Die Rettung Schiffbrüchiger im zweiten Weltkrieg
Brandaktuelles Thema.
Zum Torpedo-Abschuss des iranischen Kriegsschiffes vor Indien durch ein amerikanisches U-Boot (irgendwo hieß es, es sei der erste Torpedo-Abschuss eines Kriegsschiffes seit dem zweiten Weltkrieg) kocht es gerade durch die Social-Media, dass die Amerikaner moralisch noch unter den Nazis stünden (erstaunlich, bis vor Kurzem ging das ja gar nicht), weil selbst die Nazis nach Abschüssen Schiffbrüchige gerettet hätten.
Mir kam das schon komisch vor, denn wer schon mal an Bord eines militärischen U-Bootes war (ich war, aber nur bei fest im Hafen verankerten Museumsschiffen), weiß, wie irre eng das da drin ist, und wieviele Möglichkeiten der Sabotage es gibt, überall sind Hebel und Hähne und sowas. Wo sollten die Schiffbrüchige unterbringen? Und das auch noch so, dass die nichts sabotieren? Mit auf Tauchfahrt nehmen? Und dann noch aus den knappen Lebensmitteln ernähren?
Mir kam das schon sehr komisch vor. Das passt auch nicht zu U-Booten.
Nun schreibt mir ein Leser:
Rettung Schiffbrüchiger 2. Weltkrieg
Moin Hadmut,
Deutsche U Boote im 2. Weltkrieg hatten den strikten Befehl, die Rettung Schiffbrüchiger zu unterlassen.
Das hatte aber einen Hintergrund.
1942 versenkte das deutsche U Boot U156 den Truppentransporter “Laconia” mit über 2000 Menschen an Bord. Der Kapitän Hartenstein nahm daraufhin die Rettungsboote in Schlepp und ließ auch noch zig andere auf das Oberdeck seines Bootes und funkte auf der internationalen Notrufwelle unverschlüsselt, dass man die bitte abholen möge, er würde kein Schiff, das die Leute retten kommt, angreifen.
Daraufhin kamen US Flieger und haben das Boot angegriffen.
Deswegen hat Dönitz den berühmt-berüchtigten “Laconia-Befehl” gegeben, das solche Rettungsversuche künftig zu unterbleiben haben.
Dasselbe von einem anderen:
Hallo Herr Danisch,
in der Tat war es den Seeleuten der deutschen Marine selbstverständlich, Schiffbrüchigen zu helfen. Sofern möglich sogar auftauchen, Seeleute von Bord, dann versenken. Bis zu diesem Zwischenfall:
Google KI:
Bei dem deutschen U-Boot, das im Mittelmeer (bzw. nahe Gibraltar) unter Beschuss geriet, obwohl es Schiffbrüchige an Deck hatte, handelt es sich um
U 156 unter dem Kommando von Korvettenkapitän Werner Hartenstein.Der Vorfall: Nach der Versenkung des britischen Truppentransporters „Laconia“ am 12. September 1942 begann Hartenstein eine Rettungsaktion, da sich über 1.800 italienische Kriegsgefangene an Bord befanden. U 156 nahm Schiffbrüchige an Bord und nahm Rettungsboote in Schlepptau.
Der Angriff: Am 16. September 1942 wurde U 156, das die Rettungsaktion auf der Oberfläche durchführte und eine Rot-Kreuz-Flagge zeigte, von einem amerikanischen B-24 Liberator-Bomber trotz Kenntnis der Rettungsaktion angegriffen.
Folgen: Durch Bomben und Maschinengewehrfeuer wurden zahlreiche Schiffbrüchige auf den Rettungsbooten getötet. U 156 wurde leicht beschädigt und musste die Rettungsboote kappen und tauchen, wobei die Schiffbrüchigen zurückgelassen wurden.
Laconia-Befehl: Dieser Vorfall führte direkt zum „Laconia-Befehl“ von Admiral Karl Dönitz, der deutschen U-Boot-Kommandanten verbot, Rettungsaktionen für Schiffbrüchige durchzuführen. ”
Was dann auch sagt, dass sie damals schon Schiffbrüchige nicht in das U-Boot nahmen, sondern nur oben auf der Außenfläche oder im Schlepp mitnahmen. Und dass man das unter Kriegsbedingungen seither wohl nicht mehr macht.
Was dann aber auch heißt, dass der Vergleich der Amerikaner heute mit den Nazis Fake ist.