Ansichten eines Informatikers

Pseudosanitäter als Klinkenputzer

Hadmut
14.2.2023 13:47

Wisst Ihr, was mir auch auf die Nerven geht?

Ich kann das überhaupt nicht leiden, wenn die Leute bei mir an der Haustür klingeln, weil sie für irgendwas Geld oder Aufmerksamkeit wollen.

Die Zeugen Jehovas sind mir schon auf die Nerven gegangen, obwohl ich nie herausgefunden habe, was die überhaupt von mir wollen, warum die eigentlich bei mir klingeln, was deren Ziel.

Wer mir aber gerade besonders auf den Wecker geht, sind diese Organisationen rund um das Rettungswesen. Wo ich früher gearbeitet habe, kam ich auf dem Heimweg immer an einer bestimmten Stelle vorbei, wo es einen kleinen Platz hat. Manchmal standen da Leute, die irgendwelche Musik machen und den Hut hingestellt haben. Mal stand da die Polizei mit irgendwelchen Aufklärungskampagnen oder zum Fahrräder-Gravieren. Manchmal standen da aber auch irgendwelche Spendenmelker irgendwelcher Rettungsdienste, in typischer Sanitäter-Aufmachung mit warnroter Sanitäterjacke und Schreibbrett, auf dem man sich irgendwo eintragen und Spenden soll. Und die waren so penetrant, haben sich einem so massiv in den Weg gestellt und einen zum Stehenbleiben genötigt, selbst wenn man versucht, seitlich vorbeizugehen (dann gehen die mit), dass ich schon zweimal welche laut angebrüllt habe, dass sie mir aus dem Weg gehen und es unterlassen mögen, mir den Durchgang zu verhindern. Da sind mir schon welche so richtig übel aufgefallen. Und ich hatte nie den Eindruck, dass das echte Sanitäter sind, sondern professionelle Drücker, die man in Sanitäterjacken gesteckt hat.

Nun halte ich ja bekanntlich sehr hohe Stücke auf das Rettungswesen, besonders die Feuerwehr, Notärzte, Rettungswagen, das ganze Rettungsdrumherum. Ich habe als Informatiker auch irgendwie einen Faible für solche Dinge, die geübt und vorbereitet werden und dann im Notfall gut und sicher ablaufen. Auch das THW und solche Rettungseinsätze wie gerade beim Erdbeben in der Türkei stehen in meiner Gunst und in meinem Interesse sehr weit oben.

Umso bitterer fällt mir immer wieder, und leider auch intensiver auf, dass auch dieser ganze Rettungskomplex den Bach runtergeht, weil immer politischer, immer stärker politisiert, immer mehr auf political correctness. Alles wird in dieser Politjauche ertränkt. Und darunter fällt, dass mir immer wieder mal auffällt, dass Rettungsdienste in seltsamen politischen Kontext rutschen. Ich hatte das ja schon zweimal im Blog, dass ich von einer durchgeknallten Rettungssanitäterin (zumindest gibt sie sich dafür aus, was aber von einigen Lesern angezweifelt wird, weil sie als Standort Bayern angab, als Profilfoto aber etwas mit einem Rettungsfahrzeug hatte, dass es so in Bayern nicht gibt) linksextrem angepöbelt wurde, beispielsweise weil ich mal erwähnte, dass man FFP2-Masken mitunter auch zur Gesichtstarnung bei Straftaten trägt (was gerade neulich wieder passiert ist). Auch unangenehm aufgefallen ist mir neulich die Sache mit dieser Falschaussage gegen die Polizei einer angeblichen Rettungssanitäterin, bei der sich dann herausstellte, dass sie nicht zum regulären Rettungsdienst gehört, sondern zu so einer eigenen Demosanitätertruppe, mit der Grüne/Klimas/Antifa zu Randale anrücken, damit sie sich nicht vom normalen Rettungsdienst behandeln lassen müssen und dabei von der Polizei identifiziert werden. Man gibt sie als Sanitäter aus, es ist aber unklar, ob sie ausgebildete Sanitäter oder nur irgendwelche linksextremen Freaks in Sanitäterjacken sind.

