Stell Dir vor, es ist Sondervermögen, und keiner geht hin …
Deutschland kommt an den Punkt, an dem uns keiner mehr Geld geben will.
Jetzt wird das richtig eng und garstig.
Ich hatte ja schon oft die Frage gestellt, woher die Bundesregierung mit ihren Schuldenaufnahmen eigentlich immer so sicher sein will, dass sie auch Geld bekommt. Ich kann ja auch nicht einfach mal sagen, ach, ich nehmen jetzt eine Million auf, sondern muss auch erst einmal eine Bank finden, die mir das Geld geben will.
Nun gibt es zwar einige Möglichkeiten der „unfreiwilligen“ Kreditgabe, nämlich indem man die ganzen Pensionsfonds und Rentenkassen zwingt, Staatsanleihen zu kaufen, man plündert also die privaten Rentenkassen.
Das macht aber das nächste Problem. Staatsanleihen haben ein Ablaufdatum, die kann man nicht als ewigen Kredit dauerhaft stehen lassen, sondern man muss die irgendwann wieder zurückzahlen. Und wenn man dann keine neuen Kreditgeber findet, steht man da wie wenn das Schneeballsystem platzt. Und ich habe mich schon lange gefragt, wer eigentlich noch so doof ist, Deutschland freiwillig noch Geld zu leihen, von dem klar ist, dass Deutschland nicht einmal vor hat, das jemals zurückzuzahlen, aber auch die Zinsen nicht wird stemmen können.
Nun schreibt mir ein Leser:
“Das Ende ist nahe!” – Deutschland wird Anleihen nicht los
Hallo Hadmut,
ich hatte Dir mal geschrieben, daß Klingbeil seine Anleihen nicht los wurde. Das ist wieder passiert.
“Das Ende ist nahe!” steht glaube ich irgendwo in der Bibel. So sieht’s aus.Irgendwann muß die EZB als letzte Rettung eingreifen und die Staatsschulden finanzieren, was verboten ist, aber von Gerichten durchgewunken wurde.
Wohin ein Vertrauensverlust führt, hat man 2008 gesehen.
Servus
[…]https://www.tichyseinblick.de/wirtschaft/finanzagentur-schuldenkrise-anleihe-emission/
Was schreiben Sie denn da bei Tichy?
Schuldenkrise im Anflug: Finanzagentur muss Anleiheemission retten
[…]
Am Freitag präsentierte Finanzminister Lars Klingbeil die Eckwerte des Bundeshaushalts 2027. Die Ausgaben des Bundes steigen um 30 Milliarden auf 555 Milliarden Euro – ein Zuwachs von rund sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. Entsprechend schnell wächst auch die Neuverschuldung des Landes.[…]
Dass dies mitnichten der Fall ist, bestätigte am Mittwochmittag der Kapitalmarkt. Dort ereignete sich aus finanzpolitischer Sicht beinahe Historisches. Deutschland geriet bei der Emission neuer Bundesanleihen derart ins Taumeln, dass allein die Finanzagentur – verantwortlich für die Emission deutscher Staatsanleihen – als Retterin in der Not Schlimmeres verhinderte.
Was war geschehen? Um sich weitere Liquidität zu verschaffen, versuchte der Bund am Mittwoch, eine zehnjährige Bundesanleihe im Volumen von sechs Milliarden Euro zu platzieren. Dies ist bei stabiler Kreditwürdigkeit gewöhnlich ein Routinevorgang, da Großinvestoren wie Pensionskassen, Versicherungen, Banken und Hedgefonds hochwertige sowie währungsstabile Staatsanleihen zur Bilanzpflege und Absicherung ihrer Portfolios benötigen. Am Mittwoch war jedoch alles anders. Zu einer Rendite von 3,09 Prozent gingen lediglich Gebote über 4,022 Milliarden Euro ein. Tatsächlich zugeteilt wurden sogar nur 3,902 Milliarden Euro. Das bedeutete, dass die Agentur auf rund 2,1 Milliarden Euro beziehungsweise etwa 35 Prozent der gesamten Emission sitzen blieb und daraufhin selbst einsprang, um das überschüssige Volumen zunächst vom Markt zu nehmen.
Mit größerem Schaden wäre konkret gemeint: Eine Auktion scheitert, sendet ein massives Schocksignal in den Markt und könnte möglicherweise Kaskaden von Anleiheverkäufen sowie einen Zinsschock auslösen. Dass dies nicht geschieht, verdanken wir allein Institutionen wie der Finanzagentur oder der Europäischen Zentralbank, der Interventionsfeuerwehr des Kapitalmarktes, die wenigstens kurzfristig unseriöse Haushaltspolitik durch die Inflationierung überschüssiger Schulden überdecken können.
