Müde. Ich bin so müde. So schrecklich müde.
Objektiv muss ich feststellen, dass es mir nicht mehr gut geht.
Ich bin erschöpft.
Die Arbeit wird immer mehr. Nicht nur das Bloggen und der Versuch, endlich mal die Zeit aufzubringen, die Software durch neue zu ersetzen.
Ich habe die letzten Wochen einen Großteil meiner Zeit mit Rechtsstreitigkeiten verschiedener Art verbracht. Abwehr von Angriffen.
Ein großer Teil meiner Arbeitsleistung verpufft dadurch völlig unproduktiv und ohne Einkommen zu generieren. Es kostet aber enorm viel Zeit, Energie, Geld. Man ist zu einem großen Teil seiner Zeit nur noch damit beschäftigt, mit diesem Staat beschäftigt zu sein.
Es geht aber nicht nur mir so.
Egal, wo man hinkommt, sie schimpfen alle über Bürokratie, Amtsschimmel, Paragraphendschungel.
Wir haben einen wuchernden Staat, in dem Behörden und Juristen, Justiz, wuchen wie eine Krebsgeschwulst, die den Körper immer weiter mit Metastasen durchzieht und schädigt, aussaugt, zu Tode bringt. Immer mehr Leute merken und sagen, dass Parteien wie die SPD und die Linke schon lange nichts anderes mehr machen und wissen, als immer neue Steuern zu erfinden, die Steuern und Abgaben zu erhöhen, immer mehr Geld zu rauben, ohne selbst noch irgendetwas zu leisten. Es wird nichts mehr produziert, es wird nichts mehr geleistet, es wird nichts mehr beigetragen, es wird nur noch „umverteilt“.
Eine Parasitose. Oder eben wie eine Krebserkrankung im Endstadium, wenn der Organismus nur noch von nutzlosen und systemfremden Zellen ausgesaugt wird, bis er tot ist.
Es heißt, es gebe endlich wieder positive Wirtschaftsnachrichten. Deutschland habe überraschend wieder ein Wachstum.
So ganz versteckt heißt es aber auch, dass die Wirtschaft im ungebremsten Fall sei und dieses vorgegaukelte Wachstum nur künstlich erzeugt sei, weil der wuchernde Staat, der öffentliche Dienst zulege. Als ob der Arzt freudig verkünde, dass der abgemagerte Patient auf der Palliativstation erstaunlicherweise doch wieder an Gewicht zugelegt habe – aber nur durch übermäßig wuchernde Metastasen.
Dabei sind wir eigentlich schon über das Palliativstadium hinaus. Der Feminismus war die Krebserkrankung. Unser Bildungssystem ist längst im Zustand einer Nekrose. Das ist schon tot und verwest.
Gestern hieß es, der Verkehrsminister wolle etwas dagegen unternehmen, dass der Führerschein so teuer ist. (Ich bin 1984 noch mit 18 Fahrstunden, dem Minimum, durchgekommen, 16 hätten auch gereicht, aber ich habe mir noch eine Doppelstunde zeigen lassen, wie man mit einer Automatik fährt, und habe alles in allem, mit Prüfungsgebühren usw., so etwas um die 800 DM (!) bezahlt.) Man geht mit der Methode „Quality is a myth“ heran und senkt einfach die Anforderungen. Als Fahrlehrer sollen jetzt die Eltern fungieren (Haha, wer im Eltern-Alter kann denn in Berlin ordentlich Auto fahren und weiß, was eine Verkehrsampel ist und was die Lichter daran bedeuten? Oder was ein Parkverbotsschild ist?) und die Prüfungsdauer soll auf 25 Minuten verkürzt werden. Als ob die Prüfungsgebühr der Grund wäre, warum der Führerschein so teuer ist.
In Hessen, in Groß-Gerau, wollte ein Investor ein Rechenzentrum für Milliarden Euro bauen:
Die südhessische Kreisstadt Groß-Gerau hat den Bau eines milliardenschweren Rechenzentrums gestoppt. Das berichteten mehrere Medien übereinstimmend. Eine Mehrheit im Stadtparlament lehnte das Projekt des US-Unternehmens Vantage Data Centers mit 18 zu 14 Stimmen ab. SPD, Grüne, FDP, Freie Wähler und Linke votierten gegen das Vorhaben, CDU und Freie Wählergemeinschaft dafür.
Geplant war ein Rechenzentrum am Stadtrand mit einer Leistung von 174 Megawatt und einem Investitionsvolumen von rund 2,5 Milliarden Euro. Vorgesehen waren fünf Gebäudekomplexe. Das 14 Hektar große Grundstück hatte der Investor bereits erworben.
Wenn man’s nicht mehr nötig hat, noch Industrie zu haben. Irgendwer schrieb, und die KI sagt es auch:
Der Landkreis Groß-Gerau und seine Kommunen erhalten Ende 2025 durch ein Soforthilfeprogramm des Landes Hessen fast 14 Millionen Euro zur freien Verwendung, um finanzschwache Kommunen zu unterstützen.
Warum arbeiten, wenn der Sozialstaat zahlt?
Groß-Gerau, der Bürgergeldempfänger unter den Städten? Nichts arbeiten und sich von anderen aushalten lassen?
Hamsterrad
Ich komme mir vor wie in „Täglich grüßt das Murmeltier“. Nur mit dem Unterschied, dass dort jeder Tag der Wiederholung etwas besser wird. Und es mir so geht, als würde jeder Tag etwas schlechter.
