Ansichten eines Informatikers

131°C Plus im Kühlhaus

Hadmut
7.11.2026 18:41

Noch ein Kühlhausangriff.

Vorhin zufällig beim Herumzappen in den ZDF Länderspiegel gekommen und etwas gesehen, inzwischen ist das in der Mediathek online (gleich der erste Beitrag):

Eine Metzgerei ist fast abgebrannt, weil Hacker die Temperatur des Kühlhauses auf plus 131°C gestellt hatten und die Anlagen dadurch überhitzten.

Wer baut solche Kühlhäuser, will ich da fragen, die man so einstellen kann, dass sie sich selbst vernichten, indem sie überhitzen? Wir leben doch immerhin im Zeitalter der Mikroelektronik, in der Plausibilitätskontrollen, Notabschaltungen und Alarmmeldungen drin sein sollten.

Wieso, werden jetzt manche fragen, kann man ein Kühlhaus auf 131°C aufheizen?

Vorsicht. Sie sagten nicht, dass das Kühlhaus diese Temperatur erreichte oder erreichen kann, sondern dass das die eingestellte Zieltemperatur war. Und das würde dazu führen, dass Maschinen nicht abschalten oder Heißlaufen.

Wie auch immer, die Frage ist natürlich, warum man so etwas überhaupt eingeben kann.

Ich könnte mir noch vorstellen, dass ein Kühlhaus auch heizen kann, weil Fleisch in der Metzgerei ja nicht gefroren werden soll, und dann, wenn in einem harten Winter die Außentemperaturen auf -20°C fallen, es durchaus vorstellbar ist, dass das Kühlhaus heizen muss, damit das Zeug nicht einfriert. Und dann kommt natürlich wieder der Aspekt der Abtauautomatik dazu.

Und es ist ja auch gar nicht gesagt, dass die Benutzeroberfläche das wirklich zugelassen hat, denn „Hacker“ ist ja ein weiter Begriff. Das kann ja auch bedeuten, dass der die Benutzeroberfläche gehackt oder umgangen hat und nicht nur das Benutzerpasswort.

Es wäre generell mal an der Zeit, die Netzwerksicherheit zu überdenken.

Oder, wie man so schön sagt: Quality is a myth.