Ansichten eines Informatikers

Schinkenbrot mit einem Hauch Erdbeerkonfitüre

Hadmut
3.3.2026 0:26

Eine seltsame Entdeckung.

Ich muss vorausschicken, dass ich – wie ich leider oft zugeben muss – ein lausig schlechter Koch bin.

Ich verstehe mich auf die physikalischen Vorgänge, Dinge zu erwärmen oder abzukühlen. Auch das Umrühren habe ich zumindest in Grundzügen drauf.

Allzuviel weiter reichen meine Kenntnisse nicht, obwohl ich einen ganzen Schrank voller Kochbücher habe, sogar eine sündhaft teure Kochschule. Mir fehlt die Zeit. Es lohnt sich in einem Single-Haushalt auch nicht, weil man so kleine Portionen schlecht kaufen kann und der Reinigungsaufwand oft im Missverhältnis zum Ertrag steht. Obwohl ich durchaus sagen muss, dass ich vor 10 Jahren durchaus mal einiges ganz gut gekocht habe, das aber mangels Praxis fast alles wieder vergessen habe.

Eines der Erlebnisse, die ich in meinen früheren Kochexperimenten gemacht habe, war, dass wenn man zwei Dinge zusammenrührt, unerwartete Dinge passieren können.

Es kann passieren, dass A + B gar nicht schmeckt, obwohl mir A und B jeweils schmecken, weil sie überhaupt nicht zusammenpassen.

Und es kann passieren, dass A + B ganz anders und manchmal sogar viel besser schmecken, als man sich das vorstellen würde oder die Geschmackssumme aus A und B erwarten ließe.

Ein recht einfaches Beispiel ist Salz. Da habe ich auch vor langer Zeit erst einmal den Aha-Effekt durchmachen müssen, weil ich als Kind und in der Jugend lange dachte, dass mir Salz nicht schmeckt und deshalb ja auch nichts besser würde, indem man Salz drauf streut. Warum sollte man sich etwas aufs Essen streuen, oder beim Kochen dazugeben, was einem nicht schmeckt? Aber in der Kombination kann das plötzlich besser schmecken.

Heute ist mir etwas passiert.

Ich hatte Hunger. Kommt vor. Kleinen Hunger. Eher so ein Appetit. In der Küche hatte ich noch eine Tüte mit Körnerbrötchen, die weg mussten, weil ich die am Samstag gekauft hatte. Zwei Tage halten die schon, aber dann werden die schon merklich fester.

Butter und lecker Schinken drauf.

So ein Schinkenbrötchen ist halt schon eine tolle Sache.

Nun war ich aber zu faul, einen frischen Teller aus dem Schrank zu nehmen und habe einen Teller wiederverwendet, auf dem ich ein, zwei Stunden vorher einen Berliner (Oh, bitte, jetzt keine Diskussion, das Thema hatte ich schon beleuchtet, einen „Berliner Krapfen“) in zwei Teile geschnitten hatte, um ihn in zwei Schritten über den Nachmittag zu verteilen.

Wenn man den durchschneidet, läuft etwas von der Konfitüre, mit der er gefüllt ist, auf den Teller. Oder eigentlich ist es keine Konfitüre im normalen Sinne, halt so eine süße Erdbeerfüllung, so eine süße Pampe.

Nun hatte ich schon einmal in das Brötchen gebissen, legte es auf dem Teller ab, und es kippte irgendwie um, klebte aber durch die Butter zusammen. Und der Schinken rutschte irgendwie durch diesen Rest von Erdbeerkonfiture.

Mist, dachte ich, das passt gar nicht. Aber macht nichts, dass ess ich jetzt halt mit.

Und dann war ich sehr verblüfft, wie erstaunlich gut das zusammen geschmeckt hat. Obwohl mir das Hirn sagt, dass das überhaupt nicht zusammen passt und gar nicht gut zusammen schmecken kann. Und es einfach barbarisch sei, zwei so unterschiedliche Dinge aus ganz unterschiedlichen Bereichen zusammenzutun.

Ich fürchte, ich werde das nochmal experimentell nachstellen müssen.