Heute vor 20 Jahren …
erschien mein erster Blogartikel.
Damit habe ich mein drittes rundes Jubiläum in diesem Jahr. 30.000 Blogartikel, 60. Geburtstag und nun 20 Jahre Blog. Dafür ist jetzt wieder einige Zeit Ruhe.
Das hätte ich mir damals nicht vorstellen können, dass das so lange hält und so viel wird. Ich hatte das nur für eine Art Softwaretest gehalten, mal ausprobieren. In der Schule war Aufsatzschreiben so gar nicht mein Ding, das habe ich immer gehasst, wie die Pest. Aber, wenn ich so darüber nachdenke, nicht so sehr das Schreiben selbst, sondern die darauffolgende Auseinandersetzung mit dem Lehrer, der das ganz anders sah und schlecht fand.
Naja, nun ist das ein großer Haufen geworden.
Eigentlich wollte ich das Blog längst schon verändert haben, seit über 5 Jahren nun schleppe ich die Absicht und die Pläne mit mir herum, WordPress endlich zu ersetzen. Und hätte das auch längst getan, wenn ich nicht seit 5 Jahren ebenfalls mit Rechtskram und anderen linken Angriffen überschüttete würde und mich mehr mit dem Ärger herumschlagen muss, den das Blog macht, als mit dem Schreiben des Blogs selbst. Schon lange hätte das Blog überarbeitet und das Erscheinungsbild aufgefrischt werden müssen, aber mach mal, wenn man ständig Termine, Fristen, Schriftsätze schreiben muss, um sich mit 7 bis 8 verschiedenen Gerichten (Amtsgericht, Landgericht, Bundesverfassungsgericht Strafrecht, Landgericht, Kammergericht, Bundesverfassungsgericht Zivilrecht, Finanzgericht, Verwaltungsgericht) herumzuschlagen, und die Sache ist noch nicht fertig. Und dann soll man daneben noch ein Blog führen.
Die Wahrnehmung hat sich verändert.
Vor zehn Jahren haben die Leute besonders meine langen Blogartikel geradezu gefressen. Ein Kollege kam mal zu mir ins Büro und sagte, dass morgens im Zug zur Arbeit allein in dem Wagen, in dem er saß, ein halbes Dutzend Leute mit meinem Blog auf dem Handy gesehen hatte. Das funktioniert so aber nicht mehr. Lesen ist nicht mehr so angesagt bei den Jungen. Der Fokus liegt auf kurzen, bebilderten Artikeln, Videos, Podcasts. Entweder kurze Aufmerksamkeitsspanne, weil das Arbeiten (=Lesen) schnell nachlässt, oder Berieselung durch Zuhören. Schreiben spielt heute eine deutlich geringere Rolle als früher, heute braucht es Multimedia mit vielen Reizen in kurzen Häppchen.
Das steht auf den ersten Blick in einem gewissen Widerspruch dazu, dass die Vorfälle, die Vorgänge immer komplexer, komplizierter werden und man eigentlich immer genauer und ausführlicher erklären müsste, um mitzuteilen, was es zu sagen gibt, wenn man will, dass der Leser versteht, was Sache ist. Immer mehr Leser wollen das aber gar nicht. Immer mehr Leser wollen einfach nur mitgeteilt bekommen, was sie von der Causa X halten sollen, und sie nicht verstehen oder nachvollziehen.
Das ist paradox. Denn normalerweise kritisiert man ja den Rundfunk für seine Hybris und Rundfunkauftragsverletzung, dass er nicht nur informiert, sondern auch „einordnet“ und das missbraucht. Es gibt aber Leute, und deren Zahl steigt nach meinem Eindruck, die nicht informiert werden wollen, sondern kurz und bündig gesagt bekommen wollen, was sie davon zu halten haben. Kann man machen. Will ich aber nicht.
Und dann gibt es eine ebenso wachsende Zahl von Lesern, die ein festes Weltbild haben, und eigentlich gar nichts anderes mehr wollen, als in diesem Weltbild ständig und immer wieder bestätigt zu werden. Also letztlich Rudelpflege betreiben.
