Ansichten eines Informatikers

War das Schiff unbewaffnet?

Hadmut
6.3.2026 1:55

Eine aktuelle Frage zum Krieg.

Die USA – es kam in den Nachrichten – haben ein iranisches Schiff in internationalen Gewässern vor Sri Lanka versenkt.

Angeblich sollen das die Örtlichkeiten sein:

Ich hatte das schon beschrieben, dass es Teil der amerikanischen Taktik war, die iranische Marine möglichst schnell zu versenken, weil – Gerüchten zufolge – China drauf und dran war, dem Iran Hyperschallraketen zu liefern, mit denen man amerikanische Schiffe versenken könne, weil sie zu schnell seien, um sie abzuwehren. Oder sie vielleicht schon geliefert habe.

Ein Leser schrieb mir darauf hin, dass man diese Hyperschallraketen maßlos überschätze. Denn eine negative Eigenschaft sei, dass diese die Luft um sich herum ionisierten, und deshalb weder GPS noch andere Funksignale empfangen könnten, diese Raketen „blind und taub“ seien. Ich dachte zuerst, das könne ja gar nicht sein, Kampfflugzeuge und die Concorde können ja auch empfangen, aber „Hyperschall“ ist nicht Überschall, sondern heißt mindestens fünffache Schallgeschwindigkeit (Mach 5).

Hallo Hadmut,

über den Hype von Hyperschallwaffen. https://de.wikipedia.org/wiki/Hyperschallwaffe

Diese haben alle ein gemeinsames Problem. Durch die Ionisation der umgebenden Atmosphäre ist während ihres Fluges weder eine Kommunikation zwecks Kurskorrektur möglich, noch ein Empfang der Hyperschallwaffe von GPS oder ähnlichen Daten. Damit geht nur reine Inertialnavigation mit (Faser)Kreiselkompass und Beschleunigungssensoren. Diese müssen vor Abschuß ähnlich wie bei alten ICBMs mit Laserpräzision genau ausgerichtet werden. Damit eignen sich diese Waffen hauptsächlich für Boden-Boden Anwendung auf fest stehende Ziele. Start von bewegten Trägern wie Schiffen oder Flugzeugen/Drohnen erfordert einen sehr hohen Aufwand zur Lageerkennung und Korrektur bevor Hyperschallgeschwindigkeit erreicht wird . Also handelt man sich viele zusätzliche Probleme und Einschränkungen ein. Schwierig abzuschiessen aber auch fast unmöglich während des Flugs von aussen zu steuern.

Naja, es gibt Systeme für Schiffe, die bis zu einem gewissen Seegang wirklich stabil bleiben. Vorstellen könnte ich es mir schon. Die Chinesen sind ja auch nicht schlecht und sehr einfallsreich, was Kriegstechnik angeht. Vor allem ist es den Chinesen sehr wichtig, Waffen zu bauen, die die Amerikaner nicht abwehren können. Also werden sie wohl auch Aufwand zu treiben bereit sein.

Irgendwo in den Nachrichten hieß es, der Abschuss eines Schiffes so weit abseits sei seltsam, aber rechtlich während eines Kriegs zulässig. Es hieß auch, das Schiff sei dorthin in Sicherheit gebracht worden.

Nun geben sich die Inder sauer:

Sie hätten das iranische Schiff zur Übung „Milan“ eingeladen. Und für diese Übung sei Munition nicht gestattet, das Schiff deshalb wehrlos gewesen.

So munitionslos sieht das aber nicht aus:

Während andere meinen, die seien ja eigentlich nur nach Indien gekommen, um eine Kostprobe ihres musikalischen Könnens zu geben:

Klar. Der Iran als führende Musiknation. Gibt es nicht immer wieder Meldungen, dass man im Iran für Tanzen verhaftet und mit Peitschenhieben bestraft wird?

Ein anderer meint aber, das sei das Problem der Iraner gewesen, weil die Verantwortung der Inder an der Grenze von deren Hoheitsgewässern ende. Sie hätten gewusst, dass sie ein Kriegsschiff seien und ihr Land im Krieg sei, hätten also, wenn sie wehrlos sind, einfach in den indischen Hoheitsgewässern bleiben können und wären da sicher gewesen. Wenn sie sich als Kriegsschiff im Krieg herauswagten, seien sie selbst schuld.

Ein anderer bezweifelt aber, ob ein solches Kriegsschiff überhaupt unbewaffnet sein kann und unbewaffnet über die Weltmeere fährt:

Und ob die Amerikaner erst abwarten müssten, bis es sich irgendwo aufmunitioniert und schießt.

Wieder andere erheben den Vorwurf, dass die Amerikaner nicht aufgetaucht sind um Überlebende zu retten. Selbst die U-Boote der Nazis hätten das getan.

Wie also sollte man das bewerten?