Wie und warum stürzte WTC 7 ein?
Weil mich gar so viele Leute fragen, was denn meine Auffassung davon wäre, wie bei 9/11 dieses Nebengebäude nach Stunden eingestürzt ist, obwohl es von keinem Flugzeug getroffen wurde.
Hier meine Antwort, damit endlich Ruhe ist.
Sie wird Euch aber ganz sicher nicht gefallen.
Eine ganze Reihe von Leuten fragen mich – in unterschiedlichem Tonfall, die Skala von freundlich und höflich bis fordernd unverschämt, wie ich denn erkläre, dass und wie das Gebäude WTC 7 eingestürzt sei, obwohl es von keinem Flugzeug getroffen wurde, und manche meinen, das sei nur durch eine Sprengung möglich gewesen.
Hier nun meine Antwort zu der Frage nach WTC 7.
Fehlende Zuständigkeit
Ich bin nicht dafür zuständig, es ist nicht meine Aufgabe und nicht meine Schuldigkeit, irgendwem zu erklären, was bei 9/11 wie und warum passiert ist.
Ich bin nicht der Pressesprecher und auch nicht der Justiziar des World Trade Centers oder der Port Authority, und in keiner Weise für die tätig.
Ich bin auch nicht Euer Papa, und schon gar nicht Eure Mutti.
Wie sollte ich dazu kommen, Euch eine Erklärung zu schulden?
Und wieso sollte ich vor der Wahl stehen, Euch entweder zuzustimmen oder das Gegenteil zu beweisen?
Wieso sollte ich dafür in irgendeiner Weise verantwortlich sein, Euer Weltbild geradezurücken? Eure Überzeugungen zu bügeln und sauber in den Schrank zu legen?
Ich hatte dasselbe schon neulich bei der Mondumrundung zur Mondlandung gesagt, denn der Spokesman der NASA bin ich auch nicht. Es ist nicht meine Angelegenheit, und auch nicht mein Problem, Eure Glaubensfragen geradezurücken. Ich bin kein Pfarrer. Was und woran Ihr glaubt, ob nun Gott, Mond oder 9/11, ist ganz allein Euer Problem. Das müsst Ihr ganz alleine lösen. Und wenn Ihr das mit dem Glauben ohne mich nicht schafft, dann kann, will und werde ich Euch dabei auch nicht helfen. Dann wäre mein einziger Ratschlag an Euch, das mit dem Glauben bleiben zu lassen, wenn Ihr es nicht alleine hinbekommt. Ich halte ohnehin nichts von dieser ganzen Herumglauberei.
Deshalb bin ich in Glaubenssachen auch inkompetent. Ich habe keine Erfahrung im Glauben. Das ist genau so, als würdet Ihr mich nach Wein- oder Whiskysorten fragen. Weiß ich nicht, trinke ich nicht, keine Erfahrung. Nicht mein Ding.
Schon die Forderung, WTC 7 zu erklären, schon die Auffassung, dass ich da in einer Bringschuld wäre, ist befremdlich. Was habe ich mit WTC 7 zu tun, dass ich das erklären müsste?
Warum soll ich das erklären (müssen)?
Wie und warum WTC 7 einstürzte
In dem Punkt bin ich mir sehr sicher: Ich weiß es nicht.
Woher auch? Ich habe mich nie damit befasst, es hat mich nie interessiert. Es ist mir weitgehend egal. Woher, zum Geier, sollte ich wissen können, was in WTC 7 passiert ist? Von irgendeinem lausigen Youtube-Video?
Oh, es ist nicht so, dass es mich gar nicht interessierte. Aber es interessiert mich nur so weit am Rande, dass es in meiner Prioritätenlisten so weit hinten steht, dass meine Lebenszeit nicht reicht, um mich damit noch irgendwann zu befassen. Anders gesagt: Bevor ich mich damit herumschlage, gehe ich lieber reisen, fotografieren, im Meer baden, kochen lernen, Pornos gucken, auf feministische Veranstaltungen.
WTC 7 ist für mich nicht wichtig. Das ist für mich Zeitverschwendung.
Ich bin aber auch sowas von meilenweit davon entfernt, mich damit befassen zu können, oder gar zu glauben, ich könne da irgendetwas aufklären:
- Ich habe nicht das Wissen und die Ausbildung, dazu etwas zu sagen. Ich habe davon nahezu keine Ahnung.
- Ich weiß auch nichts über das konkrete Gebäude und auch nichts, was da an diesem Tag passiert ist. Ich war nicht dabei und haben keinen Zugang zu Plänen, Trümmern, Zeugen.
