Ansichten eines Informatikers

Der Zweite Deutsche Relotius-Moment

Hadmut
24.2.2026 0:32

Öffentlich-Rechtliche Turbulenzen.

Keine Ahnung, ob das echt und belastbar ist. Lesenswert ist es:

Chefredakteurin Bettina Schausten sagt „gewisse Plattformen“ würden „infam und böswillig“ über den Fake berichten und da Informationen durchgestochen würden, droht sie: „Wenn das so weitergeht, dann können wir solche Veranstaltungen wie die hier nicht mehr machen.“

Elmar Theveßen, Studioleiter Washington, ergänzt später, er finde schade, wenn man sich das „Geraune von Nius“ zu eigen macht. Später behauptet Schausten in der heute-Redaktion sei man unterbesetzt.
Es seien bedauerliche Fehler auf allen Ebenen passiert, man müsse noch besser aufpassen: “Das darf sich nicht noch einmal wiederholen”, so Schausten. Die Verantwortung liege aber allein bei der abberufenen Studioleiterin New York, Nicola Albrecht. Aber man werde “sie nicht fallen lassen”.

Nachdem mehrere Frauen und der Leiter des Studios Brüssel für Albrecht Partei ergreifen, muss Schausten deutlich werden: es waren “schwere Fehler”, sie war “nicht offen und nicht einsichtig”, sie sei “kein Bauernopfer“, “auch für mich ist es eine Enttäuschung, denn ich habe sie vorgeschlagen“.

[…]

Ein Chef vom Dienst aus Mainz meint auch: Man sei nun verunsichert. Der Leiter des Studios Brüssel sagt, er vermisse “Worte der Anerkennung vom Intendanten.”
Die Leiterin der Redaktion ZDF Reportage befindet: “Wir haben einen Relotius-Moment.”

Ein Relotius-Moment wäre ein Hinweis auf absichtliche Fälschungen.

Eigentlich, unter normalen Umständen, würde ich diesen KI-Fake gar nicht mal für sonderlich wichtig halten.

Normalerweise würde ich so etwas unter „Tut uns leid, Fehler passieren, wir werden uns Mühe geben, unsere Prozesse zu verbessern und den Fehler künftig zu vermeiden“ ablegen und vergessen. Kein Mensch kann unter hohem Zeitdruck immer fehlerfrei arbeiten. Ich habe vor Jahren schon geschrieben, dass ich Unternehmen nicht danach beurteile, ob mal ein Fehler vorkommt, sondern wie sie sich verhalten, wenn mal ein Fehler vorkommt. Ich erwarte deshalb auch von niemandem, 100% fehlerfrei zu sein. Das geht gar nicht. Zumal in einer Zeit der KI-Fälschungen.

Aber:

Ein Punkt ist, dass man trennen sollte zwischen eigenen Filmaufnahmen und solchen, die man sich aus dem Internet zusammenkopiert hat, über deren Echtheit man also eigentlich gar nichts sagen kann. Es geht mir nicht so sehr darum, ob das ein KI-Fake ist. Wichtiger wäre mir ein „Ist nicht von uns, haben wir im Internet gefunden, kann stimmen, kann auch nicht stimmen.“

Ein anderer Punkt ist aber, und das ist der Punkt, den ich dem ZDF so richtig übel nehme, ist diese unfassbare Überheblichkeit und Selbstgerechtigkeit, mit der man sich über andere stellte, andere als „Fake-Newser“ hinstellte, sich als „Faktenchecker“ aufspielte – auch wenn ich dabei einräumen muss, dass mir die ARD da negativer aufgefallen ist. Mir geht dabei dieser Dunja-Hayali-Charakter des ZDF besonders auf die Nerven. Diese widerliche Selbstgerechtigkeit, dieses Gutmenschentum, diese Arroganz, mit der die sich über Ossi, Pegida usw. stellte. Ich habe die ja einmal live erlebt, und habe mir da die Meinung über sie gebildet, dass die völlig vernagelt ist und meint, sie wisse alles besser. So eine Art Halbgöttin.

Und wenn man sich so wie der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk, oder so wie das ZDF, oder eben so wie Hayali über andere stellt und auf gnadenloser Richter über Fake News usw. macht, dann begibt man sich natürlich der Möglichkeit, selbst mal einen Fehler zu machen und zuzugeben, weil man damit Maßstäbe setzt, die man selbst nicht mehr erfüllen kann.

Normalerweise würde man sagen, dass noch nie jemandem ein Zacken aus der Krone gefallen ist, wenn er einen Fehler macht und ihn dann zugibt. Es ist aber dann blöd, wenn man anderen nicht dieselbe Fehlerquote zugesteht und meint, jeder Fehler, den ein anderer Macht, sei sofort ein Beweis für böse Absicht.

Anders gesagt:

Auch das ZDF hat sich der Dummheit deutscher Journalisten angeschlossen, den Vorwurf des Fakes und der Fehler als Totschlagargument gegen andere aufzubauen. Und jetzt erwischt sich das selbst.

Es ist nicht der Fehler dieser Sendung, der mich so stört.

Es ist diese Überheblichkeit, diese Arroganz, diese Selbstgefälligkeit, diese Herangehensweise, andere für Fehler sofort an die Wand zu nageln.

Und es ist dieses überaus dumme Spiel „Gute Medien, Schlechte Medien“. Und das rächt sich nun.

Man hat nun diese Studioleiterin New York „abberufen“, „lässt sie aber nicht fallen“, was soviel heißt wie dass man ihr einen anderen Luxusgehaltposten geben wird. Die Dummheit beim ZDF sitzt aber in Deutschland.