedienfuzzi (@MedienfuzziShow) March 6, 2026
Guter Punkt. Das Milgram-Experiment:
Das Milgram-Experiment ist ein erstmals 1961 in New Haven durchgeführtes psychologisches Experiment, das von dem Psychologen Stanley Milgram entwickelt wurde, um die Bereitschaft durchschnittlicher Personen zu testen, autoritären Anweisungen auch dann Folge zu leisten, wenn sie in direktem Widerspruch zu ihrem Gewissen stehen. Der Versuch bestand darin, dass ein „Lehrer“ nach Anweisungen eines „Versuchsleiters“ einem „Schüler“ bei Fehlern elektrische Schläge versetzen und deren Intensität nach jedem weiteren Fehler erhöhen sollte. Sowohl die „Versuchsleiter“ als auch die „Schüler“ waren Schauspieler und die Stromschläge erfolgten nicht real. Dies blieb den eigentlichen Versuchspersonen, den „Lehrern“, jedoch verborgen, so dass sie davon ausgehen mussten, den „Schülern“ echte Schmerzen zuzufügen.
Angeregt wurde Milgram durch den US-amerikanischen Psychiater Jerome D. Frank, der bereits 1944 der Frage nachgegangen war, wovon die Gehorsamkeitsbereitschaft zufällig ausgewählter Personen abhängt. Frank verlangte damals von seinen Probanden den Verzehr von zwölf geschmacklosen Keksen – vgl. das Soda-Cracker-Experiment. Der Gruppe wurde gesagt, dass der Verzehr salzloser Kekse wissenschaftlich notwendig sei. Überraschend weigerten sich nur zehn Prozent der Teilnehmer, die Kekse zu essen.
Das Milgram-Experiment sollte ursprünglich dazu dienen, Verbrechen aus der Zeit des Nationalsozialismus sozialpsychologisch zu erklären. Dazu sollte die „Germans-are-different“-These geprüft werden, die davon ausging, dass die Deutschen einen besonders obrigkeitshörigen Charakter haben. Nach den ersten Ergebnissen der Untersuchung in New Haven schien dies jedoch nicht mehr notwendig, auch weil die Untersuchung in ihrem Aufbau wesentlich grundsätzlicher angelegt war.
[…]
In einer Versuchsanordnung, in der Frauen die Elektroschocks austeilen sollten, ergab sich kein signifikanter Unterschied in der Abbruchrate gegenüber Versuchen mit männlichen Probanden: Im Jahr 2006 wurde das Experiment von Jerry Burger an der Santa Clara University unter modifizierten Bedingungen wiederholt. Es wurden Frauen beteiligt, die maximale Spannung betrug 150 Volt. 70 Prozent der Probanden, die allesamt Milgrams Experiment nicht kannten, gingen bis zur Maximalstärke. Der Unterschied gegenüber Milgrams Original-Experiment (83 % der Probanden gingen bis 150 V) ist statistisch nicht signifikant.
Könnte es sein, dass Milgram mit seinem Experiment, das darauf ausgelegt war, die „Gehorsamen“, von den „Eigenwilligen“ zu unterscheiden, vielleicht genau die Rudelmechaniker von den Rationalen (Einzelgängern) getrennt hat?
Im Prinzip findet man das Milgram-Experiment auch an andere Stelle wieder – etwa bei Leuten, die dem Fernsehen alles glauben:
Das politische Tagesgeschehen in Deutschland verfolge ich seit Jahren mit wachsender Beklemmung. Immer drängender stellt sich die Frage, was mit so vielen meiner Landsleute grundlegend nicht stimmt.