Das sogenannte Bid-to-Cover-Verhältnis, also das Verhältnis zwischen Nachfrage und Angebot dieser Anleihe, lag bei gefährlichen 0,7.
Mit anderen Worten: Wir sind gerade schon haarscharf an der totalen Pleite vorbeigeschrammt. Wegen 6 Milliarden. Und aufnehmen wollen sie 200.
Wenn da der Funke zündet, kommt es zu eben jener Kaskade, weil jeder fürchtet, dass Deutschland die Anleihen nicht mehr zurückzahlen kann, weil ja die nächste Kreditaufnahmen nicht mehr funktioniert.
Und das heißt dann nicht nur, dass bei einem Nachfrage-Angebot-Verhältnis von 0,7 von den gewünschten 200 Milliarden 60 nicht reinkommen. Es heißt vor allem, dass die Zinsen wegen des Risikos gewaltig hoch gehen.
Und es heißt, dass das Rating herabgestuft wird, und es dann immer schwieriger und teurer wird.
Und dann wird es sehr schnell „zappenduster“.
Wie man das nennt?
Naja, die Sache hat zwei Namen. Einer ist „Dummheit“. Der andere ist „Modern Monetary Theory“. Ist aber dasselbe. Nämlich die Überzeugung der Linken, dass ein Staat gar nicht pleite gehen könne, weil er ja beliebig viel Geld als Kredit aufnehmen kann. Nun haben die zwar auch mitbekommen, dass das schief geht, meinen aber, dass das beliebig geht, solange man die Zahl der Lohnempfänger proportional erhöht.
Die Idee hinter dieser MMT ist, dass der Staat beliebig viel Geld aufnahmen kann, und davon propportional viele Leute bezahlen muss, um irgendwas zu arbeiten, oder auch nichts zu tun. Es geht darum, dass die alle Gehalt bekommen. Davon könnten die sich dann nichts kaufen, weil ja keiner etwas produziert und keine Waren da sind. Das macht aber nichts, weil die Leute das Geld sowieso nicht ausgeben können, weil es ihnen nach der MMT kaum, dass sie es als Gehalt bekommen haben, als Steuer sofort wieder abgenommen werden muss. Damit der Staat die Schulden wieder zurückzahlen kann.
Also: Der Staat tut so, als hätte er Geld, das er nur geliehen hat. Dann tut er so, als gäbe er es Leuten, die ihrerseits so tun, als würden sie arbeiten, um es ihnen dann gleich wieder wegzunehmen, weil er es a) wieder braucht und b) die Leute nicht merken sollen, dass sie davon nichts kaufen können.
So denkt auch die SPD.
Es besteht also keine akute Schuldenkrise. Was jedoch schwer wiegt und bei Investoren offenkundig erhebliche Irritationen auslöst, ist die Geschwindigkeit, mit der Bundeskanzler Friedrich Merz und Schuldenminister Lars Klingbeil den einstigen Anker der Kreditstabilität Europas in den Schuldensumpf eintauchen.
Kritische Auktionen wie die vom Mittwoch dürften künftig zur Regel werden.
Oder anders gesagt: Es gibt am Markt gar nicht so viel Geld, wie die europäischen Länder und die USA aufnehmen müssen, um noch zu funktionieren.
Der Markt kann die europäischen Schulden schlichtweg nicht mehr in dem Maße absorbieren, während die Nachfrage nach US-Staatsanleihen in den vergangenen Monaten neue Rekordstände erreicht hat.
Das heißt:
Wir sind tot.
Was jetzt noch so aussieht, als lebten wir noch, ist in Wirklichkeit nur die Massenträgheit beim Sturz.
Das könnte jetzt ziemlich schnell dazu führen, dass der Bundesregierung mal so 100 Milliarden akut fehlen, die nicht reinkommen oder für höhere Zinsen rausgehen.
Überlegt mal, wo jetzt 100 Milliarden herkommen sollten. Eine Mehrwertsteuererhöhung ist schon im Gespräch, die würgt die Wirtschaft dann noch stärker ab.
Die Infrastruktur ist im Eimer, wir müssten dringend Brücken, Schulen und so weiter sanieren.
Die Kernkraftwerke haben wir abgerissen.
Die Bildung ist am Ende, die Schulen nur noch Klapsmühlen.
Die Kriminalität explodiert, die Polizei kommt nicht mehr hinterher.
Die Industrie stirbt, der Exmotor Automobile geht gerade ein.
Keine Sau will noch etwas mit uns zu tun haben.