Die wundersame Datenvermehrung zu Berlin
Da kann Jesus mit seinen Broten und Fischen einpacken.
Oder: Kennen Sie Tribbles?
Die Berliner Zeitung: Berliner Justizsenatorin Badenberg im Reich der Schildbürger – jetzt dreht die IT-Abteilung frei
So etwa im Berliner Kammergericht am Kleistpark, wo auch die Generalstaatsanwaltschaft des Landes residiert. Dort scannen stets zwei wackere Wachtmeister die täglich eingehende Papierpost über einen Kopierer ins digitale System ein – Briefe, Anzeigen, Beschwerden und Schriftsätze. Doch ist das Ganze erst mal digitalisiert, passt es nicht in die anderen Systeme, die die Berliner Staatsanwaltschaft mit dem Senat, anderen Bundesländern oder der EU online vernetzen. Da hat man mit dem eigens entwickelten Software-Unikat wohl am falschen Ende gespart.
Doch damit nicht genug: Jetzt berichten frustrierte Beamte, dass wegen eines Software-Downgrades (!) ein zehnseitiger Brief nicht mehr zu einem einzigen PDF-Dokument gescannt werden kann, sondern nur zu zehn einzelnen PDFs in willkürlicher Reihenfolge. Und: Verschickt man diese zehn PDFs per Mail, verdoppeln sich diese angeblich auf wundersame Weise auch noch beim Empfänger. Die IT-Verantwortlichen zogen nun scheinbar die Notbremse.
Nur noch lächerlich.
Zum Glück brach Anfang der Woche die gesamte IT-Infrastruktur im Hause Badenberg zusammen. Richter können nun nicht mehr auf die E-Akten zugreifen und auch keine Mails mehr verschicken. Scheinbar hat jemand den Notschalter umgelegt, damit dem Grauen endlich ein Ende gesetzt wird. Eine Zerlegung und Verdopplung von PDF-Dateien hätte die Berliner Justiz womöglich ins Chaos gestürzt.
Amtsgerichte, das Kriminalgericht in Moabit, die beiden Landgerichte und das Kammergericht – Badenberg schickte alle Beschäftigten am Montagmittag nach Hause. Die Justizsenatorin schiebt die Schuld nun aufs IT-Dienstleistungszentrum des Landes (ITDZ). Denn das ITDZ betreibt die Server von Frau Badenberg. Laut dpa tappt das ITDZ weiterhin im Dunkeln. Die Justiz hat nun erst mal frei.
Das ist eine interessante Theorie, dass die Unterbrechung der Berliner Justiz-IT keine Panne war, sondern jemand den Notaus-Schalter gedrückt hat, weil sich da aus irgendeinem Grund die Daten vermehren und aus jeder Mail zwei werden.
Denkt man das weiter, könnte es gut sein, dass die sich eine Malware eingefangen haben, und da dann jemand die Notbremse gezogen hat.
Ist die Sache mit dem Lizenzproblem also nur die Story für die Öffentlichkeit?