Ansichten eines Informatikers

Wie die ARD versucht, HateAid zu schützen

Hadmut
10.4.2026 1:11

Da geht es gerade rund.

Um mich selbst zu zitieren: Man muss aufpassen, dass man nicht gewissen Denkfehlern erliegt, wie ein confirmation bias, oder dem berühmten post hoc ergo propter hoc („danach, also deswegen“).

Trotzdem fiel mir heute etwas auf. Zufällig hatte ich ARD Kontraste vom RBB – also aus Berlin – laufen.

Bericht über HateAid. Oder, genauer gesagt, dass HateAid von bösen Menschen angegriffen werde.

Und das kommt – so rein zufällig? – nach meinem Bericht über HateAid vom 30.3. und nachdem ich einzige Anzeigen und Beschwerden an die BaFin, die Staatsanwaltschaft, die Anwaltskammer, das Finanzamt geschickt habe.

Ich werde zwar nicht erwähnt, tauche aber in einem Screenshot auf:

Und der Tweet von Tichy, auf den sie sich beziehen, war ja eine Reaktion auf meinen Artikel. Und die Sache mit der illegalen Rechtsschutzversicherung habe – zumindest nach meinem derzeitigen Wissenstand – bisher auch nur ich angegriffen. Also besteht mindestens ein mittelbarer Zusammenhang zwischen der Sendung von Kontraste und meinem Blogartikel.

Und der ARD-Beitrag kam nicht nur zeitlich kurz nach meinem Artikel und meinen Anzeigen, sondern passt auch inhaltlich genau dazu. Es geht um die Frage, ob HateAid nur bestimmte Leute unterstütze. Wie die sich finanzieren. Und anstatt zu belegen, dass HateAid allen und nicht nur Grünen und der SPD helfe, greift Kontraste die an, die sagen, HateAid habe ihnen nicht geholfen. Es geht Kontraste also nicht um die Frage, ob es stimmt, sondern die zu attackieren, die es in Frage stellen. Das ist kein Journalismus, das ist Schund und Propaganda. Und ziemlich offensichtlich bestellt. Die ARD als Bestellsender, der Propaganda nach Bedarf sendet.

„Wir unterstützen alle Menschen, die selbst keinen Hass verbreiten.“

Also heißt das doch konkret, dass sie nur die unterstützen, die ihnen politisch passen, weil die Grünen und die Roten die „Guten“ sind und alle anderen Hassschleudern. Und trotzdem tun sie so, als sei der Vorwurf unwahr. Sie zitieren dabei aber nicht HateAid selbst, sondern sie zitieren eine Gegnerin dafür, damit das dann als Lüge dasteht.

Dafür lassen sie Josephine Ballon in die Kamera sagen, dass die „Rechtsdurchsetzung“ heute schon als „links“ gelte – wo denn dann die Mitte sei.

Die Frage, ob das, was HateAid treibt, überhaupt „Recht“, ob es „rechtmäßig“ ist, kommt gar nicht erst auf. Sie sind die Guten, die Unfehlbaren, die Ahnung von Recht haben und andere beraten.

Was mir auch auffällt:

Sie haben eine Reihe von HateAid-Kritikerin kontaktiert, wenn diese auch nur einen einzelnen Tweet gegen HateAid abgesetzt haben. Und haben sich Leute rausgesucht, die sie medial leicht an die Wand stellen können. Meinen Namen müssen sie wissen, denn sie haben ihn ja (siehe oben) selbst gezeigt. Und wenn sie sich über den Tweet von Tichy so aufregen, werden sie ohne Zweifel auch auf meinen Artikel gestoßen sein. Ich werfe HateAid aber weit mehr vor als diese Tweets, die sie da zeigen und besprechen. Mich hat da aber niemand kontaktiert. Man bringt also bewusst nur die Angriffe gegen HateAid, die sehr leicht, und vor allem, medial leicht zu entkräften sind. Die harten Dinger bringen sie nicht.

Im Ergebnis stellen sie das so hin, als seien HateAid die Guten, die sich für das Gute einsetzen und den Armen und Geschlagenen helfen.

Und die Kritiker stellen sie allesamt als Lügner und Windbeutel hin.

Typischer Öffentlich-Schlechtlicher Schundfunk.

Nacktbilder

Ein Punkt ist mir auch aufgefallen: Der Aufmacher.

Obwohl es HateAid und vor allem deren Mutterorganisation Campact schon seit Jahren gibt, machen sie mit Collien Fernandes und anderen Nacktbild-Opfern auf, obwohl das gerade erst einmal so zwei, drei Wochen her ist. Aber es ist gerade aktuell, und damit wird das dann so dargestellt, als sei HateAid eine Organisation, die Frauen gegen die Verbreitiung ihrer Nacktbilder helfe.

Bisher habe ich die Fernandes-Nummer vor allem als deren persönliche PR-Nummer bei gleichzeitiger Ausnutzung durch HateAid gesehen. Inzwischen frage ich mich aber, gerade wenn ich das sehe, ob man damit eine Neupositionierung und Neulegitimierung versucht, seit die Verfolgung von „Hate Speech“ etwas aus der Mode gekommen ist und vor allem politisch nicht mehr so zieht, und seit es von den USA Sanktionen gegen HateAid gibt.

Bisher hatte ich die Nummer so gesehen, dass Fernandes wichtig sein wollte und HateAid und die Regierung Klarnamenpflichten usw. durchsetzen wollen.

Nun aber ist die Frage, ob die – auch weil Prien ihnen ja Gelder streichen will – ein politisches Legitimationsproblem haben und das der Versuch der Neulegitimation war – und Kontraste ihnen gerade dabei helfen will – oder soll.

Rundfunkqualität

Qualitativ war das mal wieder unter aller Sau. Das war Aktivismus und Parteipropaganda. Mit Journalismus hat das – wie so oft – gar nichts zu tun. Das ist einfach nur Politschund.