- Ich bin auch kein Hellseher. (Im Gegenteil halten mich manche für einen Schwarzsseher.)
- Ich glaube nicht, dass man das von Deutschland aus klären kann.
- Ich glaube nicht, dass man das 25 Jahre später klären kann.
Ich bin mir deshalb sehr sicher, dass ich WTC 7 auch dann niemals klären und durchschauen würde, wenn ich es wollte und versuchte.
Ich weiß nicht nur nicht, wie WTC 7 eingestürzt ist, sondern ich kann auch ganz prima und entspannt mit der haushohen Gewissheit leben, dass ich es bis zu meinem Lebensende niemals wissen werde. Weil ich ganz sicher auch nicht der bin, der das aufklären wird.
Im Gegensatz zu den Leuten, die manisch alles „wissen“ und sich festlegen müssen, gibt es für mich die Kategorie „weiß ich nicht“, und ich kann prima damit leben, so vieles nicht zu wissen.
Und das Schöne am Nichtwissen ist, dass es einen vom natürlichen Drang befreit, alles besser als andere wissen zu wollen.
Warum kann ich das?
Sagen wir es so: Wer glaubt, überall mitschwätzen zu können und von allem Ahnung zu haben, der hat von gar nichts Ahnung, weil er den Unterschied zwischen Ahnung zu haben und keine Ahnung zu haben noch nie erlebt hat. Ich hatte zu Klima und Corona schon gesagt, dass ich dazu eigentlich nichts sagen kann, weil ich davon keine Ahnung habe. Manche Leute finden das unerträglich, weil man sich doch per Youtube aufschlauen könne und müsse. Ja. Kann man. Wenn man sehr, sehr geringe Anforderungen an „schlau“ stellt. Und noch nie mehr „schlau“ erlebt hat.
Also:
Meine Position zu WTC 7 ist, dass ich nicht weiß, wie und warum das eingestürzt ist, ich es wohl auch nie wissen werde, man es vermutlich auch nicht mehr herausfinden wird, und ich damit bestens leben kann.
Eine Nebenkonsequenz meiner Überzeugung ist, dass die Überlegung, warum ich es nicht herausfinden werde, für andere genauso gilt, sofern sie nicht einen außerordentlichen Wissensvorsprung haben. Ich halte es für weitgehend aussichts- und wertlos zu glauben, man könne das ohne Vorwissen von einem deutschen Sofa aus lösen.
Ich stehe nicht unter dem Zwang, mir ohne das nötige Wissen eine Erklärung für WTC 7 aus den Fingern saugen zu müssen.
Und deshalb habe ich gar keine Position zu WTC 7.
WTC 1 und 2 haben für mich immerhin Unterhaltungswert, weil es da technisch interessante Details gibt und ich mich für das Fliegen interessiere. WTC 7 ist für mich so uninteressant, dass es mir schier egal ist, was damit passiert ist.
Selbst wenn jetzt herauskäme, dass irgendwer das eigenmächtig gesprengt hätte, weil man es nicht mehr löschen konnte und Einsturzgefahr bestand, um das Gelände begehbar zu machen und an WTC 1 und 2 zu kommen – besser Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende, lieber Haus kaputt als weitere Tote, es würde meiner Vorgehensweise nämlich durchaus entsprechen, in der Situation ein paar Stunden nach Einsturz WTC 1 und 2 die Situation zu bereinigen, indem man ein evakuliertes, einsturzgefährdetes und die Rettungsmannschaften gefährdendes Haus sprengt, also ich hätte es gesprengt – würde mich das weder überraschen, noch irgendwie jucken. Im Gegenteil: Vermutlich hätte man es sprengen müssen, wenn es nicht eingestürzt wäre. Was sonst hätte man damit tun sollen?
Insofern fehlt mir schon das Verständnis dafür, was denn überhaupt so weltbewegend daran sein sollte, wenn es gesprengt worden wäre. Ich halte Sprengen sogar für die einzig vernünftige und technisch-militärisch vertretbare Weise, in so einer Situation in einer so dicht bebauten Stadt bei Zusammenbruch der Wasserversorgung mit einer einsturzgefährdeten dauerbrennenden Hochhausruine umzugehen, wenn man gerade die Hälfte seiner Feuerwehrleute verloren hat und die andere Hälfte völlig am Ende ist. Selbst wenn es sich nachweisen ließe, dass WTC 7 gesprengt worden wäre, hielte ich das für eine nahezu wertlose Nullaussage. Das Einzige, was mir dazu dann einfiele wäre „Richtig gemacht!“. Dann hat es eben jemand gesprengt, der die Situation richtig eingeschätzt hat. Na, und? Wie kann man seine Lebenszeit in so einen Schwachsinn versenken?