Oh, und dann gibt es noch die richtig guten Leser, die nützliche Informationen schicken, interessante Kommentare, auch auf Fehler hinweisen, die nun mal vorkommen, ohne die ich nicht auskäme. Vielen, vielen, lieben Dank an dieser Stelle, ohne Euch geht es nicht. Das Blog ist eben auch eine Art Crowdsourcing. Doch allzu oft erwähnen die guten Leser, dass sie in meinem Alter oder älter sind. Auf deutsch, dass es sie in 10, spätestens 20, 25 Jahren dann nicht mehr geben wird. Und mir ist ja auch schon ganz modrig zumute. Ich denke deshalb nicht, dass das Blog auch noch sein 30. Jubiläum erleben wird, obwohl man das ja nie weiß. Ich hätte ja auch nicht gedacht, dass ich 10 und 20 Jahre erreiche.
Andererseits geht mir natürlich die Frage durch den Kopf, ob nicht auch etwas fehlt, wenn das Blog über Jahrzehnte unverändert besteht. Denn natürlich habe ich neue Softwareversionen installiert, aber faktisch unterscheidet sich das Blog in seiner Struktur und Methodik überhaupt nicht von dem Zustand bei seinem Start vor 20 Jahren, bis auf den Umstand, dass ich die Kommentare vor Jahren abgeschaltet habe, weil die Angriffsfläche zu groß wurde und ich jeden Tag Stunden mit der Moderation verbracht habe – Zeit, die ich dann auch nicht mehr hatte.
Eine ganz zentrale Frage ist, wie sich die Kommunikationsstruktur weiterentwickeln sollte und könnte.
Das ist aber keine einfache Frage. Gehypte Medien wie Mastodon oder Bluesky haben alle ihren Bauchplatscher hingelegt, X ist gerade am vertrocknen und vermüllen, und sollte es nicht ein ganz großartiges neues ausweisprüfendes EU-Medium geben? Zu dem ich nicht einmal negative Kommentare finde, sondern schlicht gar keine Erwähnung seit der Ankündigung, und mir gerade nicht einmal mehr der Name einfällt? Irgendwas mit M-? So ähnlich wie Gaia-X, was auch die tolle EU-Cloud werden sollte, und wovon man auch nichts mehr hörte, jedenfalls ich nicht?
Und was ist mit der Zensur und den Angriffen auf Kritiker?
Die letzten 5 Jahre waren schlimm. Aber lässt das jetzt wieder nach, weil man damit offenbar das Gegenteil dessen bewirkt hat, was man bewirken wollte? Der Kanzler hatte ja gesagt, er wolle die AfD halbieren. Resultat: AfD verdoppelt, CDU halbiert. Es scheint da gerade so etwas wie ein Zurückrudern zu geben, weil sich gezeigt hat, dass Zensur, Angriffe, Brandmauer und sowas alles nicht nur nicht mehr wirken, sondern sogar kontraproduktiv sind, weil die Leute die Schnauze voll haben.
Ich hätte einige Themen, die von ihrer Komplexität das Schreiben eines Buches erforderten. Eigentlich hätte ich Material für drei, vier Bücher auf Lager. Doch lohnen sich Bücher noch?
Es wird eine interessante Frage der nächste Zeit werden, wie die zukünftige Kommunikation aussieht.
Vielleicht werde ich weiterhin Blogartikel schreiben, die aber nicht mehr veröffentlichen, sondern mir von der KI und einem Avatar jeweils Nachrichtensendungen, Podcasts, politische Journale, Talkshow-Diskussionen dazu synthetisieren lassen, damit es aussieht wie Fernsehen.
Was mich daran erinnert, dass ich vor inzwischen 5 Jahren, als ich aus der Firma ausgeschieden bin (kommt mir vor wie vorgestern, aber es sind schon wieder 5 Jahre rum, Junge, wie die Zeit vergeht) eigentlich vor hatte, den ganzen politischen Quatsch aufzugeben und ein Reiseblog zu machen. Ist nichts draus geworden. Dieser Politkrampf hat mich voll in Beschlag genommen.
