Ansichten eines Informatikers

Eine Milliarde Euro aus Bayern für Microsoft

Hadmut
12.2.2026 1:51

Da kommt was ans Licht.

Golem: Noch mehr Geld für Microsoft

Die bayerische Staatsregierung ist in den letzten Monaten weit über die Landesgrenzen hinaus in die Schlagzeilen geraten. Grund für die erhöhte mediale Aufmerksamkeit waren die Pläne des Finanzministers, noch vor Ende 2025 mit Microsoft einen konsolidierenden Lizenzvertrag auszuhandeln. Dieser Lizenzvertrag mit einem Volumen von rund einer Milliarde Euro (g+) dient der Einführung von Microsoft 365 mit Teams und Copilot auf allen bayerischen Behördenarbeitsplätzen und somit der Vereinheitlichung der staatlichen IT-Infrastruktur.

Und da bekommen die nun Streit. Weil es nicht nur teuer und dumm, sondern auch gefährlich ist, gerade in Zeiten, in denen Leute wie Trump uns beliebig den Hahn zudrehen wollen.

Und die „Vereinheitlichung der staatlichen IT-Infrastruktur“ sorgt dann auch gleich dafür, dass mit einem Dreh alle Hähne zu sind.

Digitalminister Fabian Mehring (Freie Wähler) machte sich auch vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Entwicklungen die in dem offenen Brief formulierten Argumente zu eigen und forderte in einem Interview eine ergebnisoffene Neubewertung des Projekts. In einer geharnischten Pressemitteilung wies Finanzminister Albert Füracker (CSU) wenig später die Forderung Mehrings scharf zurück und behauptete sogar, dessen Äußerungen grenzten an “Fake-News”.

Unter Verweis auf die bayerischen staatlichen Rechenzentren sagte Füracker: “Auch bei einem Einsatz von Microsoft als Arbeitswerkzeug für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist daher die digitale Souveränität des Freistaats voll gewährleistet.” Mehring konterte umgehend sachlich und verwies erneut auf geopolitische Umwälzungen und das Streben nach digitaler Souveränität in der EU auch durch führende politische Akteure.

Ich glaube, diesen Streit hatte ich schon mal im Blog.

Doch obwohl die Staatsregierung nach dem Machtwort von Ministerpräsident Söder den Streit offenbar als beigelegt betrachtete, zog die Auseinandersetzung weitere Kreise. Der SPD-Digitalexperte im bayerischen Landtag, Florian von Brunn, hatte schon Mitte Januar das Vorgehen der Staatsregierung öffentlich kritisiert: “Wenn Herr Füracker behauptet, dass bayerische Daten bei Microsoft sicher sind, dann zeigt das eine erschreckende Uninformiertheit.” Er forderte die Regierung Söder auf, sich dringend um die digitale Souveränität des Freistaats zu kümmern(öffnet im neuen Fenster), anstatt sich zu streiten.

Und auch die Grünen rotieren:

Nur einen Tag später, am 28. Januar 2026, brachte die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen einen weiteren Dringlichkeitsantrag im bayerischen Landtag ein, in dem festgestellt wird, dass bislang im Kontext mit der flächendeckenden Nutzung von Microsoft 365 in der Staatsverwaltung eine “transparente parlamentarische Befassung, eine systematische Risikobewertung sowie eine nachvollziehbare Prüfung von Alternativen” fehlten. Der im bayerischen Digitalgesetz in Art. 3 Abs. 4(öffnet im neuen Fenster) formulierte gesetzliche Auftrag hin zu offenen Standards und offener Software müsse konsequent umgesetzt werden.

Was absolut verlogen ist, denn SPD und Grüne haben die Gender-Tante Laura Sophie Dornheim in München als IT-Referentin durchgedrückt. Trost-Versorgungsposten, weil es als Bundestagsabgeordnete nicht geklappt hat. Deren Schwester Magdalena Rogl ist „Chefin der digitalen Kanäle von Microsoft.“

Was kann da schon schief gehen, wenn die IT-Referentin von München Gender-Tante mit Schwester bei Microsoft ist?

Microsoft.

Wir lassen uns auspionieren, machen uns erpressbar, weil die uns jederzeit den Hahn abdrehen können – und zahlen auch noch Milliarden dafür.

Die Bayern.

Dabei hatten die mal eine Linux-Distribution, zumindest in München: LiMux.

Habe ich übrigens selbst oft in der Industrie beobachtet und auch von vielen Lesern erfahren: Die US-Konzerne drücken die Frauenquote durch, weil Frauen in Führungspositionen sofort alle Verantwortung an Externe abschieben, und das ein wesentlicher Faktor des Cloud-Geschäfts ist.

Cloud ist, wenn externe Männer in externen Firmen für teuer Geld die Arbeit machen, die die Quotenfrauen, obwohl dafür bezahlt, nicht machen.

Ich bin mal gespannt, wann das crasht.

Übrigens…

Es gibt verschiedene Stimmen, die sagen, dass die Bundesländer im Jahr 2027 richtig an die pleite gehen, auf dem Zahnfleisch gehen.

Warum?

Weil dann erhebliche Gewerbesteuerrückzahlungen fällig werden. Die Firmen haben viele Vorauszahlungen geleistet, aber bekanntlich sind wir in einer Rezession, die Gewinne der großen Firmen abgestürzt. Dazu hohe Verlustabschreibungen für e-Autos und so weiter.

Das heißt, dass die Gewinne drastisch geringer ausfallen als zuvor erwartet.

Und das wiederum heißt, dass die Gewerbesteuern nicht nur stark sinken oder bei vielen bisherigen Großzahlern sogar ganz ausbleiben könnten, sondern dass die Bundesländer und Gemeinden die sogar zurückzahlen müssen.

Was passiert eigentlich, wenn wir alle Daten in der Cloud bei Microsoft haben, und einem Bundesland dann die Milliarde fehlt, um die Rechnung bei Microsoft zu bezahlen?