Ansichten eines Informatikers

Die utopische linke Gesellschaft

Hadmut
20.10.2026 16:41

Denken auf dem Stand der Dampfmaschine.

Marx war der Meinung, dass der Mensch nicht mehr oder kaum mehr arbeiten müsse, weil die Dampfmaschine ihm alle Arbeit abnehmen werde.

Marx war ein Idiot und hatte von Arbeit so viel Ahnung wie eine Kuh vom Eierlegen oder eine Transfrau vom Menstruieren: Schon mal gesehen oder davon gehört, aber noch nie gemacht und nicht verstanden. In einem Punkt allerdings war das einfach auf dem technischen Stand halbwegs nahe: Was er beobachtete, war, dass die Dampfmaschine damals in großem Umfang die Muskelkraft ersetzte, und Arbeit bestand damals weit überwiegend aus dem Aufwenden von Muskelkraft. Wo man vorher noch hämmern, sägen und so weiter musste, übernahm das nun die Dampfmaschine: An den Decken wurden lange Antriebswellen angebracht, und all die Werkzeuge konnten mit Lederriemen an die Welle angeschlossen und damit angetrieben werden. Hatte ich als Kind in klein in Form einer funktionsfähigen Spielzeugdampfmaschine mit verschiedenen Werkzeugen dran.

Damit gab es eine Art Kongruenz von Arbeit und Maschine, weil sich beides um physische Leistung drehte, und die physische Leistung das ist, was Menschen erschöpft, schnell zerstört.

Die Ära der Kohle- und Kernkraftwerke mit elektrischen Werkzeugen ist im Prinzip nichts anderes, nur ein gewisser technologischer Fortschritt, aber nichts anderes in der Sache an sich. Und daraus beziehen Marxisten ihre Überzeugung, noch heute, obwohl das so nicht mehr passt.

Der Tagesspiegel: Vier junge Politiker über das perfekte Deutschland: „In meiner Utopie müssen alle nur vier Stunden am Tag arbeiten“

Wie stellen sie sich eine realistische, aber bessere Welt vor, konkret im Jahr 2050? Hier entwerfen Ricarda Lang (Grüne), Catarina dos Santos-Wintz (CDU), Ines Schwerdtner (Linke) und Daniel Rinkert (SPD) ihre Utopien für die Zukunft.

Utopien von der Arbeit, gemacht von Politikern. Hat von denen schon mal einer gearbeitet? So in echt?

„Meine Utopie verstehe ich als eine Sonne, die hinter einem Berg hervorlugt. Ich kann nicht direkt hineinschauen, aber sie leuchtet mir den Weg.“

Ricarda Lang, Bündnis 90/Die Grünen

Oder eben Ines Schwerdtner:

„Ich will nicht nur einzelne Unternehmen demokratisieren, sondern das ganze Wirtschaftssystem“

Ines Schwerdtner, Die Linke

[…]

In einer perfekten Welt ist jedes Unternehmen demokratisch. Da können alle Angestellten bei der Zukunft des Unternehmens mitreden, über wichtige Entscheidungen, Gehälter und Arbeitszeiten. Und ich will nicht nur einzelne Unternehmen demokratisieren, sondern das ganze Wirtschaftssystem. Damit die, die produzieren, auch mitbestimmen können.

Und das würde ich noch ausweiten, auf andere Lebensbereiche. Ganz aktuell ist das Thema Mieten. Da sollen in meiner Vorstellung die Mieter selbst über ihre Lebensverhältnisse, Sanierungen oder Mietpreise mitbestimmen. Das Gleiche gilt für Krankenhäuser, Energie- und Wärmeversorgung. Es ist nicht richtig, dass die Grundversorgung durch Konzerninteresse und Profit getrieben wird.

Auch in der Familie sollte es eine Aushandlung geben, wie die Arbeit verteilt wird.

So etwas kann nur jemand sagen, der gar nicht weiß, was „demokratisch“ ist. Denn „demos“ ist das Volk und nicht die Belegschaft eines Betriebes. Eine demokratische Entscheidung kann immer nur durch alle Bürger und nicht eine ausgewählte Teilgruppe erfolgen. Insbesondere dann nicht, wenn politisch darauf Einfluss genommen wird, wer in der Teilgruppe ist und wer nicht.

