Rauchen komplett verbieten?
Da hätte ich es nun am allerwenigsten erwartet.
In der Türkei werden aktuell Gesetzespläne diskutiert, nach denen Rauchen komplett verboten werden soll. Das hätte auch für Reisende Konsequenzen. https://t.co/WnIKueQEtk
— stern (@sternde) April 28, 2026
Die Türkei steuert auf eine radikale Entscheidung in der Tabakpolitik zu – mit möglichen Folgen auch für Millionen Urlauber. Ein aktueller Gesetzentwurf der Regierungspartei AKP sieht vor, das Land auf längere Sicht vollständig rauchfrei zu machen. Spätestens bis zum Jahr 2040 sollen Zigaretten und andere nikotinhaltige Produkte komplett aus dem Alltag verschwinden. Verkauf, Herstellung und sogar die Einfuhr wären dann grundsätzlich verboten.
Schon deutlich früher könnten Touristen die neuen Regeln zu spüren bekommen: Rauchen soll künftig an zahlreichen öffentlichen Orten untersagt werden, darunter Strände, Spielplätze und Sportanlagen. Also genau dort, wo sich auch viele Urlauber aufhalten. Auch in Restaurants und Cafés sollen strengere Vorschriften gelten. Selbst im Außenbereich wäre das Rauchen dann nur noch in klar abgegrenzten Zonen gestattet.
Besonders streng ist die Definition dessen, was zukünftig in der Türkei als Tabakprodukt gelten soll. Neben klassischen Zigaretten würden auch E-Zigaretten, Vapes, Wasserpfeifen und Tabakerhitzer unter die Regelungen fallen. Damit zielt das Gesetz nicht nur auf herkömmlichen Tabakkonsum, sondern auf alle vergleichbaren Produkte ab.
Für Urlauber besonders wichtig: Die Vorschriften sollen ohne Ausnahme auch für Ausländer gelten. Wer gegen die Regeln verstößt, soll mit empfindlichen Strafen rechnen müssen. Bereits das Rauchen in verbotenen Bereichen soll Geldbußen nach sich ziehen.
Erstaunlich.
Ich hatte die Türkei immer für ein starkes Raucherland gehalten (ich war außer Umsteigen am Flughafen Istanbul noch nie in der Türkei), und das erstaunt mich jetzt sehr, dass gerade die so etwas angehen. Ich dachte immer, die Türken seien auch Shisha-begeistert, obwohl ich die eher für arabisch halten würde, und viele Türken starke Raucher.
Wobei ich sagen muss, dass mir das gut gefällt, weil ich Nichtraucher bin und es mich gewaltig stört, wenn man die Rauchschwaden anderer Leute abbekommt. Besonders in Berlin glauben die Leute, dass jeder das hinnehmen müsste, wenn sie das im Freien tun, aber jeder, der hinter ihnen geht, bekommt das voll ins Gesicht.
Insofern würde ich das ganz klar als Punkt für die Türkei werten – allein, ich habe Zweifel an der Durchsetzbarkeit.
Übrigens hat auch England neulich so ein Gesetz verabschiedet: Hartes Nichtraucher-Gesetz: Nach 2008 geborene Briten dürfen niemals Tabak kaufen
Bleibt die Frage, wie lange England überhaupt noch englischem Gesetz unterliegt oder das noch durchsetzbar ist.
Ich habe vor 25 Jahren auf einer Reise mal drei lustige Engländerinnen in der Reisegruppe gehabt, mit denen ich mich gut verstanden habe, und eine von denen sah ziemlich gut aus und zeigte auch Interesse an mir. Ich fand das aber sowas von abstoßend, das die drei an ausnahmslos jedem Abend hartes Zeug in großen Mengen gesoffen und danach entsprechend zu waren und geraucht (und gestunken) haben wie die Schlote, sich aber als erstaunlich alkoholresistent erwiesen, man hat ihnen kaum etwas angemerkt. Eine davon Polizistin bei Scotland Yard. Sowas kann ich nun wirklich gar nicht ab. Schade eigentlich. Ich habe auf verschiedenen Reisen gefragt, warum gerade die Briten geradezu zwanghaft saufen und rauchen. Man erklärte mir ohne jegliches Verständnis für die Frage, dass das zu einem Urlaub doch dazugehöre, und es in manchen Ländern eben viel billiger als in England sei. Auf derselben Reise vertraute mir der Reiseleiter, der mit den vielen Schnapsleichen überfordert war und zum Aufpassen bei der Gruppe bei der Grillfete+Saufevent bleiben und auf die aufpassen, eine zugesoffene 18-jährige Australierin, die nicht mehr stehen konnte, an, um sie mit ins Hotel zu nehmen und sicher in ihr Bett zu legen. Da sie ausgerechnet mit den drei Britinnen in einem Viererzimmer mit Doppelstockbetten untergebracht war, legte ich sie ins Bett der Polizistin, weil ich mich außerstande sah und es auch für alles andere als ratsam hielt, sie in das obere Bett zu hieven. Die Polizistin genehmigte mir das später nach ihrer Rückkehr als die richtige Entscheidung, weil ich ihr den von mir vorgenommenen Bettentausch mit dem Argument verkaufte, dass dann, wenn die Australierin unten und die britische Polizistin oben schlafe, die Australierin ihr nicht von oben herab ins Bett kotzen könne, was mit Sicherheit auch spritzen würde. Das leuchtete der Polizistin ein, zumal die Betten noch unbenutzt und es damit eigentlich egal war. Obwohl die Polizistin – wie die anderen beiden – auch bis Oberkante vollgetankt hatte, wirkten die ziemlich normal und kontrolliert. Aber deren Raucherfahne war schrecklich. Die folgenden drei Tage bettelte mich die Australierin – neben Bedankungen – an, dass ich das auf keinen Fall ihren Eltern sagen solle, worauf ich ihr ebenso oft versicherte, dass ich so etwas weder vorhabe, noch überhaupt wüsste, er ihre Eltern sind.
Jedenfalls prägen solche Erlebnisse ungemein, und sie überzeugen mich im doppelten, sich widersprechenden Sinne davon, dass zumindest Rauchverbote ebenso notwendig wie niemals durchsetzbar sein werden, während das beim Alkohol schwierig werden dürfte, weil man Bier, Wein und ähnliches schlicht nicht verbieten kann.
Vielleicht kann man das Rauchen zumindest in manchen Ländern wirklich ausrotten.