Ansichten eines Informatikers

Wer noch lesen will

Hadmut
9.4.2026 0:24

Post vom Psychotherapeuten.

Zu meinem Blogartikel über die dummen 60% schreibt mir jemand aus der Psychotherapie:

Hallo Herr Danisch,

„Und es hilft uns auch nichts, es aufzuschreiben, denn es wird ja bald keiner mehr lesen können“, schreiben Sie. Das stimmt so nicht, denn ein einstelliger Prozentsatz wird bleiben – jene mit der natürlichen Neugier und Kreativität wie Sie. Das ergibt dann statt des früheren Feudalismus einen neuen Techno-Feudalismus, in welchem die Dummen zu Leibeigenen der KI werden.

Auch wir Psychotherapeuten wissen, dass kognitive Psychotherapie nachweislich am wirksamsten ist — aber den wenigsten hilft: Denn 90 Prozent (mindestens) wollen gar nicht selber denken, lesen oder schreiben. Das war schon immer so, nur hatte man früher mehrheitlich die Intelligenten und nicht die Dummen gefördert. Die Gausskurve wird heute durch die Verblödung immer schiefer.

https://psychotherapie.com/warum-kognitive-psychotherapie-am-wirksamsten-ist/

Bleiben Sie tapfer.

Dann kommen wir trotzdem in ein quantitatives Problem, denn wenn nur noch ein einstelliger Prozentsatz noch lesen und denken will, können die das ja gar nicht alles lesen.

Aber die Einschätzung, dass (mindestens) 90 Prozent gar nicht selbst denken, lesen oder schreiben wollen, entspricht meinen Beobachtungen. Wobei ich das ja immer nach dem Hirn-Schema in Einzelgänger und Rudeltiere unterteilt habe. Diese Leute, die ich so beschrieben habe, als fehlte denen etwas im Hirn, die sich dem Rudel anschließen, statt selbst zu denken. Mit dem Verdacht, dass das energetische Gründe haben könnte, weil das Gehirn beim Menschen enorm viel Energie verbraucht. Oder auch evolutionäre Gründe, weil es bei manchen Gefahren wie Raubtiere immer noch besser sein könnte, gemeinsam im Rudel das Falsche zu tun, als alleine das Richtige. „Too big to fail.“

Das ist heute aber eben nicht mehr so.

Oder doch?

Ich hatte so oft beschrieben, dass mir Linke, Feministen, immer so vorkommen, als fehlte etwas im Hirn. Organisch oder funktional. Die Ratio. Also im Prinzip genau das, was der Psychotherapeut mit denken, lesen, schreiben beschreibt.

Diesem Problem bin ich schon einmal sehr deutlich begegnet. Manche Leute, darunter das Bundesverfassungsgericht, aber auch nicht, halten es für einen elementaren Bestandteil wissenschaftlichen Arbeitens, Wissen nicht nur zu gewinnen, sondern auch nachvollziehbar zu dokumentieren. Ich halte die Nachvollziehbarkeit für wichtiger als die Richtigkeit, weil sich die Richtigkeit mit neueren Erkenntnissen ändern kann, und man etwas nur dann auf Richtigkeit prüfen kann, wenn man es zuerst einmal verstehen, nachvollziehen kann. Man kann einen Denkfehler nicht finden, wenn man nicht weiß, was der andere denkt.

Und das war ein zentrales Problem etwa bei Gender Studies.

Die gehen hoch wie Rakete, werden fuchsteufelswild, wenn einer kommt, und sagt, Gender Studies seien falsch. Was sie sind.

Ich bin aber nicht dorthin gegangen und habe gesagt, dass das falsch sei, weil das selbst wieder ein wissenschaftler Denkfehler wäre. Ich bin hingegangen und habe gefragt, ob sie mir erklären können, wie sie darauf kommen. Wie, mit welchen Beobachtungen, mit welchen Experimenten, mit welchen Erkenntnissen kommt jemand, der von einer Geschlechterstruktur ausgeht, die auf Mann und Frau beruht, auf den Gedanken, dass es mehr Geschlechter geben müsse, und wie diese aussähen. Was der Grund dafür sei, das anzunehmen. Was an der Zweiereinteilung falsch und widerleglich sei.

Es kam nichts.

Ein paar Versuche zyklischer Logik, etwas mit sich selbst zu erklären.

Oder: Es wäre doch schön, wenn das so wäre. Wir fühlen uns wohler.

Oder: Es kann nicht stimmen, weil es vom weißen Mann stammt und schon immer so war.

Oder: Wir wollen einfach irgendetwas anders machen (und uns fällt nichts besseres ein, die Rechtschreibreform ging ja schon schief.)

Und so weiter.

Die Leute sind nicht im Ansatz in der Lage, ihre eigene Unwissenschaftlichkeit zu erkennen.

Sie beschimpfen und bekämpfen einfach alle, die ihnen nicht folgen. Rudelmechanik. Machtkämpfe.

Wenn man aber einfach fragt „Könnt Ihr mir nachvollziehbar erklären, wie man auf den Gedanken kommt, dass es mehr als zwei Geschlechter geben müsse oder tatsächlich gibt? Was versteht Ihr überhaupt unter dem Begriff Geschlecht? Habt Ihr mit der Umdefinition des Begriffs Denkfehler eingeschleppt?“ kommt einfach gar nichts. Die verstehen die Frage nicht.

Dann kommen Ausreden.

  • Frauen hätten das Recht, sich zu widersprechen, weil Widerspruchsfreiheit zu fordern ein Unterdrückungswerkzeug alter weißer Männer sei.
  • Man verwende eben eine andere „Epistemologie“.
  • Man sei nicht auf eine Methodik festgelegt, weil man inklusiv und interdisziplinär sei, man also keinen Methodenapparat oder dergleichen brauche, sondern immer das verwendet, was gerade passe und helfe.
  • Quality is a myth.
  • Man sei für Gerechtigkeit.
  • Marx
  • Du alter weißer Mann! Du willst uns nur ausgrenzen und diskriminieren!
  • Man betreibe keine veraltete Wissenschaft, man lehre jetzt „Kompetenzen“. Kompetenzen heißt nicht, etwas zu lernen oder zu können, sondern zu allem eine Erklärung parat zu haben, warum das diskriminierend und ausgrenzend ist und man deshalb dessen Beherrschen nicht verlangen könne. Kompetenz heißt nicht, etwas zu können, sondern zu allem eine Abwehrerklärung zu haben, warum man es nicht können muss.
  • Wir brauchen keine Beweise. Wir haben feministische Theorien.

Es war früher mal so, dass nur die besten 10% eines Jahrgangs auf die Universität gingen, studierten. Die, die denken, lesen, schreiben konnten. Und das Gymnasium hatte die Aufgabe, sie vorzubereiten und auszusieben.

Der Marxismus, der Feminismus, das ganze linke Gehampel, haben dafür gesorgt, dass alle zentralen Funktionen von denen übernommen wurden, die nicht selbst denken, sondern einem Rudel folgen wollen.

Mir geht die Frage durch den Kopf, ob der Marxismus selbst der Versuch ist, die im Hirn verankerte Rudelmechanik zu „rationalisieren“, ihr einen pseudorationalen Anstrich zu geben. So ähnlich, wie man in den Gender Studies versucht, durch Nachahmen des äußeren Gehabes den Eindruck von Wissenschaftlichkeit zu erwecken, obwohl sich alles „Denken“ nur um Rudelkonformität dreht.