Und dann geht es los:

In meiner Utopie leben bis 2050 alle Menschen in wunderschönen, lichtdurchfluteten Wohnungen, die der Gemeinschaft gehören. Sie müssen nur vier Stunden am Tag arbeiten, und weil die Technik so weit vorangeschritten ist, werden alle Scheißjobs von einer KI übernommen.

Vier Stunden am Tag haben die Menschen Zeit, mit ihren Mitmenschen zu verbringen, und vier weitere Stunden können sie ihren Hobbys widmen, ein Instrument lernen oder lesen. Die letzten vier Stunden am Tag verbringen die Menschen mit Politik und gesellschaftlichem Engagement.

In meiner Utopie wird unsere repräsentative Demokratie durch direktdemokratische Elemente unterstützt. Bei den wichtigen Entscheidungen machen dann über Volksabstimmungen alle mit. Und in der Kommune gibt es mehr Bürgerforen. Natürlich wird nicht über jede Straße oder Baustelle entschieden.

Und es gibt den sozialistischen Teil meiner Utopie. Also, dass es keine Großkonzerne mit 2000 Wohnungen gibt, die ihre Mieter unterdrücken, und keine Energiekonzerne, die fette Gewinne abschöpfen. Auch in den größten Industriekonzernen wie VW hat der Staat mehr Mitbestimmungsrechte. Klar, Eigentum gibt es noch. Erbe ist nicht das Problem von Sozialisten. Aber nicht so, dass es einzelnen Menschen zu viel Macht gibt. Alles, was mächtig ist, wird demokratisiert. Das ist meine Utopie.

Man könnte jetzt sagen: „Das klingt wie Kommunismus.“ Aber beim Kommunismus fehlt mir selbst etwas die Vorstellung. Dafür bin ich zu wenig Träumerin. Ich will mich auf den Weg zum demokratischen Sozialismus machen. Und da habe ich eine sehr konkrete Vorstellung, was ich in meiner Lebenszeit erreichen kann, wie etwa Vergesellschaftung. Und das sollten wir gemeinsam probieren.“

Die KI soll also Kanäle reinigen, Brände löschen, Straßen bauen, …

Das ist dieses sozialistische Schlaraffenland, dieses marxistische Paradies, von dem ich so oft geschrieben habe. Sie glauben, man müsse nur alles kaputt schlagen, und alle beseitigen, die als Kapitalisten nur damit beschäftigt sind, das Paradies zu verhindern, dann stelle sich automatisch ein sozialistischer Paradieszustand ein, in dem einem die gebrantenen veganen Tauben ins offene Maul fliegen und Hafermilch und Agavendicksafthonigersatz von den Bäumen tropfen.

Alle Menschen leben in wunderschönen, lichtdurchfluteten Wohnungen, die niemand mehr bauen muss.

Unser Tagesablauf ist strikt in 4-Stunden-Phasen aufgeteilt, vier Stunden arbeiten, vier Stunden sozialisieren, vier Stunden Politik und gesellschaftliches Engagenment.

Das kommt davon, wenn man als Kind zuviel mit dem Puppenhaus gespielt hat und eine Überdosis Barbie und Ken abbekommen hat.

Und das alles „bis 2050“.

Weil jetzt die KI an die Stelle des großen Arbeitsersetzers „Dampfmaschine“ getreten ist.

So stellen die sich die Welt vor. Leben in einer Traumwelt. Und von solchen Leuten lassen wir uns regieren.

Nehmen wir mal an, durch irgendeinen magischen Zauber wäre das so und alle Menschen lebten in „wunderschönen, lichtdurchfluteten Wohnungen“, die der Gemeinschaft gehören („lichtdurchflutet“ = dämliches Maklergequatsche), und jeder müsste nur noch vier Stunden arbeiten, was er will.

Wieviele dieser Leute würden überhaupt noch effektiv arbeiten?

Und wie lange würde es dauern, bis diese Wohnungen vollgekackt und zerstört wären?

Wer soll sie reparieren? Wer neue Wasserhähne produzieren, die Heizung wieder in Betrieb setzen?

Ach ja, na klar: Die KI.

Was bei Orwell der „Große Bruder“ war, ist jetzt die KI. Das magische Loch, aus dem alles herausgefallen kommt, was wir brauchen.

Wir wollen viel konsumieren, aber nur wenig produzieren. Die Differenz, woher die kommen soll? Na, von der KI.