Ansichten eines Informatikers

Die seltsamen hörbaren Wendungen des Ulf Poschardt

Hadmut
16.2.2026 20:49

Eine Anmerkung.

Bekanntlich halte ich nicht viel von Ulf Poschardt, Chefredakteur DIE WELT.

Was, wie sich aus einer Äußerung ergab, zweifellos auf Gegenseitigkeit beruht.

Der wirkt auf mich so wendehalsig, opportunistisch. Noch vor einiger Zeit wirkte der auf mich, als sei der den Grünen in den Arsch gekrochen. Seit aber unübersehbar ist, dass es mit dem Land bergab geht und keiner mehr die Grünen leiden kann, hat der mitgeschwenkt und drischt seit einiger Zeit auf die Grünen und die Linken ein.

Und er wirkt auf mich oberflächlich.

Trotzdem, das mag manchen überraschen, empfehle ich, wenn man Zeit hat, zwei von seinen Podcast-Folgen mit Daniel Stelter anzuhören, nämlich „Diese Sozialstaatskirche muss entweiht werden“ und “Der Kapitalismus, den wir verlieren, war Heimat” (Fragt mich nicht, warum sie unterschiedliche Anführungszeichen verwenden.) Der Podcast heißt Make Economy Great Again.

Ich war nämlich gerade essen.

Dahin, wohin ich meistens gehe, habe ich ein paar Schritte zu tun, und deshalb neige ich dazu, entweder Nachrichten auf dem Handy zu gucken, wenn gerade welche kommen, oder podcasts zu hören. Normalerweise verwende ich dazu die im Blog schon erwähnten offenen Bluetooth-Ohrhörer, da war aber gerade der Akku leer. Ich habe noch ein anderes Paar für auf Reisen, deren Tonqualität eigentlich schlecht ist, weil sehr höhenlastig und hart, die deshalb für Musik nicht geeignet sind (ich bin aber auch kein Unterwegsmusikhörer), aber gerade deshalb Sprache bei Hintergrundgeräuschen besser verständlich machen. Gut klingt’s nicht, aber man versteht besser, was gesagt wird, als wenn es gut klänge. Also hörte ich gerade diese beiden Folgen (eine hatte ich vorher schon angefangen.)

Was dann nicht ganz angenehm war, weil die manchmal schon ziemlich ins Mikrofon schreien – bei Ohrhörern direkt ins Ohr. Meine Güte, warum schreien die so? Sie erregen sich.

Beachtlich finde ich aber, dass sie so langsam schon merken und sagen, was in diesem Land schief läuft. Und dabei nun auch viele Beobachtungen machen und Ursachen benennen, die ich im Blog seit 20 Jahren beschreibe und für die Journalisten mich in den letzten 20 Jahren für einen Spinner hielten.

Man kann sich dabei denken, dass Journalisten es mal wieder als Letzte von allen kapieren, aber immerhin. Die Probleme kommen endlich mal in der Journalosphäre an. Was vielleicht nicht mehr viel bringt, am Grab zu diskutieren, womit man die Krankheit heilen könnte. Und etwas erst dann zu erkennen, wenn es jeder weiß und sieht, ist jetzt auch nicht gerade flott. Aber man sollte würdigen, dass die Probleme so langsam auch in der Presse ankommen. Mit 30 Jahren Verspätung.

Dafür ist es aber drollig, wie die sich jetzt aufregen, als müssten sie 30 Jahre Verspätung wieder reinholen.

Ich bin mal gespannt, welche Zeitungen in nächster Zeit ihre Fahnen umhängen.