Ansichten eines Informatikers

Drohnenärger

Hadmut
12.3.2026 17:05

Ich fürchte, das wird nichts mehr.

Ich habe mehrere Drohnen. Und die schon länger nicht mehr benutzt. Komme nicht dazu. Bin aus der Übung.

Besonders ein Exemplar hat es dabei schwer:

Ich habe mir vor vielen, vielen Jahren bei Metro eine alte DJI III gekauft. Die alten, großen, weißen Drohnen, die noch unten dieses große Landegestell hatten. Eigentlich total veraltet. Aber Metro hat damals gerade den Drohnenverkauf eingestellt, wollte die loswerden, und weil sie – ziemlich veraltet – keiner wollte, den Preis dreimal reduziert. Dann hatten sie noch eine Rabattaktion auf alle Technikartikel, und ich habe noch von irgendwas einen Gutschein bekommen, der nur an diesem Tag galt. Also habe ich gefragt, ob die Rabatte sich kombinieren lassen. Sie haben das geprüft, und kamen verblüfft zu dem Ergebnis, dass ja. Das sei zwar total unter Einkaufspreis – aber man wolle das Ding auch loswerden, weil man die nicht mehr verkaufe. Die stehe schon zu lange herum. Also gehe das in Ordnung.

Mit Steuerberücksichtigung und so weiter habe ich für die DJI-Drohne mit Ersatzakku effektiv so um die 60 oder 70 Euro bezahlt. Neupreis weit über 1000. Sie dann aber nie ernstlich benutzt. Die Corona-Zeit kam dazwischen. Ich habe zwar immer versucht, die Akkus ab und zu mal aufzuladen, damit die nicht kaputt gehen, aber ich habe auch gemerkt, dass diese alten Drohnen sehr viel instabiler und deutlich schwerer zu fliegen sind als die neueren. Sie sind zwar stark, aber eher so etwas fürs Grobe. Denen fehlt die Feinmotorik.

Also dachte ich, ich habe die ideale Idee dafür. Vor Zypern gibt es mehrere Schiffswracks. Große Frachtschiffe, die auf Grund gelaufen sind und vor sich hinrosten. Eines in Steinwurfweite, ein anderes so um die 500, 600 Meter vom Ufer entfernt.

Also habe ich diese Drohne nach Zypern geschafft, weil das der ideale Auftrag ist, diese Schiffe zu filmen. Gut, das ist nicht neu, auf Youtube findet man reichlich Filme, in denn andere schon genau das getan haben. Aber da kommt es nicht auf die Feinsteuerung an und ob das Ding Windböen widersteht oder wackelt. Wenn das Ding gegen das Wrack fliegt, geht da auch nichts mehr kaputt. Beim Absturz auch nicht. Und sollte die Drohne nicht mehr zurückkommen, im Meer bleiben, besteht der Hauptschaden im Verlust der Speicherkarte. Falls die Akkus, was zu erkunden wäre, noch lange genug halten, um es hin und zurück zu schaffen.

Problem dabei ist, dass ich da in aller Herrgottsfrühe (oder in meinen Maßstäben: Sehr spät) hin müsste, damit da keine Leute rumlaufen und ich allein bin. Und weil ich dazu aber Licht brauche, ginge das nur im Sommer, morgens um kurz nach vier. Eigentlich hatte ich das für dieses Jahr vor.

Es wird aber wohl leider nichts.

Mir ging inzwischen durch den Kopf, dass es wohl für längere Zeit eine ganz blöde Idee bleiben wird, vor Zypern mit einer Drohne herumzufliegen. Das kommt gerade gar nicht gut an. Das gibt bestenfalls richtig Ärger. Schlimmstenfalls bekommt man die Rechnung für eine Patriot-Rakete oder wird gleich selbst geortet und umgelegt.

Und bis sich das wieder normalisiert hat, sind die Akkus wohl endgültig tot, weil die dann auch so um die 10 Jahre alt sein dürften.

Ich hätte es letztes Jahr machen sollen.