Ansichten eines Informatikers

Warum Jutta den BH zeigt

Hadmut
16.2.2026 15:14

Interessanter Schlich.

Mir war das gleich komisch vorgekommen, dass Jutta Leerdam nach ihrem Olympia-Sieg nichts eiligeres zu tun hatte, als ihren Reißverschluss aufzumachen und ihren BH zu zeigen.

Normalerweise nämlich ist es in Eissporthallen und bei olympischen Winterspielen im Allgemeinen recht kalt, und das sieht man auch daran, dass Eisschnellläufer, Rodelbahnfahrer und all die Leute, die diese hauchdünnen, hautengen Anzüge tragen, erst im letzten Moment in die Halle kommen und bis zuletzt einen dicken, warmen Mantel anhaben.

Gut, dabei muss man natürlich berücksichtigen, dass die Leute beim Ausüben mancher Sportart, gerade beim Einsschnellauf, enorm viel Muskelarbeit leisten und dabei Abwärme produzieren – die frieren beim Zieleinlauf sicher nicht.

Die WELT schreibt aber, was die für fette Werbeeinnahmen hat und warum die gleich nach dem Ziellauf den Reißverschluss aufriss: Die Regularien bei olympischen Spielen sind sehr streng, was Werbung angeht. Nur die Logos der „offiziellen Ausrüster“ sind erlaubt. Deshalb dürfen die da ein Fila-Logo auf dem Anzug haben.

Leerdam wird aber von Nike gesponsort – und Nike ist da nicht offizieller Ausrüster, darf also nicht als Logo auf der Sportkleidung erscheinen.

Nun bekommt Leerdam aber einen Haufen Geld dafür – die Rede ist davon, dass sie 850.000 Euro von Nike bekommt. Und deshalb hatte sie es so eilig, ein Nike-Logo zu zeigen, und das auf eine Weise, die die olympischen Regeln nicht verletzt, nämlich indem sie statt der offiziellen Sportkleidung – Reißverschluss auf! – ihren Sport-BH entblößte. Für die normalerweise nicht sichtbare Unterwäsche gilt die Regel wohl nicht. Und der hatte ein deutlich sichtbares Nike-Logo.

Laut Meindert Schut, Chefredakteur des Wirtschaftsmagazins „Quote“, kann Leerdam etwa einen Cent pro Follower und gesponsertem Instagram-Post verdienen, also rund 62.000 Euro – pro Post, in dem Nike oder ein anderer Partner zu sehen ist.

Aber nicht nur das:

Und manchmal macht es auch eine Kombination aus Werbepartnern. Nach den 1000 Metern schossen Leerdam im Ziel die Tränen in die Augen und die Schminke lief (geplant) übers ganze Gesicht. 30 Minuten später hatte sie einen neuen Werbedeal mit der niederländischen Warenhauskette Hema im Sack. Die warb sofort für Eyeliner: „Wasserresistent, auch bei Freudentränen.“ Natürlich über die sozialen Netzwerke.

Mich würde wirklich interessieren, wieviele Leute jetzt Sport-BHs von Nike kaufen.

Man sollte es ja nicht glauben, aber den Effekt gibt es ja immer wieder, dass wenn irgendwo irgendeine Promi mit irgendeinem Kleid oder Mantel von der Stange rumläuft, das 5 Minuten später online ausverkauft ist.