Ansichten eines Informatikers

Fake-Fenster

Hadmut
15.4.2026 15:20

Ich hätte da Ideen.

Anscheinend gibt es jetzt Fake-Fenster mit LCD-Bildschirmen:

Wozu man sie überhaupt öffnen kann, verstehe ich nicht. Aber Anwendungszwecke fallen mir da schon ein. Beispielsweise innenliegende Schiffskabinen ohne Fenster. Oder Gefängniszellen.

Es wurde ja auch schon diskutiert, ob es kosten- und energiesparend und sogar sicherheitsverbessernd sein könnte, an Flugzeugen die Fenster wegzulassen und dafür Fake-Fenster mit LCD-Schirmen zu haben.

Ich würde mir so ein Ding schon kaufen, wenn der Preis vernünftig wäre. Und das Ding dann in meiner Berliner Wohnung an die Wand schrauben und auf Zypern eine Kamera installieren, damit ich in Berlin Meerblick habe.

Andererseits: Wozu brauche ich da einen Fensterrahmen drumherum? Jeder gewöhnliche Monitor tut’s genauso.

Apropos: Irgendein Hersteller von Großbildfernsehern hatte das wohl mal als Werbegag. In einem Büro haben sie einen Fernseher so an die hintere Wand montiert, dass es wie ein Fenster wirkte, und dann Job-Bewerber in das Zimmer eingeladen, die nicht merkten, dass es ein Fernseher und kein Fenster war, und dann sah man in dem Fenster hinter dem Interviewer Katastrophen wie der Einschlag eines riesigen glühenden Meteoriten.

Und letztlich sind die Fernseher, auf denen Kamin-DVDs gezeigt werden, ja auch nichts anderes.

Ich könnte mir deshalb gut vorstellen, dass es künftig statt der Unmengen an Video-Schrott auf Netflix Ruhe-Videos von Life-Cams gibt. Stellt Euch mal vor, Ihr hab eine typische (zu) enge Stadtwohnung, und dann aber so einen superflachen 4K-, 6K- oder oder 8K-Riesenbildschirm an der Wand, moderne OLED-Technik, und bekommt darauf einen Live-Stream vom Malediven-Strand. Antarktis. Urwald. Himalaya. Wo einfach nur wenig, aber immer noch mehr als gar nichts passiert.

Vor einiger Zeit ist ein unbedeutendes Wasserloch in Afrika sehr berühmt geworden. Irgendwer hatte an einem Wasserloch einfach eine Webcam aufgestellt. Darauf zu sehen war: Die meiste Zeit einfach gar nichts außer eben dem Wasserloch, das da so leise vor sich hinlochte. Stinklangweilig. Aber ab und zu kamen mal Hyänen, Löwen, all die ortsansässigen Viecher vorbei. Und das war extrem beliebt, das gab ganz viele Livestreamer.

Oder der Times Square in New York.

Die Eingangshalle eines Museums.

Die Landschaft in Neuseeland.

Ein Hafen auf Zypern.

Eine Alm in den Schweizer Bergen.

Die Sahara.

Der Mond.

Der Mars.

Die Frontkamera eines Verkehrsflugzeugs im Dauerlivestream.