Ansichten eines Informatikers

„Sachsen ist kein Einzelfall“: Die Software von Sachsen und Sachsen-Anhalt

Hadmut
13.3.2026 14:01

Auch schön.

Der MDR berichtet: Panne bei Digitalisierung Nach Software-Debakel in Sachsen: Wohl auch Bußgeldstelle in Sachsen-Anhalt betroffen

Eine neue IT-Strategie sollte der große Wurf für die sächsische Finanzverwaltung werden. Fast fünf Jahre bereitete ein eigens ins Leben gerufenes Projekt den Umstieg vor. Doch was darauf folgte, führte in ein Desaster. Jetzt stellt sich heraus: Sachsen ist offenbar kein Einzelfall.

Dabei hielten sich die Sachsen doch immer für einzigartig.

  • In Sachsen-Anhalt gibt es offenbar ähnliche Probleme mit den Umstieg auf eine neue Software bei der Landeskasse wie in Sachsen.
  • Mindestens acht Hochschulen haben durch Software-Chaos keinen Überblick über gezahlte Semesterbeiträge.
  • Verbleib von Semesterbeiträgen in Millionenhöhe unklar, Mitarbeitende erhalten teilweise keine Gehaltszahlungen.
  • Das Landesamt für Finanzen erklärt, die Probleme seien gelöst – Betroffene widersprechen.

Oder wie schon die Gender-Professorin sagte: „Quality is a myth.“

Wie kommt so etwas? Naja, eigentlich dieselbe Ursache wie auch in anderen Bundesländern:

Nach Informationen von MDR INVESTIGATIV wurde dort ebenfalls zum Jahresbeginn das IT-System der Landeshauptkasse umgestellt, auch hier soll die Software SAP neu eingeführt worden sein.

Süß:

Zuvor hatten Recherchen von MDR INVESTIGATIV gezeigt, dass diverse Behörden und Einrichtungen in Sachsen seit Monaten massive Probleme bei der Zuordnung von Zahlungseingängen hatten oder haben. In der Folge konnten offenbar auch diverse Zahlungsausgänge nicht wie gewohnt bearbeitet werden.

Die Auswirkungen sind MDR-Recherchen zufolge immens. So gilt in der Zentralen Bußgeldstelle des Freistaats Sachsen ein Stopp aller Mahnverfahren, da offenbar seit der Umstellung nicht mehr nachvollzogen werden kann, ob Bußgelder rechtzeitig beglichen wurden.

Und wen trifft’s?

Betroffen waren nach MDR-Informationen auch Lohn- und Gehaltszahlungen für Mitarbeitende, die nicht verbeamtet sind.

[…]

Weiter sagte der Wissenschaftler: “Ich kenne Fälle, da musste im Januar der Vermieter angerufen werden, um zu fragen, ob man die Miete diesmal später zahlen könnte.” Dass es bislang dazu keinerlei Kommunikation, weder über Gremien in der Hochschule noch durch das zuständige Ministerium oder den Freistaat Sachsen gäbe, sei “verglichen mit der Größe des Problems und der Zahl der Betroffenen vollkommen unangemessen”.

Und die wollen an die Weltspitze in KI.

Fast fünf Jahre habe die Telekom-Tochter T-Systems den Umstieg vorbereitet, und dann so etwas.

Deutschland ist nur noch ein Witzland. Da funktionieren elementare Staatsfunktionen nicht mehr. Wie kann man etwas mit fünf Jahren Vorbereitung so verbocken? Da muss doch jemand massiv gepfuscht haben. Und es ist ja auch nicht überaschend. Solche SAP-Pannen gab es ja schon früher in anderen Bundesländern. Warum bekommen die das partout nicht hin?

Das wird dann noch lustiger, wenn sich das ganze Ding als Single Point of Failure erweist, weil alles in ein oder wenige zentrale Rechenzentren umgezogen wurde. Wir haben gerade Krieg. Da reicht ein Treffer ins Rechenzentrum, und nichts geht mehr.

Und wer das nicht glaubt: Der Iran greift Israel und die Golfstaaten auch damit an, die Rechenzentren der großen Dienstleister wie AWS und Azure anzugreifen, ich hatte das ja neulich schon angesprochen.

Rechenzentren sind so gebaut, dass sie allem möglichen standhalten können – aber keinen militärischen Angriffen oder Angriffen mit Sprengstoff, und auch nicht größerem Wassereinbruch. Da tut es dann einen Schlag, und dann ist alles aus.

Das wird noch richtig lustig werden, wenn hier die Sabotage-Akte losgehen.