Equal Earth
Triumpf der Blöden in der Geographie.
Oh, das Thema hatte ich auch schon so oft im Blog: Woke und „gerechte“ Landkarten.
Alle schimpfen sie auf den Kartografen Gerhard Mercator, weil dessen Landkarten, die nach ihm benannten Mercator-Karten, eine Zylinerprojektion, verzerrten, ungerecht seien. Er sei halt alter, weißer Mann und Rassist gewesen.
Die Dummen regieren die Welt.
Dass es damals „Gerechtigkeit“ noch gar nicht gab, sondern Mercator ein Problem lösen musste, nämlich winkeltreue Karten herzustellen, weil man nur mit denen nach Kompass navigieren konnte, weil ein Kompass (von der magnetischen Missweisung mal abgesehen) als Kurs immer den Winkel zum Meridian anzeigt, und man mit so einer Mercatorkarte faktisch einen Analogrechner zur Berechnung einer Loxodrome darstellt, mit dem man zwar nicht den kürzesten, aber einen mit konstantem Kompass-Kurs navigierbaren Weg ermitteln kann, und es nicht um ein Gerechtogramm geht – kapieren die sowieso nicht.
Fragt mal Woke nach dem Unterschied zwischen einer Orthodrome und eine Loxodrome. Die werden antworten, dass sie binäre Geschlechterordnungen ablehnen und jeder sein könne, was er wolle. Und vom Nordpol zum Südpol ist es ja auch nur eine Armlänge, wie Leser meines Blogs wissen. Man muss den Arm nur meridian herunterbaumeln lassen, dann findet er das Ziel von selbst. Wozu noch Navigation?
Zugegeben, die Mercator-Karte hat ihre Schuldigkeit getan, wir brauchen sie im Zeitalter von GPS und Computern nicht mehr, weil wir damit keine Loxodrome, sondern Orthodrome fahren und fliegen können, aber nicht mal das noch mehr tun, weil wir a) auch Winde und Strömungen berücksichtigen, b) Kriege und Ölpreise beachten müssen und es c) längst feste Routen und Straßen gibt. Die Frage ist aber: Was brauchen wir überhaupt?
Wieviele dieser woken Gerechtigkeitskrieger sind – mangels Schulbildung, die ja nur noch „Kompetenzen“ erfordert, also die Fähigkeit, alles und jeden der Woke-Ketzerei zu beschuldigen – in der Lage einzusehen, dass es so etwas wie eine gerechte Landkarte gar nicht geben kann, weil es einfach keine Projektion einer Kugeloberfläche in die Ebene des Papiers gibt, die gleichzeitig geraden-, winkel- und flächentreu ist?
Dass die einzig gerechte „Landkarte“ ein Globus ist, und selbst den schon welche beschimpfen, weil der Nordpol oben ist und der Südpol diskriminiert werde?
Außerdem ist ein Globus so schrecklich analog, so Generation Boomer, weil man den nicht auf dem iPhone darstellen kann, das iPhone ist halt flach. Deshalb muss eine gerechte, aber flache, also bildschirmige Karte her.
Das Fachblatt für Kartographie, Geodäsie und Gerechtigkeit, die BILD, berichtet:
New York – Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat dafür gestimmt, die traditionelle Weltkarte durch eine neue Version zu ersetzen, die die Größe Afrikas präziser darstellt. Für die von Togo eingebrachte und von Mitgliedern der Afrikanischen Union unterstützte Resolution „Correct the map“ votierten 164 Staaten, 6 Länder enthielten sich, die USA stimmten als einzige Nation dagegen. Das Abstimmungsergebnis ist nicht bindend, soll aber weltweit zu Änderungen an Karten führen.
Die bis heute international am häufigsten verwendete Weltkarte beruht auf der sogenannten Mercator-Projektion. Diese wurde laut Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) im Jahr 1569 von dem Kartographen Gerardus Mercator für die Seefahrt entwickelt. Damals wusste man, dass sie die Größe der Länder nicht flächentreu darstellt, sondern verzerrt. In manchen Entwürfen erscheint Grönland beispielsweise so groß wie der gesamte Kontinent Afrika. Betrachtet man hingegen einen Globus, fällt auf: Afrika ist um ein Vielfaches größer – die Fläche des Kontinents ist demnach fast 14-mal so groß wie die von Grönland.
Das Problem dieser Karte ist die Verzerrung von Flächen: Diese werden bei der üblichen Projektion umso größer, je weiter sie vom Äquator entfernt liegen. Schließlich wird die dreidimensionale Erde, die eigentlich fast kugelförmig ist, auf eine zweidimensionale, rechteckige Fläche projiziert.
