Denis Scheck canceln …
Ach, Du liebe Güte.
Vorab: Ich halte nicht viel von Denis Scheck. Erstens habe ich es nicht so mit Literatur irgendwelcher Bestsellerliste. Zweitens ist der mir zu sehr aufgeblasener Selbstdarsteller, einer von diesen Typen, der sich selbst gerne reden hört und Leute in Formulierungen niedermacht, die ihm nicht passen, statt mit Argumenten. Er macht Bücher oft lächerlich, ohne nachvollziehbar oder verständlich zu sagen, warum eigentlich.
Dabei möchte ich betonen, dass ich nicht weiß, ob er im Ergebnis recht hat. Vielleicht liegt der mit seinen Bewertungen durchaus richtig. Aber er bringt sie oft nicht so rüber, dass ich sie ihm glauben würde, sie nachvollziehen kann. Und Bücher, die einem nicht passen, in die Mülltonne zu werfen, das ist kein guter Stil. So geht man nicht mit Büchern um. Und jemandem, der so mit Büchern umgeht, kann ich kein Werturteil über solche abnehmen.
Wie auch immer. Er stört mich jedenfalls auch nicht so, dass ich dessen Absetzung fordern würde.
Anders bei Elke Heidenreich. Die fordert jetzt dessen Absetzung: Literaturkritik im TV : Heidenreich fordert Schecks Rauswurf bei der ARD
Ich wüsste jetzt auch gar nicht, wie Heidenreich in eine Position käme, aus der heraus sie etwas fordern könnte. Oder womit die sich selbst in den letzten Jahren – oder überhaupt – so richtig hervorgetan hätte. Mir würde jetzt spontan gar nicht einfallen, was die überhaupt kann.
Im Schlagabtausch um die Literaturkritik von Denis Scheck in der ARD legt die Autorin Elke Heidenreich noch einmal nach. Nachdem die ARD Scheck gegen den Vorwurf verteidigt hatte, er gebärde sich frauenfeindlich und habe die Autorin Ildikó von Kürthy, deren neues Buch „Alt genug“ er in die Müllkiste beförderte, herabgewürdigt, geht Heidenreich, die Kürthy zur Seite sprang und Scheck in der „Zeit“ heftig kritisierte, in die zweite Runde.
„Verächtlichmachung von Literatur“
„Die Reaktion der ARD greift zu kurz“, sagte Heidenreich dem Boulevardportal „Express.de“. „Leider“ habe auch ihr Text in der „Zeit“ aus Platzgründen sehr gekürzt werden müssen: „Es ging mir nicht nur um die Scheck’sche Frauenverachtung, die ist bekannt. Es geht um die ganze Verächtlichmachung von Literatur, die diesem Mann, der noch nie ein kluges Buch, noch nicht einen einzigen Essay, nichts, was ihn qualifizieren würde, geschrieben hat, nicht gefällt. Bestseller sind meistverkaufte Bücher. Es sind Menschen, die diese Bücher kaufen, brauchen, lesen, lieben. Das alles donnert ein Mann, der nicht mal Hochdeutsch sprechen kann, verächtlich in die Tonne, ob von Männern oder Frauen geschrieben. Seine Kriterien sind fragwürdig, er ist aufgebläht, eitel und durch nichts qualifiziert.“
„Damit“, so zitiert Express.de Heidenreich, „muss Schluss sein. Wir brauchen Bücher und Leser, nicht solche kleinen Miesmacher. Wie schon mal durchgesagt: ‚Der kleine Denis möchte endlich aus dem Kritikerparadies abgeholt werden.‘“
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Nicht gut weggekommen waren bei ihm die Neuerscheinungen von Sophie Passmann und Ildikó von Kürthy. Passmanns Buch qualifizierte Scheck als „Wasserstandsmeldungen aus den Seichtgebieten eines trüben Bewusstseins“ ab. Kürthy schrieb er „Nachrichten aus der Schnatterzone einer Damentoilette auf einer Hochzeit“ zu.
Gegen die Kritik setzte sich zuerst Ildikó von Kürthy in der „Zeit“ zur Wehr („Jetzt bin ich endlich alt genug, um so eine Respektlosigkeit, so eine Verachtung der lesenden und schreibenden Frauen nicht mehr kommentarlos hinzunehmen“); ihr folgte Elke Heidenreich, Sophie Passmann äußerte sich auf Instagram und warf Scheck ebenfalls Sexismus vor.
Die WELT: „Schnatterzone einer Damentoilette“ – Buchkritiker Scheck löst Sexismus-Debatte aus
Nach zwei kontroversen Buchbesprechungen des Fernsehkritikers Denis Scheck wehrt sich die ARD gegen Kritik an der Literatursendung „Druckfrisch“. „In der Sendung ‚Druckfrisch‘ gibt es keinen Raum für Frauenfeindlichkeit. Der Redaktion ist das große Verdienst von Frauen um die Literatur sehr bewusst“, teilte der öffentlich-rechtliche Sender der dpa auf Nachfrage mit.
Zuvor hatten zwei negative Buchbesprechungen des Literaturkritikers Denis Scheck, der die Sendung seit über 20 Jahren moderiert, eine Debatte um Sexismus ausgelöst. In der am 29. März ausgestrahlten Folge lässt der 61-Jährige kein gutes Haar an den neu erschienenen Werken der Autorinnen Sophie Passmann und Ildikó von Kürthy. Passmanns Buch etwa beschreibt Scheck mit den Worten: „Wasserstandsmeldungen aus den Seichtgebieten eines trüben Bewusstseins“. In dem Buch der Bestsellerautorin von Kürthy sieht der bekannte Fernsehkritiker vor allem „Nachrichten aus der Schnatterzone einer Damentoilette auf einer Hochzeit.“
Darum geht’s:
#Druckfrisch pic.twitter.com/mfgaDusnEB
— Fernsehen ohne Kontext (@TVohneKontext) April 8, 2026
Auffällig daran:
Nirgends wird behauptet, dass seine Kritik inhaltlich unberechtigt sei, dass er das Buch unterbewertet.
Es geht immer nur darum, dass alter weißer Mann Buch von Frau nicht kritisieren darf. Ob das Buch gut oder Schund ist, wird nicht gefragt.
Das alte feministische Schema „Quality is a myth“ – wenn man nichts hinbekommt, macht man auf feministisch.
Elke Heidenreich scheint es auch nicht mehr anders in die Medien zu schaffen.
Wer hat recht?
Taugt die Bücher, oder taugen sie nicht?
Die Kommentare bei Amazon deuten auf feministischen Schund hin.