Absturzursache MD11
Wo wir es doch gerade von Flugzeugproblemen haben.
Neulich ist doch eine MD11 von UPS beim Start schon abgestürzt, gleich hinter dem Flughafen in eine Ölrecyclinganlage gefallen.
Es war ja recht schnell bekannt, dass der Maschine beim Start, so ungefähr beim Abheben, das linke Triebwerk von der Tragfläche abgebrochen ist. War ja auch nicht schwer zu erkennen, wenn das Flugzeug abgehoben und das Flughafengelände verlassen hat, das Triebwerk aber noch neben der Startbahn liegt. Außerdem gibt es eine Aufnahme einer Überwachungskamera, die das genau zeigt, wie das Triebwerk nach oben klappte, dann in einem Feuerball noch oben flog und dann nach hinten fiel.
Hier gibt es nun ein paar kleine Neuigkeiten dazu.
Grundsätzlich nämlich sollte jedes Verkehrsflugzeug in jeder Phase des Startes auch vollbeladen den Ausfall eines Triebwerks verkraften können, und das trainieren die Piloten auch – heutzutage im Simulator.
Warum aber hat das hier nicht funktioniert, obwohl – zumindest soweit aus den Videos zu erkennen – die Tragfläche an sich in ihrer Struktur nicht beschädigt wurde? Es gab ja zunächst die Vermutung, dass die Hydraulik ausgefallen sein könnte, und der Fahrtwind deshalb den Vorflügel (so etwas wie Landeklappen, nur auf der Vorderseite) wieder reingedrückt haben könnte, womit die Tragfläche nicht mehr genug Auftrieb für die niedrige Geschwindigkeit gehabt habe und deshalb das Flugzeug nach links weggekippt sei.
Plausibel, aerodynamisch, aber unzutreffend.
Irgendwo stand nämlich, dass sie sich das beim Wrack natürlich genau angesehen haben, und Vorflügel und Klappen usw. standen alle richtig.
Im Video aber wird erläutert, dass es an der besonderen Art des Abbruchs des Triebwerks liegen könnte. Das Triebwerk ist nämlich nicht nach unten gefallen, sondern die hintere Aufhängung ist gebrochen, womit der Pylon eine Drehbewegung um die vordere Aufhängung gemacht hat, und sich das Triebwerk nach oben gedreht hat – es war ja in Betrieb und hatte gerade vollen Schub. Und dann ist es brennend nach oben weggeflogen, und die Tragfläche geriet großflächig in Brand. Und dass könnte dazu geführt haben, dass das mittlere, hintere Triebwerk quasi „erstickt“ ist, es bereits verbrannte Luft bekam und aus Sauerstoffmangel nicht mehr genug Schub lieferte.
Kommt mir ein bisschen weit hergeholt vor, weil der Zeitraum, in dem sich das hintere Triebwerk durch das Feuer bewegte, sehr kurz war – aber wer weiß, was das für Auswirkungen hat, wenn ein Triebwerk Feuer statt Luft „einatmet“.
Wenn dann nämlich nur noch das rechte, also eines von drei Triebwerken, echten Schub geliefert hätte, hätte das nicht mehr gereicht.
Das Wirtschaftsproblem daran ist, dass das wieder in die Verantwortung von Boeing fallen könnte. Die haben das Flugzeug zwar nicht entwickelt und gebaut, aber McDonnel-Douglas aufgekauft und sind deren Wirtschaftsnachfolger. Die haben das Ding in Sachen Wartung an der Hacke. Und in den USA stürzen ja seit einiger Zeit auffällig viele Flieger und Helis ab.
Derzeit sieht das nach einem Ermüdungsbruch aus. Da allerdings vorher an der Maschine an genau diesem Triebwerk herumgebastelt wurde, da war irgendwas mit Reparatur, wäre auch Pfusch nicht völlig auszuschließen.
Sollte sich nämlich herausstellen, dass die da bei der Reparatur irgendetwas falsch gemacht haben, hätte man ein neues Diskussionsthema.