Ansichten eines Informatikers

Die feministifizierte Gesellschaft

Hadmut
13.4.2026 19:46

Warum man eigentlich nicht mehr publizieren kann.

Eigentlich wollte ich den Text unter den vorangegangenen Blogartikel setzen, habe aber dann gemerkt, dass es ein anderer, eigenständiger Gedankengang ist.

Es macht immer weniger Spaß, wird immer schwieriger zu bloggen, eine Meinung, eine Sichtweise, eine Auffassung, eine Beobachtung anzubieten.

Überall gehen die Rolläden runter. Der eigene Standpunkt wird längst zum unverrückbaren Maß aller Dinge gemacht. Gut ist, was den eigenen Standpunkt bestätigt. Und schlecht, dumm und fake ist alles, was dem eigenen Standpunkt widerspricht.

Ich hatte vor fast 15 Jahren beschrieben, dass der Feminismus praktizierte Dummheit ist, weil die genau so ticken und alle bekannten Denkfehler ausnutzen, um ihren eigenen Standpunkt zu bestätigen. Bei denen das Ergebnis feststeht, und man nur noch danach sortiert, was dafür und wer dagegen spricht.

Ich hatte das damals noch als eine isolierte Form von Dummheit des Feminismus und der Gender-Studies betrachtet, in Teilen auch der Geisteswissenschaften. Inzwischen, knapp 15 Jahre später, muss ich aber feststellen, dass sich diese Denkweise in weite Bereiche der Gesellschaft ausgebreitet hat. Als hätte man sich gesagt, dass der Feminismus gezeigt hat, dass es erfolgreich funktioniert, und man das deshalb überall macht.

Oder, umgekehrt, die Leute, die so denken, mit Feminismus und Gender Studies angefangen haben und sich inzwischen über die ganze Gesellschaft ausbreiten.

Ich bin nicht der Einzige, der das bemerkt hat. John Trever hat das im Albuquerque Journal von 1998 so treffend beschrieben (Lizenz erworben):

Oder auch das:

Trever bezog sich dabei auf religiöses, kreationistisches Denken. Das zweite bezieht sich zwar auf Feminismus, kommt aber von der Seite theism-comics.com, also auch aus dieser Beobachtung heraus.

Letztlich ist auch linkes, soziologisches Denken eine Art Kreationismus, weil man unterstellt, dass der Mensch Produkt sozialer Einflüsse sei, und Genetik ablehnt. Sozialismus ist das Gute, das Göttliche, und der Kapitalismus ist der Teufel, und weiße Männer seine Unterteufel.

Mittlerweile beobachte ich diese Denkweise(n) immer öfter, an immer mehr Leuten. Zunehmend praktisch überall.

Aber wie konnte sich das so ausbreiten?

Eine Gedanke ist natürlich, dass böse Absicht dahintersteckt, dass Gender Studies nur das Eingangstor waren und man diese Denkweise als linke Strategie auf alle Bereiche ausdehnt. Eine andere Beobachtung ist aber, dass wir mit Fälschungen, KI-Schrott, Plagiaten, Schwindel geflutet werden, und man es immer leichter macht, alles für Fake zu halten, und immer schwerer macht, noch etwas für real zu halten.

Mir ist das gerade bei der Artemis-II-Mission aufgefallen. Gefühlt mindestens die Hälfte der Bilder, die ich seit gestern, vorgestern auf den Social Media gesehen habe, waren Fakes. Aber: Keine Fakes, die anhand typischer KI-Fehler wie grostekser Finger oder Asymmetrien als solche zu erkennen gewesen wären, sondern welche, die aus dem Kontext nicht stimmen konnten. Beispielsweise schwere Schäden an der Raumkapsel, die diese nicht hatte. Oder die Astronauten in einem grauen Schlauchboot, obwohl ich in der Liveübertragung gesehen hatte, dass sie nie in einem grauen Schlauchboot waren, sondern von der Kapsel auf eine rote Schwimminsel umgestiegen und von da mit Hubschraubern abgeholt wurden. Möglicherweise waren die Bilder auch kein Fake, sondern Aufnahmen von früher stattgefundenen Übungen, das wurde ja alles mal geübt. Oder dass vier Männer als Astronauten ausstiegen.

Es sind auch Videos im Umlauf, die zeigen, wie man Innenaufnahmen der Kapsel in einem Studio vor Green Screen und mit aufgehängten Astronauten drehte. Laut KI ist das nicht einmal Fake, sondern stammt aus einer Filmdokumentation, mit der man vor dem Abflug filmisch darstellen wollte, worauf das alles hinausläuft und wie das ablaufen soll.

All das macht es natürlich leicht, und in gewisser Weise auch risikoarm, einfach alles für fake zu halten, und sich als Ersatz – statt „ich weiß, dass ich nichts weiß“ – irgendein Weltbild zusammenzuspinnen und als seine persönliche Wahrheit zu setzen, und damit dann vielleicht auch Gleichgesinnte zu finden, mit denen man sich austauschen und kooperativ ergänzen kann.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass die großen Religionen genau so entstanden sind. Leute spinnen sich etwas zusammen, bauen sich damit Erklärungen und Weltbilder, und finden Leute, die mitmachen.

Ich – und mit mir auch mein Blog – entstamme einer Zeit, als, und auch einem Umfeld, in dem viele Leute naturwissenschaftlich, empirisch, rational orientiert waren. Als man noch über Leute schreiben konnte, die diese Denkfehler anwenden, und noch ein Publikum fand.

Inzwischen aber hat man immer mehr mit solchen Leuten zu tun.

Ich merke sehr deutlich, dass da etwas kippt.

Im Prinzip merke ich gerade, dass die ganze Gesellschaft genau so kippt, wie ich das vor 30 Jahren in den Informatikfakultäten beobeachtet habe, und wie sich das dann über die Gender Studies auf die ganzen Universitäten ausbreitete. Dasselbe habe ich beim Journalismus beobachtet.

Das hat alles auch damit zu tun, dass man nicht mehr, wie früher, die oberen 10%, sondern inzwischen alle auf die Universitäten schickt, und jedes wissenschaftliche Denken als Intrige des weißen Mannes abtut. „Quality is a myth“.

Es wird zunehmend schwieriger, sich noch öffentlich zu äußern.

Man kann nicht mehr sagen, „ich halte die Mondumrundung für echt, weil …“, ohne völlig argumentfrei dafür angegriffen zu werden.

Genausowenig, wie man sagen kann, „ich habe mich impfen lassen, weil …“.

Oder auch „es gibt zwei Geschlechter, weil …“

Oder „Intelligenz ist auch genetisch bedingt, weil …“

Geht alles nicht mehr.

Man hat dieses Konzept, das eigene Weltbild zum Maß aller Dinge zu machen, längst zum Prinzip aller Themen gemacht.

Mich fragte mal jemand, warum ich mich überhaupt dagegen stelle. Ob ich nicht leichter und besser lebte, wenn ich da einfach mitmachte. Nein. Nicht nur, weil ich das – wohl genetisch bedingt – schlicht nicht kann, so wie ich auch mit Religion nichts anfangen kann, sondern auch, weil es nicht funktioniert.

Ich könnte einer solchen Gesellschaft ja noch eine gewisse Toleranz entgegenbringen, sie als Gesellschaftsmodell anerkennen, wenn sie funktionierte. Aber sie funktioniert nicht. Sie hat – Sozialismus – seit über 100 Jahren noch nie funktioniert. Und sie ist der Grund dafür, dass auch unser Staat faktisch schon längst tot und am Ende ist und nur noch davon lebt, die Leute zu belügen und die Substanz zu verheizen.