Im privaten Gespräch reproduzieren sie häufig – oft wörtlich – die… pic.twitter.com/307EUbrl94
— Jessie….. (@jessieTsaneikk) March 6, 2026
Und dann bin ich auf das gestoßen:
Feminisierung der Institutionen: Der demographische Umschlag https://t.co/2NX6slB4MY
— Eddie Graf (@Eddie_1412) March 5, 2026
Feminisierung der Institutionen: Der demographische Umschlag
Wir leben in Gesellschaften, in denen sich das Geschlechterverhältnis in den entscheidenden Funktionssystemen umgekehrt hat – leise, schrittweise, aber grundlegend. An Universitäten, in Redaktionen, in Verwaltungen und NGOs sind Frauen nicht mehr „auf dem Vormarsch“, sie stellen vielerorts die Mehrheit. Personalabteilungen, Kommunikationsabteilungen, Kultur- und Bildungsinstitutionen sind in Deutschland längst weiblich geprägt; der männliche Nachwuchs weicht in Technik, Unternehmertum oder gleich ins Ausland aus. Die amerikanische Autorin Helen Andrews hat diesen Prozess „The Great Feminization“ genannt – eine Feminisierung nicht der Biologie, sondern der institutionellen Kultur. Daniela Niederberger knüpfte kürzlich in der “Weltwoche” daran an und stellte unter der bemerkenswerten Überschrift “Frauen gefährden die Demokratie” eine zugespitzte Diagnose: Wichtige Institutionen seien dabei, den klassischen Vorrang von Rationalität, Streit und Normbindung zugunsten von Empathie, Sicherheit und Konsens zu verlieren. Das mag polemisch klingen – aber es trifft einen Nerv.
Die Gesellschaft wird von rational auf rudelmechanisch umgestellt.
Und das geht einher mit Umbau zum Sozialiasmus. Zufall oder Absicht?
Gerade in Deutschland: Hier haben sich, nach 16 Jahren Merkel, nach „feministischer Außenpolitik“ von Baerbock, Quotenprogrammen und einer umfassenden Pädagogisierung des Politischen, institutionelle Milieus herausgebildet, in denen „weibliche“ Tugenden – Fürsorge, Harmonie, Inklusion – zur obersten Norm erklärt werden. Wer Konflikt will, gilt als toxisch; wer Härte einfordert, als „rechts“. In Deutschland hat sich ein moralisierter Politikstil herausgebildet, der jede Abweichung als „Hass“ oder „Gefahr für die Demokratie“ etikettiert und damit die inhaltliche Debatte ersetzt. Die These ist hierbei nicht, dass Frauen „irrational“ seien und Männer „vernünftig“. Das wäre albern. Die These lautet: Frauen und Männer neigen als Gruppen zu unterschiedlichen Prioritäten. Frauen gewichten im Durchschnitt Beziehung und Harmonie höher, Männer Konflikt und Risiko. In privaten Beziehungen mag das oft ein Segen sein; in öffentlichen Institutionen aber kann es sich, wenn es zu einseitig wird, verheerend auswirken. Das Problem ist nicht, dass Frauen Einfluss gewinnen. Das Problem ist, dass mit ihrer demographischen Dominanz eine bestimmte Art des Umgangs mit Wahrheit, Macht und Widerspruch hegemonial wird.
Alles ein Spiegelbild der Gehirne?
Wird alles auf Muttertier umgebaut?
Universitäten waren einmal Orte des riskanten Denkens. Heute gleichen die geistes- und sozialwissenschaftlichen Fakultäten oftmals pädagogischen Betreuungsanstalten. Der Fall des Harvard-Präsidenten Larry Summers, der 2005 über mögliche biologische Unterschiede bei Spitzenbegabungen sprach und unter anderem auf emotionalen Protest einer Biologin stieß, markiert international einen Wendepunkt. In Deutschland finden ähnliche Mechanismen statt, wenn auch leiser: Professoren, die Migrations- oder Genderdogmen in Frage stellen, sehen sich schnell mit studentischen Beschwerden, offenen Briefen und Kampagnen konfrontiert – meist angeführt von aktivistischen Studentinnen, flankiert von Gleichstellungsbeauftragten. Die neue Leitfigur der Universität ist nicht der Gelehrte, sondern die „betroffene“ Studierende, deren Gefühle vor allem anderen zu schützen seien.
Ist die Klimapanik ein Feminisierungsartefakt?
Es spricht viel dafür, dass die Klimapanik ein Feminisierungsartefakt ist: Alle, die anderer Meinung sind, werden systematisch kaltgestellt, ausgegrenzt, „silenced“ – und immer wieder hört man in Medien und Politik, dass es einen Konsens gibt, dass sich das Klima erwärmt und es menschgemacht ist. Von Beweisen ist nicht mehr die Rede.
Gehen wir mal weiter.
Wenn also die Universitäten von den Rudelmechanikern übernommen und die Rationaldenker von ihnen verdrängt wurden – könnte es sein, dass die Klimaerwärmung schon deshalb als menschgemacht gelten muss, weil die Sozial- und nicht Naturwissenschaftsgehirne haben und nur das erfassen können? Dass die Leute gar nicht mehr in der Lage sind, natürliche Ursachen zu erfassen, und alles nur noch in bösen Absichten lesen?
