Merz bei Miosga
Ein Eindruck von gestern abend.
Ich habe gestern abend überwiegend – nicht lückenlos – den Auftritt von Friedrich Merz gesehen.
Deprimierend. Durch und durch deprimierend. Der Kanzler von der traurigen Gestalt.
Der machte auf mich so einen geschlagenen, verdroschenen Eindruck, als wäre der jetzt schon mit den Nerven fast am Ende. Anscheinend macht ihm die SPD da sehr schwer zu schaffen. Das muss hinter den Kulissen richtig böse zugehen.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass das noch lange geht.
Was mir aber vor allem aufgefallen ist, wenn ich mich jetzt richtig erinnere, ich müsste das nochmal raussuchen: Man gewann den Eindruck, dass es mit der SPD einfach nicht mehr geht, Merz aber sagte, dass es mit der AfD oder als von der AfD geduldete Minderheitsregierung auch nichts werde. Er hat das aber, wenn ich mich richtig erinnere, nicht allgemein ausgeschlossen, sondern nur „mit ihm“.
Ich hatte den Eindruck, dass der die Schnauze schon gestrichen voll hat und auch schon auf der Suche nach einer Exit-Strategie ist, und genau weiß, dass es gar nicht mehr anders als mit der AfD (Koalition oder Duldung) läuft, der das dann aber – weil er es ja vor dem Wahlkampf schon gesagt hatte und er endlich auch mal etwas halten will, was er gesagt hat – als Gelegenheit nutzen will, um aus der Klapsmühle wieder rauszukommen.
Und ich habe zunehmend den Eindruck, dass immer mehr Politiker, auch Merz, zu der Ansicht kommen, dass dieses Land nicht mehr zu regieren, nicht mehr zu retten ist. Dass wir eigentlich schon pleite sind, und zwar nicht nur finanziell, sondern auch intellektuell, mental.
Ich habe jedenfalls nicht den Eindruck, dass der das noch drei Jahre macht. Weil er, nach meinem Eindruck, nicht mehr will, und auch nicht mehr kann. Der hatte sich das so vorgestellt, dass das noch alles von selbst läuft und man sich um nichts kümmern muss, wie zu den Zeiten Merkels.