Der Zustand Grundschule in Berlin
Wie sich die Zeiten doch ändern.
Früher, so zu meiner Zeit, lange ist es her, da war es noch so, dass man eigentlich niemanden vor niemandem warnen musste.
Damals aber war es durchaus üblich, dass die Grundschulen ihre Kinder vor fremden Leuten warnten. Man soll nicht mit fremden Männern mitgehen, die einem Schokolade geben.
Heute ist es umgekehrt. Heute warnen die Grundschulen fremde Leute vor ihren Kindern.
Vor der Jane-Goodall-Grundschule in Berlin Friedrichshain gibt es seit ein paar Monaten eine „verkehrsberuhigte Schulzone“. Dazu die Morgenpost:
Dort soll es jedoch zu unangenehmen Begegnungen zwischen Schülern und Anwohnern gekommen sein. Was die Schulleitung zu den Vorfällen sagt.
Ein Schreiben an die Anwohnerinnen und Anwohner des Kiezes, das dieser Redaktion vorliegt, leitet die Grundschule mit den vielsagenden Worten ein: „Einige Schülerinnen und Schüler lernen die Regeln des friedlichen Zusammenlebens langsamer als andere.“ In der Schulzone habe es zuletzt mehrere Auseinandersetzungen gegeben: sowohl zwischen den Schülern selbst, als auch mit Passanten. Man sei auf diese Vorfälle angesprochen worden und wolle nun in den Austausch gehen.
Die Schule sieht sich jedoch nicht gänzlich in der Verantwortung. „Die Schulzone ist ein öffentlicher Raum und nicht Teil des Schulgeländes. Alle Eltern wissen, dass sie die Aufsichtspflicht haben“, heißt es weiter. Man habe zwar Maßnahmen für die Schulzeiten ergriffen, hoffe aber auf verständnisvolle Unterstützung durch die Nachbarschaft. „Es wäre hilfreich, wenn Sie die Kinder ansprechen, wenn Sie unangemessenes Verhalten in der Schulzone beobachten.“ Wer die Grundschüler nicht selbst ansprechen wolle, könne sich auch an die Polizei wenden.
Früher hat man Grundschüler vor fremden Männern gewarnt.
Heute warnt man fremde Männer vor den Grundschülern, und empfiehlt ihnen, die Polizei zu rufen.
Ob es angemessen war, die Schule nach einer Primatenforscherin zu benennen?