Ansichten eines Informatikers

Kernkraftwerke bauen

Hadmut
13.9.2026 17:16

Ein Leser erinnert mich an etwas.

Ich hatte mal die These aufgestellt, dass die Kernkraftwerke weg mussten, weil es geplant und vorhersehbar war, dass die Republik von unten bis oben durchverblödet und das generelle intellektuelle Niveau massiv abgesenkt wird. Wir können uns Kernkraftwerke schon intellektuell nicht mehr leisten, weil wir die Sorte von „Fachkräften“, wie man sie für Kernkraftwerke braucht, nicht mehr herstellen können. Bei Homer Simpson hat man das Problem schon zum Thema gemacht, der arbeitet ja auch im Kernkraftwerk. Windräder dagegen können nicht viel mehr als brennen oder umfallen.

Und ich hatte über den BER geschrieben, dass wir keinen Flughafen mehr hinbekommen. Dass man damals die Möglichkeit hatte, sich den Flughafen von einem Baukonzern hinstellen zu lassen, der weiß, wie das geht und Flughäfen bauen kann, aber meinte, man könnte das als Politiker ohne Berufserfahrung einfach besser und billiger, und hat das dann komplett durchvermurkst, indem man den Flughafen von lauter kleinen Firmen hat bauen lassen, die weder Ahnung hatten, noch koopierierten. Ich hatte das mal beschrieben, dass da jeder nur sein Pflichtenheft abgehandelt hat, aber sich niemand darum kümmerte, ob es dann zusammen funktioniert oder flughafent. Und jetzt flughafent es eben nur auf Murksniveau.

Ähnliche Berichte bekommt man von Stuttgart21.

Wir mussten schon deshalb aus der Kernkraft aussteigen, weil die Zeit, in der wir Kernkraftwerke bauen konnten, einfach vorbei ist. Der Peak Bildung und Peak Ingenieurwesen liegen hinter uns, jetzt wird es finster. Lesen und Rechnen sind schon Probleme. Wie sollten wir je wieder in der Lage sein, zuverlässig funktionierendes Kernkraftwerk zu bauen? Ich habe 1998 bis 2002 ein Kernkraftwerk abgesichert und von innen gesehen. Ich glaube nicht, dass ein Land, das BER und Stuttgart21 verbrochen hat, so etwas noch hinbekäme.

Dazu schickt mir ein Leser jetzt das:

Mir geht schon länger die Frage durch den Kopf, ob Feminismus, Frauenförderung, Frauenquote, Klimaschutz, e-Autos und so weiter, aber auch der ganze Deindustrialisierungsterror, letztlich den Zweck hatten, die Komplexität des Landes zu senken. Es heißt ja immer, dass ein E-Auto viel einfacher aufgebaut sei, weniger Teile habe, weniger Fachkräfte brauche, besser von Robotern gebaut werden könne als ein Verbrenner.

Ich war doch mal auf einer Tour durch Südafrika und dabei auch in Lesotho. Lesotho ist bettelarm und hat kaum Infrastruktur. Die Lodge, auf der wir übernachteten, hatte einen hochmodernen Akku-Raum und eine riesige Solaranlage, damit alle Gäste-Zimmer tagsüber etwas Strom hatten, aber von Mitternacht bis 6 Uhr morgens galt, dass man mit der Kerze aufs Klo musste. Ich hatte mich verblüfft geäußert, dass sie in dem altertümlichen Gebäude einen so hochmodernen und tadellosen, sauber aufgebauten Rechner-, Steuerungs- und Akkuraum hatten, der überhaupt nicht zum Rest passte sondern auf dem Stand eines modernen Rechenzentrums war, aber sie sagten, das hätte man alles mühsam aus Südafrika herangeschafft habe. Auch Lesotho wolle Häuser elektrifizieren, könne sich das aber nicht leisten, verteile nur kleine Akkufunzeln mit kleiner Solarzelle (so etwas gab es damals bei IKEA ab 5 Euro), damit die Schulkinder auch bei Dunkelheit noch Hausaufgaben machen könnten, aber das technische Ziel sei, auf jede Lehmhütte oben eine Solarzelle aufs Dach zu pappen und einen Akku reinzustellen, damit jeder Haushalt zumindest genug Strom habe, um Licht zu haben, ein Handy zu laden, und vielleicht einen Fernseher oder ein Radio zu betreiben. Das sei ein finanziell realistisches, wenn auch langfristiges und schwieriges Ziel. Kabel zu verlegen sei völlig unrealistisch. Das müsse alles dezentral bleiben.

Manchmal frage ich mich, ob der ganze Klima- und Balkonkraftwerkkram darauf hinausläuft, auch Deutschland vorsorglich auf eine solche Einfachinfrastruktur umzubauen.