Ansichten eines Informatikers

Ich habe einen Toten zum Leben erweckt

Hadmut
20.2.2026 15:49

Auch mal was Positives.

Ich habe so kleine LED-Filmleuchten mit eingebautem Akku. Klein, handlich, nicht so teuer. Vier Stück, in jeder Wohnung zwei.

Von Ulanzi. Das ist jetzt nicht No-Name, auch nicht Top-Marke sondern (wohl chinesische) Marke für preisgünstige Waren so mittlerer, aber meist ausreichender Qualität, halt so in der Mitte zwischen Billigschrott und überteuertem Markenkram. Ich kaufe bei vielen Dingen ganz gerne so diese Produkte etwas-unter-Top-Markenqualität zum deutlich günstigen Preis der China-Marken, denn das Preisleistungsverhältnis ist sehr gut, und ich bin ja jetzt auch nicht der Vollprofi, der jeden Tag pünktlich auf Sendung gehen muss. So kleine Leuchten mit eingebautem Akku eben.

Aber, ach.

Die Dinger haben anscheinend billige Akkus (Kunststück, die ganze Leuchte ist billig, einzeln so um die 70 Euro, ich habe sie im Viererset deutlich billiger bekommen), oder ziehen permanent geringfügig Strom, denn die Selbstentladung ist deutlich. Man kann die Dinger nicht einfach geladen im Schrank stehen lassen, sondern muss sie vor Gebrauch aufladen, wenn man sie länger nicht benutzt hat. Mitgeliefert sind 19-Volt-Netzteile, was von den Daten und vom Stecker Notebooknetzteile sind.

Hängt man die Dinger ans Ladegerät, fangen die Ladebalken an zu blinken und man kann sie einschalten.

Bei einem nicht mehr. Stellte sich universell tot. Reagierte nicht mehr auf das Ladegerät, war auch unter Strom nicht mehr einzuschalten, einfach tot.

Mist, kaputt. Reparaturdienst gibt es nicht. Neu kaufen?

Nun ist es aber so, dass viele Akkus (früher nicht alle, aber immer mehr) einen eingebauten Schutzchip haben, der sie vor Tiefentladung schützen soll. Und der komplett dicht macht, bevor sie kaputt gehen, und dann nur minimal Strom reinlässt. Weshalb man Akkus dann, wenn der Chip in Notabschaltung geht, nur ganz geringfügig laden kann, bis der Chip wieder aufmacht.

Und es gibt noch eine Konstruktionstücke. Viele Geräte lassen es gar nicht zu, dass man ihren Akku direkt lädt, sondern haben einen eingebauten Ladecontroller, der das steuert. Insbesondere bei (was diese Leuchte nicht sind, sie haben Rundstecker) Geräten mit USB-C, weil bei neueren USB-Standards die alte Masche, den Stecker mit Widerständen zu beschalten, nicht mehr möglich ist und das Gerät dem Netzteil auf der Kommunikationsleitung sagen und aushandeln muss, was es will. Das klappt aber auch nur, solange der Steuerungschip selbst genug Strom hat um zu arbeiten. Sinkt die Spannung so stark, dass auch der Steuerungschip nicht mehr funktioniert, ist nur so ein minimaler Notladebetrieb möglich, bis der Chip wieder anspringt und die Steuerung übernimmt. Kann man beobachten, wenn man ein völlig entladenes Handy an ein Ladegerät mit Spannungs- und Stromanzeige anschließt. Hat sich das Handy so richtig wegen Akku-auf-Null abgeschaltet, geht fast gar nichts. 5 Volt und 200mA oder etwas in der Art. Dann dauert das eine Weile, und wenn der Akku so bei 1 oder 2 Prozent angekommen ist, springt plötzlich der Bildschirm an, machte Ladeanzeige, weil der Steuerungschip genug Spannung bekam und funktionieren kann, und der handelt dann mit dem Netzteil aus, was geht, und kann dann richtig Spannung und Strom bestellen und dann mit 20 oder auch 120 Watt laden.

Also habe ich die tote Leuchte trotzdem ans Netzteil angeschlossen und (unter Aufsicht! niemals Akkus, besonders fehlerverdächtige, unbeaufsichtigt laden!) einige Stunden dran gelassen.

Stellte sich immer noch tot.

Aber nach gelegentlichem Ein- und Ausschalten plötzlich: Gerät wacht wieder auf, ist von den Toten auferstanden. Ließ sich dann normal laden und ist wieder da. Meldet sich nach weiteren Stunden als voll geladen zurück.

Jetzt muss ich mal testen, ob das Gerät auch tatsächlich noch die Kapazität hat, oder der Akku doch Schaden genommen hat. Aber anscheinend war das so, dass da nur noch geringer Ladestrom ging, das Gerät aber doch wieder in Betrieb setzen konnte.