Ich hab den Beruf verfehlt …
Linker Youtuber hätt’ ich werden sollen:
Ein Linker meinte zu mir nach dem Campact-Werbe-Boykott gerade: Tja, als linker YouTuber könntest Du Zehntausende durch Werbung verdienen. Als AfD-Fanboy musst Du froh sein, wenn Oma Erna Dir 20€ spendet, weil keiner bei Dir werben will. Du hast Dich für die falsche Seite…
— Neverforgetniki (@nikitheblogger) September 2, 2026
„Tja, als linker YouTuber könntest Du Zehntausende durch Werbung verdienen.“
Dass die Werbeunternehmen Geldwäscher der Politik sind und Werbeschaltungen – auch durch die Regierung selbst, als ob ein Ministerium für sich Werbung machen müsste – in Wirklichkeit nur geldgewaschene getarnte Zuwendungen sind, hatte ich schon vor Jahren beschrieben.
Ist die Werbeindustrie zu großen Teilen ein Netzwerk getarnter Zuwendungen aus der Politik an konforme Medien?
Beachtlicherweise sagen ja viele Verlage, dass sie nicht aus Verkäufen, sondern fast nur noch aus Werbeeinnahmen leben, und dass die Verkäufe kaum kostendeckend sind, dass sie Auflagen nur noch deshalb machen, um die Werbeeinnahmen hochzutreiben? Früher gab es ja bei Flügen (vor allem Air Berlin) ganze Regale voller Zeitungen und Zeitschriften, aus denen man sich beim Einsteigen bedienen konnte, und bei manchen Fluglinien teilte die Cabin Crew früher stapelweise kostenlose Zeitschriften aus. Damals habe ich immer den Playboy gelesen, für den ich kein Geld ausgeben würde, und den man für das Verteilen sogar extra mit (über ein Jahr immer gleichen) tittenfreien Schutzumschlägen verteilt hatte. Ein Sitznachbar, der mir beim Playboy-Lesen mal zugesehen hatte, ist bald ausgeflippt: Er hat den nie mitgenommen, weil er immer dachte, das sei immer dieselbe Ausgabe, die er schon kennt. Jetzt ärgere er sich, weil er seit Januar den ganzen Jahrgang versäumt habe, weil er nicht gemerkt habe, dass im immer gleichen Schutzumschlag die jeweils aktuelle Ausgabe stecke.
Kurioserweise haben die Zeitschriften, die ich mir vor dem Abflug am Gate kostenlos aus dem Zeitschriftenregal nehmen konnte, in der Summe manchmal mehr gekostet als das Flugticket.
Ich habe mich lange gefragt, was das soll, warum die Fluglinien so etwas bezahlen, habe dann aber herausgefunden, dass sie das keineswegs bezahlen, sondern kostenlos bekommen oder selbst dafür bezahlt werden, weil sie damit die Auflage steigern.
Als ich noch in/bei München gewohnt habe, habe ich mich oft gewundert, warum in München so viele Zeitungsständer herumstehen, aus denen man sich die Zeitung nehmen kann, und in einen Schlitz Geld einwerfen soll, die Zeitung aber auch einfach so nehmen (=stehlen) kann. Lösung: Unverkaufte Exemplare, die wieder eingesammelt werden, werden nicht auf die Auflage angerechnet, die die Werbepreise bestimmt. Gestohlene schon. Den Verlagen ist es daher lieber, dass man die Zeitung klaut, als dass man sie gar nicht nimmt.
Seit einiger Zeit habe ich ein Abo bei „readly“.
Weil ich eben häufig im Flieger sitze und man auf readly jede Menge Tageszeitungen, Fotozeitschriften (auch international), Wochenmagazine, Linux-Zeitschriften und und und lesen kann. Wenn man häufig Reisezeiten hat und unterwegs lesen will, lohnt sich das echt. Sogar die Heise-Zeitschriften findet man da. Alle Fotozeitschriften, die ich früher mal gelesen und im Abo hatte, außer Photographie (leider), finde ich inzwische für umme auf Readly, sogar noch jede Menge aus dem Ausland.
Auch da habe ich mich gefragt, wie sich das rechnen kann, denn für das Abo zahle ich nur etwas mehr als man im Laden für eine Zeitschrift ausgeben würde, kann dafür dann aber 40, 50, 60 lesen (falls mir danach ist, ist aber eher was für im Flieger oder am Strand rumliegen). Wieviele Cent Anteil können die dafür bekommen?
