Ansichten eines Informatikers

Die Langeweile beim Warten auf den Tod

Hadmut
7.4.2023 2:06

Worüber schreibt man als Blogger eigentlich,

wenn man in einem Staat sitzt, der nach allen Symptomen und Befunden in die Agonie vor dem Zusammenbruch eingetreten ist?

Ich hatte früher schon einige Blogartikel über die Endlosschleife aus immer gleichen Vorgängen, aber mittlerweile verdichtet es sich:

  • Frisch gemessert
  • Blödes Gerede von Habeck und Baerbock
  • Digital- und Schulversagen
  • Nichts funktioniert mehr außer Hackangriffe
  • Korruption und fette Luxus-Gehälter und -Pensionen für linke Sumpfbewohner, gerne auch völlig befähigungslos
  • Propagandagesause
  • Steuererhöhung
  • Kampf gegen Rechts
  • Klima, wir werden alle sterben.
  • Transgender Hurra
  • Gasmangel bei vollen Gastanks
  • Regierung schmeißt Geld raus, gern auch für Luxusreisen ihrer Mitglieder
  • Weiße böse
  • Fachkräftemangel jedweder Art

Und das in Endlosschleife.

Irgendwann ist man durch und kann selbst mit den absurdesten Eskalationen keinen Nachrichten- oder Neuigkeitswert mehr generieren.

Und ich glaube auch nicht, dass da noch irgendwas Neues kommt. Außer neuen Flüchtlingen aus einem neuen Land vielleicht.

Es stört auch irgendwie niemanden mehr. Man kann noch so viel über Skandale, Korruption, Regierungskriminalität schreiben, es kratzt keinen mehr, weil längst daily business.

Was machen wir hier eigentlich – noch?

oder besser gesagt: Warum machen wir nichts mehr?

Irgendwie kommt nichts mehr. Wir sind stabil in der Dysfunktionalität angekommen, und wenn mal wieder irgendeine Stadtverwaltung komplett versagt, schaffen wir es als Regung gerade noch dazu, leichtes Amusement in der Murmeltiertagwiederholung des Vorgangs zu finden. Was auch immer noch passiert oder nicht passiert, es ist alles nur noch Bestätigung des Zustandes. Jedes Morgen nur noch die lineare Extrapolation von letzter Woche. Jede Nachricht nur nach das Plagiat, die leichte Variation der letzten hundert.

Was machen wir hier eigentlich außer noch dazusitzen und zu warten, dass etwas passiert, wohl wissend, dass nichts passieren wird?

Warten auf Godot

ist ein regelrechter Actionthriller gegen unserer Realität. Wikipedia:

Einer wenig wichtigen Anfrage wegen warten die beiden seit Langem befreundeten Landstreicher Estragon und Wladimir den zweiten und dritten Tag auf eine Antwort des ihnen nur vage bekannten Godot. Vor allem Estragon, der diese Selbstverpflichtung immer wieder vergisst und damit auf das Hauptthema der lückenhaften Erinnerung anspielt, beginnt an dem damit verbundenen ereignislosen Nichtstun so zu leiden, dass er mehr als zehnmal den Wunsch äußert, das Warten abzubrechen. Aber diese sie in „Bittsteller“ verwandelnde Anfrage blockiert alle Versuche des Weggehens bzw. der Neuorientierung: „Nichts zu machen!“ Mit einer Reihe von Spielen vertreiben sie sich die Zeit. An beiden Tagen erscheint ein Junge als Bote Godots, der ihnen jeweils mitteilt, Godot werde nicht heute, bestimmt aber morgen kommen. Ihr herausforderndes Warten wird durch den Auftritt eines Herrn Pozzo und seines Dieners Lucky unterbrochen, die zeitweilig für Abwechslung sorgen. Das Stück endet mit dem nicht endenden Warten.

Wir sitzen da und warten und warten und warten … in der Hoffnung, dass der aktuelle Zustand endlich vorbei ist, obwohl wir wissen, dass kein besserer Zustand mehr kommen wird. Wir sind in einem solchen Zustand angekommen, dass wir uns sogar noch über eine deutliche Verschlechterung freuen würden, weil endlich mal etwas passiert. Mal ein Bürgerkrieg. Vulkanausbruch. Großstadt niedergebrannt. Staatspleite. Atombombe. Wir nehmen alles.

Die Russen drohen uns mit Atombomben und wir leben in der Hoffnung, dass es in 4K und HDR übertragen wird und auf Youtube als Download zu finden ist. Würden wir hingerichtet, würde uns daran nur stören, wenn wir uns dabei nicht auf dem großen Monitor als Selfie selbst zusehen und noch Likes erhaschen könnten.

Wir sind wie eine Trauergemeinde, die sich längst zum Leichenschmaus eingefunden hat, und nur noch darauf wartet, dass auch der Hauptdarsteller endlich stirbt, damit es losgehen kann.

Wir sind die Hoffnungslosen, die sich längst daran gewöhnt haben, dass es keine Hoffnung mehr gibt. Wir sind das Fleisch, das sich selbst auf den Grill legt.

Ich habe Tausende von Hinweisen, Mails, Zuschriften, Notizen, die ich noch bebloggen wollte, aber irgendwie habe ich jedes Thema schon bebloggt. Worüber schreibe ich nächste Woche?

Osterhase tot aufgefunden, die Polizei geht von Gewaltverbrechen aus?

Akuter Eiermangel, Eier werden rationiert?

Klimaerwärmung wegen Energiemangel abgesagt?

Manchmal komme ich mir vor wie ein Koch, der für alle Ewigkeit die Suppe umrührt, die niemals fertig wird.

Es fühlt sich an, als wären wir am Ende angekommen, aber nicht mal in der Lage, es zu Ende zu bringen.

Auf Twitter findet man auch nur noch Neuaufgüsse der alten Katastrophenteebeutel.

Was also könnte man nächste Woche bloggen?