Akademisches Ausmisten
Was wir an geistigem Anspruch nie geschafft haben, schaffen die leeren Kassen.
Nichts, wirklich gar nichts war uns zu dumm an deutschen Universitäten. Nach unten endlos offen.
Aber immerhin wird es uns jetzt zu teuer.
DIE WELT: Warum 455 gestrichene Studienplätze in Frankfurt nur der Anfang sein können
In Deutschland studieren zu viele Menschen, das führt zu Eliten-Überproduktion mit üblen Folgen.
Nein.
Nicht Eliten-Überproduktion. Idioten-Überproduktion. Hört sich zwar ähnlich an, ist aber etwas deutlich anderes.
Während des 18. Jahrhunderts waren niemals mehr als 9000 Studenten an den 42 deutschen Universitäten eingeschrieben. Offenbar sorgte die fehlende Masse nicht für weniger Klasse: Es war die Zeit, in der Goethe, Schiller, Hegel und Kant studierten. Nun könnte man zwar argumentieren, dass die doppelte oder dreifache Zahl an Studienplätzen Deutschland damals vielleicht sogar zwei oder drei Goethes beschert hätte und Genies unentdeckt blieben, weil man ihnen nicht die entsprechenden Bildungschancen gegeben hatte. Aber so funktioniert Bildung ganz offensichtlich nicht: Heute sind an deutschen Hochschulen rund 2,9 Millionen Menschen immatrikuliert, aber Genies sind seltener geworden.
Weil eine Universität, in der 2,9 Millionen Student und Donald Duck und Nachbars Lumpi Professor werden können, eben einfach keine Goethes mehr hervorbringen kann.
Deswegen ist es eine gute Nachricht, dass die Goethe-Universität Frankfurt 455 Studienplätze streicht.
455.
Na, gut, es ist ein Anfang. Und immerhin (siehe unten) rund 10 Prozent. Es hört sich gar nicht nach so viel an, aber es ist durchaus ein Happen.
Die Frankfurter Entscheidung kann nur ein erster Schritt sein, die Elitenüberproduktion zu beenden, die einer der destruktivsten Faktoren der großen Krise des Westens ist. Der russisch-amerikanische Populationsbiologe Peter Turchin, der historische Prozesse mit mathematischen Modellen erklärt, beschreibt Elitenüberproduktion so: „Der Anteil der Absolventen weiterführender Schulen, die anschließend die Universität besuchen, ist von 15 Prozent in den 1950er-Jahren auf über 60 Prozent in den 2020er-Jahren gestiegen.“ Oft werde dieser Anstieg mit dem wirtschaftlichen Strukturwandel und den Bedürfnissen einer Wissensökonomie erklärt.
Doch, so Turchin, der wirtschaftliche Nutzen eines Hochschuldiploms – also die Wahrscheinlichkeit, später angemessen zu verdienen – sei durch diese Bildungsinflation fatal gesunken. Die Folge davon: „Eine hochdiplomierte Generation junger Menschen, die oft verschuldet ist, nur noch über begrenzte wirtschaftliche Perspektiven verfügt und dementsprechend entmutigt ist.“
[…]
Deshalb müssen in Deutschland noch viel mehr Studienplätze wieder abgebaut werden. Und nicht nur dort, wo Hochschulen – wie in Hessen – 30-34 Millionen Euro sparen müssen, sondern überall. Schon die Quote der Gymnasiasten muss gesenkt werden, Realschulen und Hauptschulen müssen wieder aufgewertet werden. Je früher man junge Menschen davon abhält, sich in Bildungssackgassen zu begeben, desto besser.
Einmal um den heißen Brei
Schön gesagt. Aber um den heißen Brei herum, das eigentliche Problem nicht erwähnt. Denn ein großer Teil der Flut von Unfähigen, die an den Universitäten rumlungern, dort aber eigentlich nichts zu suchen haben, und die beim Abitur eigentlich schon fehl am Platz waren, die sich da in die völlige Nutzlosigkeit studieren, sind Förderfrauen.
Sie sprechen es nicht an, aber die Elefantin steht im Raum: Die Frauenföderung hat die Universität zerstört. Und es kommt nicht von ungefähr, dass Frauen bevorzugt Fächer wie Nutzlos-Studies studieren, Schema „Quality is a myth“, weil sie meinen oder man ihnen einredet, Leistung, Befähigung, Erfahrung, gäbe es gar nicht, das alles nur „soziales Konstrukt“, und man müsse die Gesellschaft einfach nur an sie gewöhnen.
Sie sprechen es nicht ganz so direkt an, aber wer die Universitäten wenigstens ein bisschen wieder in Ordnung bringen will, der muss die Quoten- und Förderweiber loswerden.
Aber so ein bisschen sagen sie es dann doch:
Und der Abbau von Studienplätzen darf natürlich nicht nur Fächer und Universitäten treffen, die einen Numerus Clausus haben, wie es bei den jetzt in Frankfurt betroffenen Fächern Gymnasiales Lehramt, Jura im Staatsexamen, Wirtschaftswissenschaften, Politikwissenschaften und Soziologie sowie Erziehungswissenschaften, Biochemie und Sportwissenschaften ist. Denn die Mittelmäßigen, die es künftig nicht an die Frankfurter Universität schaffen, werden ja größtenteils nur an andere Hochschulen umgeleitet, wo man ihre Fächer oft noch ohne Zugangsbeschränkung studieren kann.
Aber vielleicht nicht mehr lange. Denn die gute Nachricht aus Frankfurt erinnert auch an eine gern ignorierte Tatsache. Studienplätze kosten Geld und das muss der Steuerzahler aufbringen. Ärztemangel haben wir in Deutschland auch deshalb, weil Medizinstudienplätze besonders teuer und deshalb nicht beliebig vermehrbar sind. Zu viele Studenten der Genderwissenschaften, Postcolonial Studies, feministischen Linguistik und sonstiger Neo-Geisteswissenschaften (gern mit dem modisch-politischen Attribut „kritisch“) gibt es wiederum deshalb, weil die Fächer relativ billig sind.
Viele von denen wären mit einem Studium in Kellneristik oder Windel-Studies weit besser bedient.
Und so führt uns dann die Staatspleite endlich mal an den Punkt, an dem wir anfangen, diesen ganzen großen Haufen Schwachsinn wieder auszumisten.
Ja, das dürfte sehr interessant werden, auch die Hessenschau berichtet darüber. Es hat eben nichts mit Hirn oder Einsicht zu tun, auch nicht mit wissenschaftlichem Anspruch, sondern sie müssen in Hessen 30 Millionen einsparen.
Während zum Wintersemester 2025/26 noch 4.593 Studienplätze angeboten wurden, seien es zum neuen Wintersemester nur noch 4.138 Plätze für Studienanfänger – und damit rund zehn Prozent weniger, so ein Hochschulsprecher.
Betroffene Fächer sind demnach unter anderem die Numerus-Clausus-Fächer (NC) Gymnasiales Lehramt, Jura im Staatsexamen, Wirtschaftswissenschaften, Politikwissenschaften und Soziologie sowie Erziehungswissenschaften, Biochemie und Sportwissenschaften.
Täusche ich mich, oder sind das fast alles typische Frauenfächer?