Ich will es mal so sagen:

Sanitäter stehen in meiner Achtung nach wie vor sehr hoch, aber ich glaube nicht mehr jedem, der in einer Sanitäterjacke herumläuft, dass er Sanitäter ist.

Ich hatte schon vor 15 Jahren in meiner Zeit bei einem Internetprovider thematisch damit zu tun, dass die Polizei gelegentlich Leute festgenommen hat, die sich als Mitarbeiter des einen oder anderen Internetproviders ausgaben, passende Jacken hatten, und die Leute über den Haufen schwätzen wollten, um sich Zugang zur Wohnung zu verschaffen, um sie dann auszuräumen. Hier in Berlin gab es schon einige Vorfälle mit falschen Polizisten in Uniformen. Das ist eine generelle Masche, sich irgendwelche Jacken anzuziehen, um den Leuten vorzugaukeln, wer man ist. Ich habe das ja selbst schon praktiziert und beschrieben, dass meine Warnschutzjacke in Signalgelb zum Tarnkleid wird, weil sie zwar unübersehbar ist, die Leute mich aber nicht mehr sehen, weil sie mich darin nicht mehr wahrnehmen, man darin mit der Infrastruktur verschmilzt. Oder wie man so schön sagt: Kleider machen Leute.

Letzte Woche ging mir schon einer auf den Sack. Ich habe doch erzählt, dass ich mit einer Magenspiegelung Probleme und davon lädierte Stimmbänder hatte. Inzwischen ist es besser, aber noch nicht gut. Ich kann zwar wieder sprechen, aber immer noch heiser und nicht lange und nicht laut. An dem Tag der Magenspiegelung konnte ich danach aber nur noch flüstern, da ging stimmlich gar nichts mehr, und hatte dazu noch Halsschmerzen. Da kam schon so einer, weiß nicht mehr, ich glaube, es war ASB, und labert mich da voll, um irgendwas zu wollen, wovon er nicht sagte was.

Ich habe ihm gesagt (so gut es halt ging), dass ich es a) gar nicht mag, wenn Leute an der Wohnungstür klingeln, damit quasi in mein Wohnung eindringen, um etwas von mir zu verlangen, und b) ich an dem Tag im Speziellen das gar nicht mag, weil ich gerade kaum sprechen kann und mich eigentlich gerade ins Bett legen wollte, den Rest vom Propofol ausschlafen. Der Kerl war wie die Pest, klebrig wie ein Klimaaktivist.

Ich habe dem dann mal eingeschenkt, was ich davon halte, dass sich das alles politisiert, und mir außerdem jedes Verständnis dafür fehlt, dass ich als Single schon Höchstgrenze in der Gesetzlichen zahle, und dann noch zusätzlich für den Rettungsdienst spenden soll.

Und dann kam dabei heraus, dass der zwar Geld wollte, aber nicht für den Rettungsdienst an sich. Sondern für irgendwelche anderen Dinge. Jugendarbeit, Sozialarbeit, Wünschewagen und sowas. Das sei finanziell völlig getrennt. Kam aber erst mal in so einer Rettungsdienstkluft daher, als ginge es darum, Geld zu erbitten, als müsse man einen liegengebliebenen Rettungswagen mit Notfallpatient und leerem Tank wieder auftanken können.

Da war ich eigentlich schon stinksauer, weil ich mich da nicht nur belästigt, sondern auch hinters Licht gefühlt habe. Sah nach Rettungssanitäter aus, in Wirklichkeit geht es aber um etwas anderes.

Er meinte zwar noch, dass sie die seien, die politisch noch am Neutralsten wären, die anderen seien ja viel schlimmer.