Der Außenminister Togos, Robert Dussey, schrieb nach der Abstimmung auf der Plattform X: „Historischer Moment: Die Welt hat sich für eine Korrektur der Karte entschieden.“ Die Entscheidung gehe weit über reine Kartographie hinaus. „Es geht um Gerechtigkeit, Würde, Gleichberechtigung und darum, wie wir unsere Welt darstellen.“ Zu lange hätten überlieferte kartografische Darstellungen die Wahrnehmung der tatsächlichen Größe Afrikas und anderer Regionen der Welt verzerrt. „Die Karte zu korrigieren bedeutet, die Art und Weise zu korrigieren, wie wir die Welt sehen.“
Wie gut, dass wir Baerbock in der Generalversammlung und große Seefahrernationen wie Togo haben.
Die USA lehnten die Resolution als einziges Land ab. Sie bezeichneten die Initiative als Teil eines radikalen ideologischen Projekts. Die Resolution verbietet die Mercator-Projektionen zwar nicht, ruft Regierungen, Schulen, internationale Organisationen und Technologieunternehmen aber dazu auf, die „Equal Earth“-Projektion und andere flächengetreue Karten zu verwenden, wenn es auf relative Größenverhältnisse ankommt.
Der französische Außenminister Jean-Noel Barrot kündigte am Freitag an, dass sein Land die Mercator-Projektion aufgeben wird. Stattdessen sollen Darstellungen verwendet werden, die die Größe der Länder genauer wiedergeben. Das berichtete France 24.
Die BILD liefert sogar eine Beispielkarte und gibt als Quellenangabe „Handout/AFP“ an:

Die Equal-Earth-Kartenprojektion ist eine pseudozylindrische Weltkartenprojektion, die im Jahr 2018 von Bojan Šavrič, Bernhard Jenny und Tom Patterson erfunden wurde. Wie bei der Robinson-Projektion ist Norden oben und der Nullmeridian in der Mitte dargestellt. Anders als diese behält die Equal-Earth-Projektion die relativen Flächengrößen. Die Größenverhältnisse dieser Projektion sind leicht umzusetzen und schnell zu bewerten.[1]
Die Besonderheiten der Equal-Earth-Projektion umfassen:[2][3]
- Die gekrümmten Seiten der Projektion lassen die Kugelform der Erde erkennen.
- Horizontale Breitengrade erleichtern den Vergleich, wie weit Orte nördlich oder südlich vom Äquator liegen.
- Die Meridiane bzw. Längengrade sind entlang jeder Breitengradlinie gleichmäßig verteilt.
- Software zur Darstellung der Projektion ist leicht zu erstellen und auszuführen.
Laut den Entwicklern wurde die Projektion als Reaktion auf die Entscheidung der öffentlichen Schulen in Boston entwickelt, im März 2017 die Gall-Peters-Projektion für Weltkarten einzuführen, um die relativen Größen der äquatorialen und nichtäquatorialen Regionen genau darzustellen. Diese Entscheidung löste in der Welt der Kartografie Kontroversen aus, da diese Projektion zu extremen Verzerrungen in den Polarregionen führt.
Wurde also als geringeres Übel erfunden.
Ich halte die auch nicht für gut, weil Afrika darauf viel zu schmal und Australien schief aussieht, und Neuseeland diskriminiert wird. Das Problem ist in der Ebene nun einmal nicht zu lösen, man kommt am Globus nicht vorbei. Aber wenn es die Wissenschaftsnation Togo nun mal so will … Ihr könnt ja mal versuchen, auf dieser Karte Togo zu finden und Euch darüber zu erfreuen, dass es endlich gerecht dargestellt wird, und wie groß dieses Königreich ist, dessentwillen wir nun die Landkarten und Schulatlanten neu drucken müssen.
Das Positive
Die Sache hat auch positive Seiten.
Vielleicht kapieren wenigstens ein paar Politiker endlich mal, dass wir nicht die Flüchtlinge aus Afrika und Nahost aufnehmen können, wenn ihnen Deutschland, Europa und Afrika endlich mal flächenproportional dargestellt werden.
Und man sieht dann auch endlich mal, wie erbärmlich wenig Afrika wirtschaftlich leistet. Vergleicht mal die Exporte des winzigen Deutschlands mit der Exportleistung von ganz Afrika.
Will sagen: Wäre ich afrikanischer Politiker, hätte ich das Maul nicht so weit aufgerissen, sondern wäre eigentlich ganz froh darüber, dass Afrika auf der Mercator-Karte zu klein dargestellt wird. Dann sieht nämlich die Wirtschaftsleistung nicht so peinlich-lächerlich gering aus.
Oder auch solche Dinge wie Zahl der Erfindungen oder Nobelpreise im Verhältnis zur Größe. Übrigens auch im Verhältnis Deutschland-USA.
Dann dämmert vielleicht einigen, was für eine Leistung das war, dass das winzige, auf der Karte kaum auszumachende Deutschland lange Jahre Exportweltmeister war. Und warum man es zerstören musste. Warum man es so leicht der Migration opfert.
Vielleicht sollte man diese Landkarte auch allen Afrikanern und Arabern mal zeigen. Ihr wollt alle nach Deutschland? Schaut Euch mal an, wie winzig das ist.
Und man könnte es mal jenen Politikern der Sorte „Wir haben Platz!“ zeigen.