Ansichten eines Informatikers

„Das Journal hatte in seinem blinden Korrektur-Wahn schlichtweg den Überblick verloren, was Wahrheit und was Lüge ist.“

Hadmut
16.3.2026 16:42

Zieht die ganz große Wissenschaftskrise herauf?

Leider habe ich da jetzt noch keine bessere Quelle als Report 24 und – hinter paywall – New Yorker.

Schlagzeile bei Report 24: Renommiertes Fachjournal gibt zu: 25 Jahre lang wurden Patienten-Fallstudien einfach erfunden!

Demnach scheint es so zu sein, dass dieses – jetzt vielleicht nicht mehr so renommierte – Fachjournal über 25 Jahre Studien frei erfunden haben soll:

Das kanadische Journal Paediatrics & Child Health – immerhin das offizielle Organ der Kanadischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin – hat still und heimlich 138 (!) Fallberichte aus den letzten 25 Jahren mit einer “Korrektur” versehen. Der unfassbare Grund, der nun im Kleingedruckten steht: Die beschriebenen Patienten gab es gar nicht. Aufgeflogen ist das gigantische Lügen-Konstrukt nur durch Recherchen des New Yorker.

Im Zentrum des Skandals steht der Fall “Baby boy blue” aus dem Jahr 2010. Ein dramatischer Bericht über einen Säugling, der angeblich durch die Muttermilch eine tödliche Dosis Opioide abbekommen haben soll, weil die Mutter ein codeinhaltiges Schmerzmittel nahm. Jahrelang wurde dieser Fall von sogenannten Experten genutzt, um Mütter in Panik zu versetzen und vor bestimmten Medikamenten zu warnen. Doch in Wirklichkeit war der Fall komplett ausgedacht! Ein Co-Autor musste zugeben, dass die Geschichte schlichtweg erfunden war. Echte Autopsie-Daten deuten vielmehr darauf hin, dass dem Baby das Schmerzmittel direkt verabreicht wurde – und nicht über die Muttermilch.

Und:

Chefredakteurin Joan Robinson behauptet allen Ernstes, man habe die Fälle damals “erfunden, um die Vertraulichkeit der Patienten zu schützen”. Man habe sie lediglich als “Lehrmittel“ verstanden.

Das ist ein Fall, aber die Reaktionen zeigen, dass da mehr dahinter steckt:

In der Panik, den Skandal schnell abzuräumen, hat das Journal nun pauschal alle Berichte dieser Reihe mit dem Vermerk “fiktiv” versehen. Dumm nur: Mindestens eine Autorin, die Kinderärztin Farah Abdulsatar, meldete sich entsetzt zu Wort. Ihr Fall war nämlich echt! Das Journal hatte in seinem blinden Korrektur-Wahn schlichtweg den Überblick verloren, was Wahrheit und was Lüge ist. Die lapidare Antwort der Redaktion an die Ärztin: Es sei jetzt “schwierig”, die Korrektur wieder zu korrigieren.

Der Punkt ist nicht, dass das eine Studie gefälscht war.

Der Punkt ist, dass sie jeden Überblick verloren haben, was echt und was gefälscht ist.

Nach Kriterien der IT-Sicherheit müsste man nun sagen, dass man nun ausnahmslos alle Studien der letzten 25, 30, vielleicht 40 oder 50 Jahren invalidieren müsste. Stichwort Jan Hendrik Schön. Und dann auf dem wissenschaftlichen Stand von damals nochmal alles komplett neu machen muss, entweder komplett neu erforschen, oder jede einzelne Studie überprüfen und validieren.

Dieser ganze Schwindel ist eindeutig eine Folge der Vergeisteswissenschaftlichung der Wissenschaften, wo man einfach jeden x-beliebigen Quatsch behaupten und frei erfinden darf und alles als wahr und wissenschaftlich gelten muss, bis es einer widerlegt (Stichwort: Positivismus-Streit, Karl Popper). Und wenn es einer wagen sollte, es zu widerlegen, schlägt ihm die Antifa aufs Maul und die Studentenschaft fordert die Entlassung.

Das ist direkt verbunden mit der Frauenquote und Frauenförderung, auch wenn natürlich nicht alle Schwindler Frauen sind.

Aber die Frauenquote mit ihrem „Quality is a myth“ und ihrer Gleichstellung der Dummen mit den Schlauen, der Unfähigen mit den Fähigen, der Akzeptanz der Nullleistung, die hat die Wissenschaft so zerstört, dass der Boden für den Betrug geschaffen wurde.

Es ist genau das, was ich aus den 90er Jahren an den Universitäten berichtet habe. Damals in Informatik. Man hat systematisch die Maßstäbe und Anforderungen komplett abgeschaltet und völlig unfähige Leute in die Posten gedrückt. Und genau so wird das in allen Bereichen gewesen sein.

Da könnte noch eine riesige Welle an Schwindelaufdeckungen nachkommen.

Das wird besonders lustig, wenn die das Thema Klima erfasst.