Projekt „Toiletten der Welt“
Zivilisationsnahes Kacken lernen in Baden-Württemberg.
Ein Elter-Onkelnd-Tantendes schreibt mir:

Besonders hübsch:
Ich möchte als deutlichen Punkt herausstellen, es sich für unsere Putzfrauen täglich herausfordernder wird, just diesen Zustand aufrechtzuerhalten. Wir haben Aussagen von etlichen Schülern gehört, dass sie bei der Sammlung für ein Dankeschön an die Putzfrauen gesagt haben, dass damit die Putzfrauen ja bezahlt werden, dass sie den Dreck weg machen und dass sie deshalb auch nicht auf die Sauberkeit achten müssen. Solche Aussagen machen mich sprachlos. Und dennoch beginnen wir jeden Tag mit sauber geputzten Toiletten und das ist ein großer Verdienst unserer Putzfrauen!
Frauenrechte Hurra!
Das sind die neuen Fachkräfte. Künftig dann Toiletten aus Nirosta-Edelstahl ohne Klobrille und Deckel wie an der Autobahnraststätte oder im amerikanischen Männerknast, ohne bewegliche Teile, und einmal die Woche einen Kärcher-Roboter reinschicken.
Oder einfach nicht mehr sauber machen.
Oder sie haben ja so ein Chip-System. Auf der Webseite der Schule nach dem Klo-Gang automatische Vorher-Nachher-Bilder und den Namen des Schülers veröffentlichen.
Das nächste Projekt wird dann „Komposthaufen bei -8°C“ heißen.
Gab es bei uns damals nicht. Die Wände waren bekritzelt, manchmal lag das Klopapier auf dem Boden, und einmal lag eine eingekackte Unterhose rum, ansonsten ging es aber. Uns bot man damals Nachhilfelehrer für Mathematik oder Latein an, aber nicht fürs Kacken.
Wobei ich, ehrlich gesagt, eigentlich schon technisch nicht verstehe, wie man mit reiner Nachlässigkeit, Unfähigkeit, Unbeholfenheit und dem Glauben an die Putzfrau die Kacke an die Wände bekommt. Eigentlich entfaltet die Schwerkraft hinreichend normative Wirkung. Allerdings fällt mir da ein orientalischer Gaststudent ein. Wir hatten damals im Studentenwohnheim zwei Toiletten auf dem Flur, und seit wir den hatten, wunderten wir uns, warum die Wände so mit kleinen Tupfen gesprenkelt sind, der Boden so nass ist, eine Cola-Flasche rumsteht und Fußabdrücke auf der Klobrille zu finden waren. Wir grenzten das durch Überwachung ein, dass der das war, und stellten ihn – kulturell durchaus exotherm – zur Rede. Der lehnte die kontinentale Methode rundheraus ab und hockte sich mit Füßen auf die Klobrille (in vielen Ländern hängen Schilder, dass man genau das bleiben lassen möge) kippte sich mit der Rechten Hand aus der Colaflasche Wasser den Rücken runter und wedelte dann mit der Linken das Gemisch in alle Richtungen weg. Deshalb waren die Wände so gesprenkelt. Wir hatten „Diskussionsbedarf“ und stellten unseren Standpunkt und den weiteren Eskalationspfad klar. Er zog dann sehr schnell aus.
Wir mussten übrigens noch zur Bundeswehr. Da gab es keine Putzfrauen. Da mussten wir alles selbst putzen. Das hat enorm disziplinierend gewirkt.
Geliefert wie bestellt. Wendlingen liegt in Baden-Württemberg. Also geht’s auch zu wie bei den Grünen.
Ach ja: Das ist ein Gymnasium. Geistige Elite. Zukünftige Ingenieure, Firmenchefs. Die, die das Land am Laufen halten sollen. Die, die unsere Renten zahlen. Künftige Abgeordnete.
Ich bin mal gespannt, wie das dann in 5 oder 10 Jahren aussieht.
Es gibt Länder, in denen würde man mit solchen Leuten anders umgehen.
Das hübsche kleine Detail
Ist Euch übrigens aufgefallen, dass sie da nicht mehr von Gender-Toiletten reden und davon, dass jeder auf jedes Klo kann?
Selbst Baden-Württemberg lernt. Langsam und schmerzhaft zwar, aber immerhin.