Eigentlich schreibt mal als Blogger seit ein paar Jahren nur noch dieselben Dinge. Jeden Tag. Gemessert hier, gemessert da. Pleite hier, Pleite da. Dummer Politiker hier, korrupter Politiker da. Korruption hier, Veruntreuung da.
Tichy, NiUS, Apollo leben davon, den ganzen Mist Hamsterrad-mäßig zu berichten. Wie halten die das aus, wie machen die das? Antwort: Die haben viele Autoren, die wechseln im Kreis herum wie Eishockeyspieler. Die müssen nicht alleine jeden Tag über denselben Mist schreiben.
Es tut sich nichts mehr in diesem Land. Also, nichts Positives.
Unsere Nachrichten werden bestimmt von Streit, Messermorden, Steuererhöhungen und Pleiten. Eskalationen der Verblödung. Gebietsverluste im eigenen Land. Alle regen sich über Putin auf, weil er die Ukraine bombardiert, die Infrastruktur zerstört und deren Land nimmt. Aber was machen die Grünen und die Migration hier?
Worin genau unterscheidet sich das Stadtparlament von Groß-Gerau, das ein Rechenzentrum verhindert, von Putin, der Industrieanlagen bombardiert? Das Ergebnis ist in beiden Fällen sehr ähnlich: Hinterher geht nichts.
Aber die Grünen jubeln, dass sie politisch etwas durchgesetzt haben. Gearbeitet, beigetragen haben sie nichts.
Ständig heißt es, Deutschland sei so ein modernes, reiches Land. Ist es nicht.
Oft denke ich, es wäre befruchtender, stattdessen in einem Zweit- oder Drittweltland zu leben, das sich Mühe gibt und aufbaut. Lieber würde ich von einem Land, das unten ist, darüber schreiben, wie es bergauf geht, als von Deutschland, wie es bergab geht.
Hier sehe ich nur noch einen zerstörten Staat, der von Behörden, Beamten, Justiz metastasiert ist und bei dem sich das Wuchern der Vorschriften und Pflichten zum Selbstzweck hochgeschraubt hat. Eine Gesellschaft, die mit nichts anderem mehr beschäftigt ist, als mit sich selbst, und damit, sich gegenseitig auf die Nerven zu gehen und zu terrorisieren.
Und in diesem ganzen defekten Haufen Mist kommen dann auf Social Media noch linke Idioten vorbei, die einen als Nazi hinstellen wollen und einem vorhalten, man gehöre zu denen, die „stolz sind, Deutsche zu sein“.
Worauf könnte man denn hier noch stolz sein, selbst wenn man das wollte? Es ist ja gar nichts mehr da, was bestolzungsfähig wäre.
Es ist ja nur noch Chaos, Zerstörung, Verwüstung, Untergang, Pleite.
2010 bin ich nach Stuttgart gezogen. Alles in allem funktionierte es hier.
Heute fahre ich in den nächsten Stadtteil, weil das Bürgerbüro meines Stadtteils seit einem Jahr wegen Personalmangel zu hat. Dort hängt ein Zettel, dass dieses Bürgerbüro morgen und übermorgen zu hat,…
— Anna (@knalltueten_ag1) February 11, 2026
Daraus:
Von 2010 bis 2026 ist die Anzahl der Beschäftigten bei der Stadt Stuttgart von ca. 11.000 auf 16.000 gestiegen. Irgendwas passt da nicht 🤷♀️
Die Zahl der Beschäftigen steigt rapide, aber nichts funktioniert mehr. Und das soll dann das Wachstum sein.
Ja, weil die sitzen im Klimabüro, Gleichstellungsbüro, wie nerve ich Autofahrer-Büro oder überarbeiten die Seite der Stadt, indem alle 2 Jahre alles neu gegendert wird, jenachdem, ob man ArbeiterIn, Arbeiter*in, Arbeitende oder Zahlschwein als politisch korrekte Version empfindet
— Sexyasozial (@sexyasozial) February 11, 2026
Immer mehr Leute sitzen auf immer mehr nutzlosen Jobs.
Und die schikanieren dann die Leute, deshalb so viel Bürokratie.
Ich bin überhaupt nicht „stolz“, ein Deutscher zu sein. Es gibt schon lange nichts mehr, worauf man noch irgendwie stolz sein könnte. Das ist alles so peinlich, so blamabel, so dumm.
Ich bin längst so müde, ein Deutscher zu sein. Es ist so unangenehm, so peinlich, so aussichtslos, so depriminierend. Es ist nur noch negativ.
Deutsch zu sein ist wie im Staatenhospiz zu liegen.
Heinrich Heine schrieb einst
Denk ich an Deutschland in der Nacht,
Dann bin ich um den Schlaf gebracht,
Ich kann nicht mehr die Augen schließen,
Und meine heißen Tränen fließen.
Dabei ging’s dem noch gut:
Deutschland hat ewigen Bestand,
Es ist ein kerngesundes Land,
Mit seinen Eichen, seinen Linden
Werd ich es immer wiederfinden.
Das war vor Angela Merkel.
Jetzt erinnert es mich an den blöden Witz, in dem einer im Krankenhaus zur Schwester sagt, weil der Bettnachbar so entsetzlich röchelt:
„Schwester, können Sie den Mann nicht ins Sterbezimmer legen? Das Geröchel und Gestöhne ist ja nicht auszuhalten!“
„Das ist das Sterbezimmer …“
Ich bin dessen so müde.
Es ist alles so ermüdend.
Und immer gleich, wie ein Hamsterrad, wie Murmeltiertag – nur nach unten, nicht nach oben.
Ich empfinde es längst als Last, als weit übermäßige Belastung, deutsch zu sein.
Es war ein Fehler, deutsch zu sein.