Zur Erinnerung: Sprechakttheorie. Es gibt keine Realität, alles wird nur durch Sprechakte erzeugt. Michel Foucault und so weiter.
Könnte es sein, dass diese Sprechakt- und Diskurstheorie letztlich nur des Versuch eines Rudelmechanikers ist, sich die Welt durch soziale Interaktionen zu erklären, weil für alles andere die nötige Stelle im Gehirn fehlt?
Kennt Ihr den Spruch „Wer nur den Hammer kennt, für den sieht alles wie ein Nagel aus?“
Beruht diese ganze Nazi-Beschimpfung darauf, dass man Argumente nicht versteht und alles nur noch als bösen Willen auffasst?
Auch im WELTWOCHE-Artikel Frauen gefährden die Demokratie handelt von Helen Andrews.
Die Art, wie der Präsident der Harvard-Universität von Frauen gecancelt worden sei, war für sie ein Augenöffner. Er hielt 2005 einen Vortrag darüber, wie man technische Fächer wie Engineering diverser gestalten könne. Frauen seien dort unterrepräsentiert, weil es «im High-End-Bereich unterschiedliche Verfügbarkeiten in puncto Fähigkeiten gebe». Was heisst: Bei den super Begabten finden sich weniger Frauen. Eine Biologin aus dem Publikum sagte danach, sie habe «fast nicht mehr atmen können». Alles Entschuldigen und Verweisen auf Studien zu biologischen Unterschieden half nichts.
Der Mann sei auf feminine Art gecancelt worden, sagt Andrews. Mit Emotionen statt logischen Argumenten. Canceln sei weiblich. Cancel-Culture passiere, sobald es in einem Bereich oder in einer Organisation genügend Frauen gebe. Und Wokeness sei keine Ideologie, sondern Demografie. Wokeness bedeute, das Weibliche dem Männlichen vorzuziehen: Empathie vor Rationalität, Sicherheit vor Risiko, Zusammenhalt vor Wettbewerb.
Und das zerstört die Gesellschaft. Deshalb zerfallen wir.
Die Forschung zeigt zudem, dass Männer Berufs- und Forschungsfelder mit hohem Frauenanteil eher meiden – oder gleich verlassen. «Wenn zu viele Frauen kommen, ziehen sich Männer zurück», so Rost. Das zeige sich im Hochschulbereich: Während der Frauenanteil bei Professuren an den öffentlichen Universitäten stark gestiegen sei, gingen männliche Spitzentalente oft in den boomenden Markt der Firmenforschung.
Und:
Männer hätten im Verlauf der Geschichte Fähigkeiten für Kampf und Krieg optimiert, so Andrews. Im Krieg würden Dispute zwischen zwei Stämmen geregelt. «Das geht nur, wenn nachher Frieden geschlossen wird.» Männer entwickelten Methoden, um sich mit Opponenten zu versöhnen.
Frauen können das offensichtlich nicht, wie seit Jahren im Ukraine-Krieg zu beobachten ist. EU-Aussenministerin Kaja Kallas sagt, Putin sei ein Kriegsverbrecher, und mit solchen rede man nicht. Ursula von der Leyen, die Präsidentin der EU-Kommission, äussert sich ähnlich, und Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im EU-Parlament, hat Schaum vor dem Mund, wenn immer sie über den russischen Präsidenten spricht.
Anders gefragt: Sind die „Brandmauer“ und der Versuch des AfD-Verbots Feminisierungsartefakte? Produziert von der Unfähigkeit der Gehirne, die die Evolution auf Nestpflege getrimmt hat, mit anderen Meinungen und Verhalten umzugehen, weil es keinen Wettbewerb im Gehirn gibt?
[…]
Frauen gefährden die Demokratie.
Anders gefragt: Ist Demokratie Männersache? Weil Demokratie den Wettbewerb von Ansichten benötigt, und das in männlichen Gehirnen vorkommt?
Ist Demokratie als solche bereits weiblichkeitswidrig? Ist das Frauenwahlrecht ein Widerspruch in sich, weil „Frau“ und „Wahl“ gar nicht zusammenpasst? Weil eine Wahl ein individuelles Ding ist und Frauen auf Konformität gebügelt sind, also das Gegenteil einer Wahl?