Der Abendessen-Trick
Völlig unbeachtlich, völlig unwichtig – aber amüsant.
Ich habe ja so ein Faible (mein Wortgefühl sagt mir, dass das Wort Faible ein maskulinum wäre, aber es ist neutrum) für Geheimdienst- und Spionagetricks.
Mehrere Medien berichten, dass die Israelis vor den Iran-Angriff noch ein Täuschungsmanöver durchgeführt haben (z. B. WELT, Blick):
Die Militärs sind alle gut sichtbar vor dem Angriff nach Hause gefahren. Und dann getarnt wieder zurückgekommen. Damit Spione glauben sollten, die gehen jetzt alle ins Wochenende. Erstaunlich ist nämlich auch, dass der Angriff am 28.2. losging – ein Samstag. Eigentlich ja Schabbat. Die haben sich da wohl alle hübsch verschiedet, haben sich einen schönen Tag gewünscht, sind nach Hause gefahren – und getarnt wieder gekommen.
Und: Sie haben kein Essen für ihre Einsatzzentrale gesammelt bestellt. In den USA ist vor einiger Zeit aufgefallen, dass die vor Kriegen immer an ihrem Einsatzzentrum massenhaft Pizza und Burger und so weiter bestellen. Hier hat man das Essen über die ganze Stadt verteilt in kleinen Mengen bestellt und dann zusammengesammelt.
Blick:
Um den Angriff möglichst unbemerkt vorzubereiten, starteten Israel und die USA ein gezieltes Täuschungsmanöver. Ziel war es, den Iran in Sicherheit zu wiegen und den Überraschungseffekt zu maximieren.
Nach Informationen des Militärvertreters bestand die Sorge, dass auffällige Truppenbewegungen am Freitagabend rund um den zentralen Militärkomplex in Tel Aviv Verdacht erregen könnten.
Deshalb inszenierte die Armee am Vorabend der Offensive einen scheinbaren Rückzug ins Wochenende. «Am Freitag des Angriffs vermittelten die IDF bewusst den Eindruck, das Militär fahre für das Wochenende herunter. Wir veröffentlichten Fotos und Informationen, die nahelegten, dass IDF-Mitarbeiter und die oberste Führung nach Hause zum Schabbat-Abendessen gingen», so der israelische Militär.
Militärs kehren getarnt zurückHochrangige Generäle verliessen demonstrativ das Hauptquartier in Tel Aviv und fuhren zu ihren Familien.
Doch in Wahrheit kehrten viele von ihnen später heimlich – zum Teil getarnt – ins Hauptquartier zurück. Schliesslich wurde der Angriff in den frühen Morgenstunden gestartet.
Was recht deutlich belegt, dass da enorm viel Spionage in beiden Richtungen im Gange ist und man sich um alle Details kümmern muss. (vgl. „Operation Mincemeat“)