Ansichten eines Informatikers

Piept’s?

Hadmut
29.9.2026 1:02

Leser fragen – Danisch leistet Lebenshilfe.

Eine Leserin beantragt Mansplaining:

Danischs Rat in allen Lebenslagen 🙂

Hallo Hadmut,

Bitte, schreib doch auch mal was zu Rauchmeldern. Das Thema ist mittlerweile ein Ärgernis ersten Ranges, das brennt den Leuten auf den Nägeln – nämlich genau dann, wenn die Dinger piepsen. Nein – nicht, wenn’s brennt: dann ist der Brand das Ärgernis, nicht der Rauchmelder.

Ursprünglich waren die Dinger ja mal prima: man hatte eines davon irgendwo zentral im Flur an der Decke, steckte da eine 9-Volt-Einwegbatterie rein und vergaß das Ganze anschließend. Ein paar Fehlalarme, weil jemand verbotenerweise im Haus rauchte oder in der Küche ein Schnitzel anbrennen ließ, waren nicht schlimm und gaben die beruhigende Gewissheit, dass die Sache tatsächlich funktionierte. Irgendwann nach etlichen Jahren gab das Ding dann alle ein bis zwei Minuten ein kurzes, schrilles “Pip” von sich, als Zeichen dafür, dass die Batterie erneuert werden müsste. Man holte seufzend die Stehleiter und wechselte die Batterie gegen eine neue aus – und hatte dann wieder ein paar Jahre lang Ruhe.

Das Drama begann mit der Vervielfältigung dieser Dinger. Wir haben inzwischen 4 davon: das erste immer noch im oberen Flur, je eines in Schlaf- und Gästezimmer und in der Küche. Dazu kommen noch 3 ähnlich konstruierte Wassermelder (zwei im Bad und einer im Schlafzimmer unter dem Wasserbett). Im Bad hat uns eins von diesen spottbilligen Dingern auch schon mal konkret vor einem größeren Wasserschaden bewahrt; allein mit diesem einen Fall haben sich all die Melder insgesamt schon um ein Vielfaches amortisiert. Die Sache ist also ohne jeden Zweifel sinnvoll.

Aber seitdem macht’s mit nervender Regelmäßigkeit alle paar Monate irgendwo “Pip” … 1 Minute … “Pip” … 1 Minute … “Pip” … Das eklige daran: man weiß nicht, woher es kommt. Man ortet den Ton zwar, aber das täuscht durch Wandreflexionen; man hört’s eindeutig von links, in Wirklichkeit kommt’s aber durch die gegenüberliegende, offene Schlaf- oder Gästezimmertür. Man kann dem Ton auch nicht nachgehen, weil’s immer nur so ein ultrakurzes, bei allen Geräten gleich klingendes “Pip” ist; da müsste man nach jedem einzelnen Schritt eine Minute stehenbleiben, bis zum nächsten “Pip”. Neulich kamen wir gerade aus einem Urlaub zurück, als uns zuhause wieder mal dieses Ärgernis empfing. Anstatt auszupacken und die Post zu sichten, musste ich erst mal eine geschlagene, halbe Stunde lang herumsuchen, woher das diesmal wieder kam: das vierte, ab- und auseinander genommene Gerät war’s dann schließlich, danach gab’s endlich kein “Pip” mehr, und die herausgenommene Batterie hatte auch tatsächlich Unterspannung.

Fällt Dir ein Trick ein, wie man diese lästige Sucherei vermeiden kann? Gibt’s vielleicht irgendwelche Geräte, die man durch unterschiedliche Tonsignale und/oder zusätzliche, optische Signale unterscheiden kann? Oder kriegt man inzwischen irgendwo auch wiederaufladbare 9-Volt-Batterien mit so geringer Selbstentladung, dass sie für diesen Zweck taugen? Dann könnte man die einfach turnusgemäß alle zwei Jahre in einem Aufwasch neu laden…

Apropos Akkus, nebenbei noch: die neuen Lithium-Mignons mit 1,5 Volt bewähren sich bei mir inzwischen für diverse Zwecke ganz hervorragend; peu a peu werden sie wohl die altbewährten Eneloops ersetzen. In der Mikro(AAA)-Version sind sie dagegen ein Flop: ein ganzes Dutzend dieser Akkus (von zwei verschiedenen Marken, mit zwei verschiedenen Ladegeräten) hat inzwischen schon nach wenigen Ladevorgängen die Nennspannung nicht mehr erreicht. Ich habe sie alle weggeschmissen.

Herzlichen Gruß,

Oh, ja, das Problem mit dem Piepen kenne ich auch zu gut. Dieses kurze, nervige Warnpiepsen treibt einen in den Wahnsinn, ist aber zu kurz, um es zu orten. Das hat mich auch schon gequält.

Wenn ich es partout nicht finde, habe ich zwei, drei Taktiken.

  • Eine ist, die Türen zuzumachen. Dann hört man besser, ob man im selben Raum ist.
  • Eine andere ist, mich genau unter den Melder zu stellen und zu warten, weil es mir leichter fällt, zu unterscheiden, ob ein Piepser genau von oben oder von anderswo kommt.
  • Licht ausmachen und gucken. Je nach Modell blitzt regelmäßig eine rote LED – aber nur, wenn alles in Ordnung ist. Wenn nicht, dann ist was faul.
  • Die haben normalerweise auch eine Test-Taste, und das Ding brüllt nicht mehr auf vollem Alarm, wenn man drückt und die Batterie faul ist.
  • Die brachiale Methode: Rauchmelder desselben Herstellers, Batterien derselben Sorte, alle gleichzeitig wechseln. Sobald der erste mit diesen Batteriewarnungen piept, gar nicht erst suchen, sondern einfach alle tauschen, egal welcher gepiept hat. Das spart die Suche sehr effektiv.

In der Berliner Wohnung hatte ich zunächst eigene Rauchmelder mit demselben Problem. Die Hausverwaltung hat mich davon aber erlöst, weil sie neue Rauchmelder eingebaut hat, als das Pflicht wurde, und dabei gleich 10-Jahres-Rauchmelder eingebaut hat, deren Batterie 10 Jahre hält und die dann komplett getauscht werden. Weil die Hausverwaltung bei solchen regelmäßigen Terminen total pingelig ist (auf die Woche genau 5 Jahre nach dem Einzug stand bei mir einer auf der Matte um zu prüfen, ob die Silikondichtungen im Bad noch frisch sind, und gleich kam noch einer hinterher, um alle Steckdosen sicherheitszuprüfen), werden die mit Sicherheit ersetzt werden, bevor die leer sind und auch piepsen.

Wenn einen das nervt könnte es sich also lohnen, in den sauren (teuren) Apfel zu beißen und sich 10-Jahres-Rauchmelder zu holen, die nach 10 Jahren einfach komplett ausgetauscht werden. Teurer, aber es piept nicht (oder nur alle 10 Jahre).

Eigentlich brüllt das nach Smarthome, aber ich habe noch keine Rauchmelder mit Smarthome-Anbindung gesehen. Ich hatte in Berlin welche, die vernetzt sind, damit im Brandfall gleich alle in der Wohnung angehen, aber das hat sich nicht bewährt, weil die nämlich außer der 9Volt-Batterie für den Rauchmelder noch drei AA-Batterien für den Funkteil brauchten und man dann noch viel mehr Batterien wechseln muss.