„Virtuelle Vergewaltigung“
Das gibt es jetzt auch.
Was ist „virtuell“?
Ich kann mich erinnern, mal in einem Informatikbuch auf der Einleitungsseite einen schicken Spruch gelesen zu haben, vermutlich aus dem Englischen übersetzt, oder war vielleicht sogar englisch. Ich weiß nicht mehr, welches Buch das war, und habe es vermutlich auch nicht mehr. Ich glaube, es war klein, dick und hellblau. Er erklärt aber sehr schön zwei, drei Begriffe aus der Informatik:
Wenn etwas da ist, und man es sehen kann, dann ist es real.
Wenn etwas da ist, man es aber nicht sehen kann, dann ist es transparent.
Wenn etwas nicht da ist, man es aber trotzdem sehen kann, dann ist es virtuell.
Wenn etwas nicht da ist und man es auch nicht sehen kann, dann ist es weg.
FOCUS: “Du hast mich virtuell vergewaltigt” – Collien Fernandes zeigt Ex-Mann Christian Ulmen an
Collien Fernandes soll Anzeige gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen erstattet haben. Das berichtet der “Spiegel”. Die Moderatorin und Schauspielerin bestätigte die Vorwürfe gegen Ulmen auf Instagram.
In der Anzeige heißt es demnach, dass Fernandes Opfer eines “Identitätsdiebstahls über soziale Netzwerke” wurde. So soll Ulmen dort mit Männern in ihrem Namen Kontakt gehabt haben. Dabei habe er auch “erotische Bilder und Videos” von Fernandes verschickt, so der “Spiegel”. Mit ungefähr 30 Männern soll Ulmen in der Folge dann “Onlineaffären und Telefonsex” gehabt haben – unter der Identität von Fernandes.
In einer Nachricht auf Instagram bestätigte die 44-Jährige die Vorwürfe aus der “Spiegel”-Recherche gegen Ulmen. Demnach habe ihr Ex-Mann über zehn Jahre “Nacktfotos und Sexfotos ‘von mir’ geschickt”. Mit Männern aus ihrem privaten Umfeld habe Ulmen demnach Sex- und Vergewaltigungsfantasien ausgetauscht.
Die 40-seitige-Anzeige lautet auf: Anmaßung des Personenstands, öffentliche Beleidigung, Offenlegung von Geheimnissen, wiederholte Körperverletzung im familiären Näheverhältnis und schwere Bedrohung.
Wenn das so stimmt, sind das üble Dinge. Und vermutlich – ich müsste erst genauer nachlesen – auch schwere Straftaten. Man müsste allerdings auch die Gegenseite dazu hören und auch wissen, wie das zehn Jahre lang ohne ihr wissen lief und wie die „erotischen Bilder und Videos“ zustandekamen. Das ist bei solchen Dingen die wertungs- und empörungslastig sind, und bei denen der Sachverhalt nur beschrieben und bewertet, aber nicht dargelegt wird, immer sehr heikel, wenn das nur einseitig dargestellt wird. Das könnte auch ein Rosenkrieg sein.
Und gerade von der Vergewaltigung wissen wir, dass die häufig erst nachträglich und rückwirkend empfunden wird, wenn sich das Verhältnis der Frau zum Mann ändert und deshalb rückwirkend alles anders bewertet wird. Das ist ja ein zentrales Hauptproblem, dass Frauen im Nachhinein – vor allem unter Einfluss von Feministinnen – rückwirkend alles ganz anders bewerten als zum Zeitpunkt des Geschehens. Viele Vergewaltigungen sind nachträgliche Umettiketierungen.
Aber davon mal abgesehen:
Das wird massiv zunehmen.
Schon heute gibt es viele Videochats, erotisch oder nicht, in denen sich Leute als etwas anderes ausgeben als sie sind, und dabei KI-Techniken nutzen. Schon seit Jahren gibt es – bedingt durch den Stand der Technik und die verfügbare Rechenleistung – Leute, die sich in Chats als Manga-Figuren darstellen, also agieren, als wären sie aus einer Zeichentrickserie, aber in Echtzeit.
Inzwischen aber gibt es auch Leute, die sich als junge hübsche Frau darstellen, was inzwischen rechentechnisch gerade so geht. Viele, aber nicht alle Fälle, von denen ich gelesen habe, betraf ältere, nicht mehr so schöne Frauen ohne Chance auf Publikum, die sich jung und hübsch machen wollten, aber eben auch Männer, die sich als Frauen ausgegeben haben.
Es wird – ohne jeden Zweifel – auch Leute geben, die sich an Kinder heranmachen und sich dazu selbst als Kind oder Jugendlicher darstellen.
Und deshalb wird es auch nicht dabei bleiben, dass jemand – falls die Story so stimmt – nur echte „erotische Bilder und Videos“ weitergibt und sich im Chat als sie ausgibt. Man wird das verwenden – und wahrscheinlich läuft das schon längst, wie bei den Promi-Pornos, nur eben dann in Echtzeit – um die KI auf jemanden zu trainieren, ein Avatar-Modell zu erstellen und dann in Chats live agieren zu lassen.