Widmen wir uns also in Zukunft – auch – der Frage, wie die Kommunikation in 5 Jahren aussehen wird.
Oder ob es überhaupt noch eine geben wird. Ob die EU sie verbietet oder unterdrückt. Ob das Koma von Bluesky und Mastodon nur Vorboten sind, dass die große Zeit der Social Media, die durch das „Web 2.0“, Schlagwort aus dem Jahr 2003, eingeleitet wurde, einfach vorbei ist, und wir genug Zeit damit vergeudet haben?
Kommt jetzt die Zeit der KI? Ersetzt die KI alle Medien?
Oder kommt die Zeit der Wüste? Weil wir als Gesellschaft durch Migration zerbröseln, balkanisiert werden, und keine gemeinsame Sprache mehr haben, während die Sprachen, die noch existieren, immer simpler und unterkomplexer werden, die nötigen Sachverhalte also nicht mehr erfassen und beschreiben können?
Wir werden sehen.
Kommt die Nachrichtenleere?
Kommt jetzt die große Nachrichtenleere?
Machen wir uns nichts vor: Ein wesentlicher Faktor, der mein Blog groß und bekannt gemacht hat, waren Feminismus und Gender Studies, die so herrlich blöd, korrupt, verlogen waren, dass man darüber relativ leicht prächtigen Spott schreiben konnte. Deren blanke Dummheit und Kriminalität waren lange Zeit Treibstoff für mein Blog.
Aber das hat längst nachgelassen. Viele sagen ja, Woke ist aus. Ich hatte das ja neulich schon beschrieben: Jahrelang war die Friedrich-Ebert-Stiftung die Oberklapsmühle der Gender-Spinner, nichts zu blöd, und als die SPD bei 20% angekommen war, gab es da nur noch Wundenlecken und Altfeministinnen, die sich nicht nur gesittet benahmen und mich sprechen und sogar ausreden ließen, sondern mir auch noch zustimmten. Hallo? Wie soll ich noch großartig bloggen können, wenn sogar SPD-Feministinnen mir zustimmen?
Und der 44%-Schock aus Sachsen-Anhalt dürfte ziemlich gewirkt haben. Es mehren sich die Anzeichen, dass man in vielen Medien und Parteien gemerkt hat, dass das dumme, aggressive Rumgelinkse sie nicht mehr trägt. Wenn die AfD über 44% jubelt, und die SPD darüber, es überhaupt nochmal rein geschafft zu haben. Und die CDU einfach abstürzt.
Es dürfte recht deutlich sein, dass die bisherige politische Lage einfach vorbei ist, und damit auch ein bisheriges Haupttreibstoffthema meines Blogs.
Aber was kommt jetzt?
Kommt jetzt eine Phase der Ruhe und Berappelung?
Oder kommt jetzt die neue Phase der Islamisierung? Bei der man gleich umgelegt und enthauptet wird, wenn man ein falsches Wort schreibt?
Kommt die große EU-Zensur, unter der es so etwas wie Blogs gar nicht mehr geben kann?
Oder kommt jetzt erst einmal eine politische Stille, in der die sich alle zurückziehen und ihre Pläne neu machen müssen, und es dann erst einmal gar nichts mehr zu kommentieren gibt? Einfach Funkstille?
Oder gehen wir als Staat einfach pleite und fertig? Gibt es uns in 5 Jahren einfach nicht mehr?
Wir werden sehen.
Und vielleicht sehen wir nichts.
Und vielen Dank an die Leserin, die mir schon gestern zum Jubiläum gratuliert hat. Tatsächlich war gestern vor 20 Jahren schon die erste Inschrift im Blog, aber das war nur ein Satz im „About“, nur ein Test. Richtig los ging es erst mit dem oben verlinkten Artikel.