Ansichten eines Informatikers

Google-Spam

Hadmut
20.2.2026 15:30

Wisst Ihr, wer mir seit Monaten, eigentlich einigen Jahren so richtig auf den Sack geht?

Google.

Ich bekomme enorme Mengen an Spam-Mails.

Gegen einige davon kann man was machen. Mail-Relay-Konfiguration, Spamfilter und so weiter. Wobei ich dazu sagen muss, das ich solche magischen Filter mit irgendwelchen Heuristiken oder Lernalgorithmen nicht so mag, weiß ich gerne „weiß“, was im Mailsystem so abläuft.

Viele Spam-Server kann man schon daran detektieren, dass sie das SMTP-Protokoll nicht völlig korrekt abhandeln.

Aber eine Quelle geht mir zunehmen auf den Wecker: Google.

Ich bekomme immer wieder Mails von Google über irgendwelche angeblichen Mailing-Listen, die dann, wenn ich die im Header angegebene Webseite zur Mailingliste oder zum Unsubscribe anklicken will, schon nicht mehr existieren, und die oft auch Namen aus Zufallskombinationen haben. Nicht nur bekomme ich die Spam-Mails, sondern auch die Auto-Reply-Meldungen (Eingangsbestätigung, bin im Urlaub, Vorgangsnummer,…) anderer Leute, deren Mailserver automatisch auf eingehende Mails antwortete und deren Antwort an die Mailingliste schickte, die es natürlich prompt weiterverteilte.

Offenkundig gibt es Spammer, die kurzzeitig Mailinglisten bei Google eröffnen, dann da Spam reinpumpen, den Google dann weiter verteilt, und die Listen nach kurzer Zeit gleich wieder löschen.

Das Problem daran: Die Google-Mail-Relays sind nicht nur sehr leistungsfähig und haben hohe Kapazitäten, sie arbeiten auch tadellos, halten SMTP exakt ein und liefern Signaturen usw. alles mit. Es ist schwierig bis unmöglich, anhand technischer Merkmale diese Sendungen zu erkennen, will man nicht Google generell sperren.

Das Problem scheint Google auch zu kennen, aber nicht zu stören. Denn ich habe noch einen Testmailaccount bei Google. Da gibt es versteckt irgendwo eine Webseite, bei der man das anklicken kann, dass die Mail-Adresse nicht mehr ohne Zustimmung auf Mailinglisten gesetzt werden kann. Da kann man das abschalten.

Für meine eigene Mailadresse unter danisch.de gibt es da aber nicht, das ist ja keine Google-Adresse. Anscheinend können Spammer die ungehindert als Teilnehmer für neu aufgesetzte Listen eintragen und dann Spam darüber verteilen – samt der Autoreply-Meldungen der vielen Spam-Empfänger.

Und Google selbst macht dagegen gar nichts.

Ich habe mal versucht, deren Datenschutzbeauftragten zu kontaktieren und die Verwendung meiner Mail-Adresse in Mailinglisten verbieten zu lassen. Da kam überhaupt keine Reaktion. Was erstaunlich ist, weil doch Google selbst behauptet, sich genau an deutsche Gesetze zu halten. Ich war ja neulich auf der Fachtagung zum multipel polyversagenden Medienelend, wo die Damen von Google noch beanspruchte, total rechtskonform zu sein, was ich da schon für gelogen hielt. Google hält sich nicht ans Recht.

Gerade kamen wieder Wellen von solchen Spams.

Gut, man muss etwas basteln, aber grundsätzlich kann man auch dagegen etwas unternehmen, nämlich von Google gar keine Mailinglisten-Mails (oder nur noch per Positivliste) anzunehmen. Kommt das Ding von einem Google-Mailserver und enthalt einen Listen-Tag, als Spam abweisen. Geht schon. Man muss halt dann genau aufpassen, dass man nicht mal auf einer Mailingliste landet, die über Google läuft, und man die sperrt, denn am Listennamen und der Mailadresse sieht man das nicht, dass die über Google läuft.

Ich halte das aber für eine Unverschämtheit, wie sich Google da gebärdet.

Und wenn ich mir so die Spams angucke, dann gehört Google tatsächlich zu den übelsten Spam-Versendern, auch wenn sie nicht selbst der Absender sind und immer so tun, als wären sie seriös und sicher.