Es würde mich nicht einmal wundern, wenn es zu den Löschplänen der Feuerwehr, des Militärs oder eines Krisenstabes gehörte, Gebäude im Notfall (Terror usw.), wenn man sie nicht mehr löschen kann, zu sprengen, bevor sie andere gefährden oder zur Dauerfackel werden. „Take Down“ gehört zu der normalen Notfalldoktrin in den USA. Wenn die einen Verbrecher erschießen, nennen die das „down“. Wer gefährdet, wird umgelegt. Was am Boden ist, ist sicher. Vielleicht haben die sogar Sprengstoff in Bereitschaft, um im Falle eines Brandes eines Wolkenkratzers das Ding runterzuholen, bevor es andere Gebäude beschädigt. Was denn sonst hätte man mit diesem Gebäude in der Situation machen sollen?
Wer weiß? Vielleicht hatten ja sogar WTC 1 und 2 Sollbruchstellen. Es ging zu schnell, aber die Port Authority sagte ja, dass die Dinger für die Baugenehmigung so entworfen worden waren, dass sie nicht auf andere Gebäude kippen dürfen und können. Das sah aber durchaus danach aus, dass in beiden Türmen die Teile oberhalb der Bruchstellen abbrechen und auf andere Gebäudeteile fallen könnten. Vielleicht sind diese Sollbruchstellen von Selbst aktiv geworden. Oder jemand hat sie ausgelöst, bevor es eine Kettenreaktion gab. WTC war unlöschbar. Was also wäre, wenn es Euch jemals gelänge, nachzuweisen, dass die Gebäude gesprengt wurden? Es wäre einfach gar nichts, denn es würde nichts bedeuten, außer dass jemand militärisch gedacht und die Katastrophe begrenzt und beendet hat. Ihr habt Euch da in einen Blödsinn verrannt. Als hättet Ihr das 97. Geschlecht.
Könnt Ihr Euch noch an Chesley Sullenberger erinnern? Der Pilot, der das Flugzeug im Hudson gewassert hat? Der hat auch in einer Notsituation schnell, entschieden, rigoros – und genau richtig gehandelt. Und trotzdem hat man ihn beschimpft, angeklagt, gedemütigt, als unfähig hingestellt, weil es ein Heer von Besserwissern gibt. Vielleicht hat man es einfach nicht an die große Glocke gehängt, dass man das Ding in der Not gesprengt hat? Es gibt reichlich Leute mit viel Ahnung, die eine Sprengung ausschließen.
Sollen sich die damit herumschlagen, die – im Gegensatz zu mir – vor Ort sind, Zugang zu Sachen und Unterlagen haben, und vor allem Ahnung davon haben. Wenn dabei etwas herauskommt, schaue ich es mir an, aber mehr mache ich da nicht. Ich habe Wichtigeres zu tun.
Und deshalb glaube ich auch nicht, dass es irgendwer von den WTC-Verschwörungstheoretikern herausfinden würde. Denn wer schon so wenig Ahnung hat, dass er nicht darauf kommt, dass in einer solchen Krisensituation mit Ausfall von Feuerwehr und Löschwasser es eine konsequente Reaktion wäre, die Bude zu sprengen, um die Gefahr loszuwerden und das Gelände zugänglich zu machen, und es deshalb einfach gar nichts bedeutete, wenn das Gebäude gesprengt worden wäre, der ist schlicht nicht befähigt, irgendetwas herauszufinden.
Ihr werdet niemals herausfinden, was passiert ist. Und selbst wenn, könntet Ihr damit nichts anfangen. Ihr leidet an maßloser Selbstüberschätzung, an Größenwahn. Als ob die Welt und die USA darauf gewartet hätte, dass Ihr Sofa-Genies kommt und ihnen erklärt, was passiert ist. Wer so an die Sache herangeht, wie Ihr, wird niemals etwas herausfinden. Also sucht Euch etwas in Eurer Kragenweite. Kehrt mal den Fußweg oder mäht den Rasen. Macht das Bad oder die Küche sauber.
Ich hoffe, damit ist meine Position zum Einsturz WTC 7 geklärt – ich habe keine und will auch keine.