Südafrika im Wandel der Zeit
Was uns hier in Europa bevor steht.
Ich war zweimal in Südafrika.
Zuerst, 2011, nur ein paar Tage in Kapstadt, als Abstecher vor der Namibia-Reise. Und 2016 eine Südafrika-Rundreise von Johannesburg nach Kapstadt.
Als ich 2011 das erste Mal in Kapstadt war, dachte ich noch „Ach, ist das eine schöne Stadt!“. Ich habe zwar damals schon die Probleme mit den Townships gesehen und die auch besichtigt, aber selbst das schien irgendwie noch ein Leben und irgendwie geordnet zu sein, und die Stadt selbst kam mir ganz toll vor. Die Leute (von ein paar marodierenden aggressiven Leuten abgesehen) sehr freundlich, eine große Infrastruktur von Cafes und Restaurants, alles sehr schön gemacht, und egal, in welches Restaurant man ging, man konnte blind und willkürlich reingehen, es war alles exzellent und wunderbar. Auch Bäckereien quietschten zwar vor Knallfarben, alles in Rosa und Grün und mit Lebensmittelfarbe gefärbt, aber ein Paradies aus Torten und Kuchen und allem. Herrliche Museen, ein wunderbares Vergnügungsviertel im Hafen. Ich habe damals wirklich gedacht, das sei ein Ort, an dem man bleiben könne.
Ich habe damals im Hafen noch die alten Betonröhren gesehen, als die noch die Ruinen eines alten Silos waren, aus denen man dann das Zeitz museum of contemporary art africa (MOCAA) gebaut hat (eröffnet 2017), und hatte mir eigentlich vorgenommen, irgendwann nochmal eine Woche nach Kapstadt zu fliegen, um mir dieses Museum anzusehen. Denn eigentlich war Kapstadt auch recht preisgünstig, eben eine Woche schlemmen, und man fliegt jetlag-frei über Nacht dorthin und zurück. Eigentlich ein optimaler Ort für ein Urläubchen.
Auf meiner Rundreise 2016 sah das schon anders aus. Da habe ich schon gesehen und miterlebt, wie das Land unter Vermüllung, Zerstörung, Vandalismus, Kriminalität leidet. Nirgendwo sonst habe ich gesehen, dass der Geldbote, der abends am Supermarkt die Tageseinnahmen mit dem Geldtransporter abholt, von einem Uniformierten mit Maschinenpistole gesichert wird, der im Abstand von etwa 15 Metern auf der anderen Straßenseite folgte, und der wiederum von einem zweiten in Zivil mit einer Maschinenpistole gleichen Typs. Geldabheben am Geldautomaten wird zum Gruppenprojekt. Kilometerweise, Zig-Kilometerweise fuhr man an völlig zugemüllten Landschaften entlang, und der Einfluss von Hexerei, Aberglauben, esoterischem Humbug war enorm angestiegen.
Erstaunlicherweise war das früher so verufene Soweto (south west township) durchaus gangbar und interessant (allerdings voller Ziegen, die sich auf das Suchen und Fressen von Müll spezialisiert hatten, und auch nicht bei Dunkelheit empfohlen), aber schon die Innenstadt von Johannesburg verfallen und für Weiße nur noch in geführten Gruppentouren auf sehr ausgesuchten Routen möglich. Wir standen damals vor einem geschlossenen und verfallenen Hotel, bei dem man noch durch die Scheiben in die Lobby schauen und sehen konnte, dass das einstmals ein großes Luxushotel gewesen war. Bereits damals alles verrottet und vergammelt.
Auf dieser Reise hatte ich damals auch das Erlebnis, von dem ich schon erzählt hatte. Irgendwo unterwegs hielten wir wieder mal zu Tanken an, und wie üblich, gingen wir alle in den Tankstellenladen, so wie in Deutschland kleine Minisupermärkte, um uns Kekse, Eis, gekühlte Getränke usw. zu holen, und ich staunte. Der Kassierer für den Treibstoff in einem separaten Kabuff an der Außenwand hinter dickem Panzerglas mit einem schwenkbaren Metallfach, damit man ihn nicht direkt bedrohen kann. Und im Supermarkt aus Stahlstangen geschweißt ein Gittertunnel, indem man im Supermarkt entlang ging, ohne die Waren berühren zu können, und seinem persönlichen Einkäufer mit Korb dann zeigte, was man haben will, der das dann in den Korb packte, und erst nach dem Bezahlen bekam man das dann verpackt ausgehändigt.
Ich hatte mich eigentlich gefreut, wieder nach Kapstadt zu kommen, weil ich das in so guter Erinnerung hatte, aber schon das war nichts mehr. Das fing schon beim Aussteigen an. Uns wurde gesagt, dass der Bus direkt am Reisebüro des Veranstalters halte und wir schauen sollen, dass wir das Gepäck so schnell wie möglich erste einmal in das Reisebüro bringen, keinesfalls aus den Augen lassen und nicht auf dem Gehweg stehen lassen. Das Reisebüro selbst hatte eine vergitterte Eingangstür, die per elektrischem Türöffner von den Arbeitsplätzen aus jedesmal einzeln geöffnet werden musste. Mein Hotel zwar zwei Kreuzungen weiter, und man riet mir davon ab, mit allem Gepäck auf einmal hinzugehen, sondern in mehreren Schüben und immer nur so viel zu nehmen, wie ich gut festhalten und zügig alleine transportieren kann. Vieles war gegenüber 2011 schon heruntergekommen und nicht mehr ohne weiteres zu begehen, da machte Kapstadt schon keinen Spaß mehr. Man musste auf der Straße schon darauf achten, wer sich einem näherte, auch von hinten. Alles nicht mehr lustig.
Nun weist mich ein Leser auf das hin:
Es passt zu dem, was man sonst so aus Südafrika hört, liest, sieht. Ein Land, das in kürzester Zeit zerfallen ist und in Kriminalität, Müll, Zerstörung versinkt.
Der Punkt: Südafrika wird stramm links regiert. Korruption und Kriminalität blühen. Weiße Farmer hat man vertrieben oder getötet. Es gibt die Forderung, alle Weißen zu töten. Das Land ist im Eimer.
Deutschland unterstützt Südafrika mit 470 Millionen Euro Finanzhilfe
Und das wird in Deutschland auch so laufen. In manchen Gegenden von Berlin sieht man ähnliche Effekt.