Eben klingelte es an der Tür. Ich dachte, der Paketbote, weil ich auf ein Paket warte, das heute kommen soll.

Steht ein Sanitäter draußen. Weiß nicht mehr, ich glaube, heute waren es die Johanniter.

Oder genauer gesagt: Einer in deren Sanitäterjacke, der Geld von mir wollte.

Denn was mir wieder aufgefallen ist, nachdem ich den heute deutlich kürzer abgewiesen habe: Die Leute sind redegeschult. Die lassen sich auch nicht ohne weiteres abschütteln, und auch mit Argumenten und Kritik überhaupt nicht beeindrucken. Egal, was man sagt, die haben, ohne mit der Wimper zu zucken oder zu überlegen, eine Antwort parat. Ist mir bei dem letzte Woche schon aufgefallen. Ich hatte dem deftige Vorwürfe gemacht, wegen Gender und Linksextremismus, sogar absichtlich zu dick und deutlich aufgetragen, um die Reaktion zu testen, und eigentlich auch, um ihn in die Flucht zu schlagen, und war verblüfft, dass den das überhaupt nicht, so gar nicht aus dem Konzept brachte, und der mit der Professionalität eines Gebrauchtwagenhändlers einfach weiterredete. Die anderen seien ja viel schlimmer, bla bla bla. Das war dann auch der Punkt, an dem ich merkte, dass ich keinen armen Sanitäter, der dringend Geld braucht, vor mir habe, sondern einen geschulten Klinkenputzer in Sanitäterjacke.

Der jetzt eben wieder. Obwohl ich genau gesehen habe, dass er eine Jacke von einem anderen Dienst anhatte, und damit mit dem von letzter Woche gar nichts zu tun haben kann (es sei denn, sie haben alle denselben Klingenputzerdienstleister, der nur wöchentlich die Jacken wechselt), habe ich den ganz bewusst und absichtlich mit einem unfairen und unsachlichen Vorwurf angeblafft: „Ich habe doch Ihrem Kollegen von den Samaritern letzte Wochen schon gesagt…warum sind Sie denn jetzt…“. Jeder normale Mensch hätte natürlich mit „Das waren nicht wir“ oder „Wir sind die …“ oder „Kann ich doch nicht wissen“ reagiert. Weil mein Vorwurf ja – absichtlich – unsachlich und unsinnig war. Der ist da aber völlig professionell und völlig gleichgültig darüber hinweg, so, als sei das wirklich sein Kollege gewesen. „Ja, es geht nicht mehr anders, weil die Leute nicht mehr zu uns kommen.“ Dasselbe hatte der letzte Woche auch schon gesagt. Ist es vielleicht wirklich derselbe Dienstleister, dem alle Rettungsdienste zum Auftrag noch eine Kiste Jacken mitschicken?

Ich mag es nicht.

Ich kann diese ganzen Haustürgeschäfte nicht leiden.

Und ich kann es nicht leiden, wenn jemand durch seine Kleidung etwas anderes suggeriert, als er tatsächlich ist.

Ja, es mag sein, dass da auch „gute Zwecke“ dabei sind, für die man eigentlich spenden sollte.

Solange ich aber die Gefahr sehe, dass auch der „gute Zweck“ nur ein Vorwand ist, so wie die Sanitäterjacke des Klinkenputzers, und ich nicht sicher bin, dass das nicht wieder, wie heute nahezu alles, zu irgendwelchem politischen Aktivismus missbraucht wird, bin ich da unwillig.

Wir bräuchten inzwischen wirklich so etwas wie einen Nachweis, dass etwas gender-, queer-, quoten-, antifa-, linken-, klima- und aktivistenfrei ist, polit-clean, und die sich nur um ihre Aufgabe und nicht irgendeine Politscheiße kümmern. Dass die Spenden dann tatsächlich auch das bewirken, was man sich beim Spenden so vorstellt.