Gut, nun haben sie auch praktisch keine Herstellungs- und Vertriebskosten mehr. Man muss ja nun auch abziehen, dass sie keine Kosten mehr für Papier, Druck, Spedition, Kiosk/Versand, Entsorgung der Restexemplare haben. Heise hat das ja in der Corona-Krise mal deutlich beschrieben, wie schwer es für sie geworden ist, geeignetes Papier aufzutreiben, und sich dafür entschuldigt haben, dass einige Ausgaben der c’t damals auf schlechtem Papier gedruckt worden waren – sie haben einfach auf dem Markt kein besseres auftreiben können.
Und: Wann habt Ihr das letzte Mal gesehen, dass jemand am Bahnhof oder Flughafen eine Zeitschrift gekauft hat? Früher bin ich nicht unter drei gekaufte oder geschenkte Zeitschriften in den Flieger gestiegen. Heute habe ich 30 Downloads auf der Tablet-App.
Lange Zeit hat sich der Heise-Verlag geweigert, einem die Zeitschriften nicht zuzuschicken. Ich hatte früher Abos mit Digitalzugang, die Zeitschriften aber immer nur Online gelesen, und mich dann darüber geärgert, dass der Briefkasten, wenn ich aus dem Ausland zurückkam, mit Zeitschriften zugedonnert war und wichtige Briefe dann zerrissen waren, weil der Postbote versucht hatte, sie noch irgendwie reinzustopfen. Ich hatte gefragt, ob ich nicht zum gleichen Preis nur die Digitalversionen bekommen kann und sie einfach darauf verzichten, mir die zuzuschicken, was sie Papier und Porto spart. Antwort: Ausgeschlossen. Weil sie mit der Werbung darin mehr einnehmen, als sie Papier und Porto kosten, es also ein Verlust wäre, mir das nicht mehr zu schicken. Also habe ich die Abos gekündigt, dann aber doch ein Angebot für ein deutlich günstigeres Digital-Abo bekommen, für das ich weniger zahle, aber alle Heise-Zeitschriften lesen kann. Es geht also doch, weil der ganze Papierweg zusammenbricht und Papier im Einkauf zu teuer geworden ist. Außerdem sind immer mehr Heise-Zeitschriften auch auf Readly zu finden.
Verdienen können die damit nicht viel.
Im Prinzip geben die die Zeitschriften für umme ab.
Es geht darum, die Auflagen hoch zu halten, um Werbeeinnahmen zu erzielen. Notfalls durch Verschenken wie früher am Flieger. Letztlich ist Readly nur die digitale Version des Mitnehmregals am Flughafen.
Das ganze Ding läuft nur noch über Werbung und Auflagen.
So weit, so gut.
Wenn nun aber die Politik direkt oder indirekt steuert, bei wem Werbung geschaltet wird und bei wem nicht, oder wenn NGOs wie Campact oder Unternehmen wie DM politischen Einfluss darauf nehmen, wer Werbung bekommt und wer nicht, dann ist das keine Marktwirtschaft mehr. Dann ist das eine getarnt regierungsfinanzierte Presse, und die ist eigentlich verfassungsrechtlich verboten.
Langjährige Leser werden sich erinnern, dass Campact mal einig Monate lang sogar Werbung auf meinem Blog geschaltet und mich damit sogar bezahlt hatte, aber es war Werbung um „rechte Leser“ zu verschrecken und beschimpfen, also auch eine Masche, mir die Leser abspenstig zu machen: Rechte Leser sollten abgeschreckt werden, allen anderen wollte man sagen „Der Danisch hat auch rechte Leser“.
Es heißt, dass wir keine freie Presse mehr haben.
Es heißt, dass die Medien schon lange über die Regierung, Werbeunternehmen und NGOs gesteuert werden, indem man ihnen Geld zukommen lässt oder den Geldhahn abdreht.
Mit Pressefreiheit hat das nichts mehr zu tun. Gar nichts mehr.
Und das dürfte auch der Grund sein, warum so viele Medien Krieg gegen die AfD machen: Wenn die nämlich in die Regierung kommen oder wenigstens Untersuchungsausschüsse starten können, dürften ziemlich viele Medien sehr schnell zusammenklappen, weil sie faktisch nur noch durch die als Werbung getarnte Finanzierung durch die Regierung am Leben sind und die Geldberegnung dann vorbei ist. Ein AfD-Sieg dürfte damit ein Mediensterben nach sich ziehen, weil viele Medien längst Untote, Zombies sind, die eigentlich längst pleite sind und nur noch als vom Staat finanzierte Marionette existieren.