Ansichten eines Informatikers

Zeitgeistscheiße im Film

Hadmut
2.4.2022 17:37

Es ist gerade wirklich nicht auszuhalten, was für ein Zeitgeistmist uns vorgesetzt wird.

Ghostbusters

Ich war ja damals gerade so in der Endphase der gymnasialen Oberstufe, als der erste Ghostbusters-Film rauskam. War der Hammer. Coole Story, coole Typen, tolles Logo und eine affengeile Musik dazu. Besser geht’s eigentlich nicht. Der Brüller. Und dieses abgefahrene Auto, Ecto-1. Eines der Klassiker unter den Filmautos. Ich bin neulich in New York extra an zu der Originalfeuerwache gepilgert, an der man damals die Außenaufnahmen gemacht hat. Ist noch immer eine Feuerwache, und sie haben ein Ghostbusters-Logo auf dem Fußweg davor, damit man nicht ständig fragen muss, sieht innen aber völlig anders aus.

Der zweite Teil konnte da nicht mithalten, war aber stilecht.

Die Frauenvariante von 2016 war die absolute Katastrophe. Man dachte, man kann alles gendern, indem man es einfach nochmal dreht, Frauen und Männer vertauscht und Menstruationsklamauk macht. Hat bekanntlich nicht funktioniert. Man dachte, dass Frauen alles können und man deshalb jede beliebige Frau hinstellen kann, um Männer zu ersetzen. Es ging völlig schief. Wobei die Story ja – trotz der Cameo-Auftritte der Originalschauspieler, aber in anderen Rollen, nicht ihren ursprünglichen – nicht an die alten Folgen anknüpft, sondern strukturell ein misslungenes Remake des ersten Teils mit vertauschen Geschlechterrollen

Nun wollte man aber die Ghostbusters-Reihe auch nicht so gruselig schlecht enden lassen, weil mit diesem feministischen Mist das Franchise oder die Serie damit einfach tot, nicht mehr fortzuführen waren. Feministisch totvermurkst. Deshalb hat man nun (wohl schon etwas her, wegen Corona den Kinogang verschoben und Ende letzten Jahres oder so rum in die Kinos gebracht) nochmal einen neuen dritten Teil gedreht, der den feministischen Käse völlig ignoriert, wie nie geschehen, und nun tatsächlich an die alten Filme anknüpft. Wobei man noch das Problem lösen musste, das Harold Ramis, der den Egon Spengler spielte, inzwischen verstorben ist. Man lässt ihn eine tragende Rolle spielen, aber als CGI-generierte Person und dann selbst als Geist, weil man da gerade versucht, die nun neuen Methoden, Leute, die nicht mehr leben, zu animieren (wie bei Prinzessin Leia) in eine Art Ethik einzuordnen. Spengler ist deshalb zwar wichtig, aber taucht nur am Rande auf und spricht nicht.

Habe ich mir angesehen.

Der neue „dritte“ Teil ist weitaus besser als der feministische Blödsinn, vor allem knüpft er stilistisch sehr echt und authentisch an die alten Filme an. Die Originalschauspieler kommen – bis eben auf Harold Ramis und Rick Moranis, der sich angeblich komplett aus der Schauspielerei zurückgezogen hat – alle vor, allerdings nur als Cameo-Auftritt. Hinweis: Abspann voll bis zum Ende sehen, es sind noch ein paar Sachen im Abspann versteckt.

Auch wenn der Film in seiner Bedeutung bei weitem nicht an die alten Filme rankommt (und auch nicht kann, weil das damals eben neu und man noch nicht so medienüberfrachtet war), und das Drehbuch jetzt auch nicht der Brüller ist, ist er handwerklich gut gemacht und trifft den Ghostbusters-Stil, obwohl ganz am Ende eine Szene vorkommt, die eher nach Henriette Potter gegen Voldemora aussieht, als hätten sie statt ihren Plasmakanonen Zauberstäbe.

Weil die alten Schauspieler wirklich zu alt sind, um noch die Handlung treiben zu können, und mehr als ein Cameo-Auftritt nicht mehr drin war, aber auch, weil man mit dem Film erkennbar das Anschlussstück für eine neue Ghostbusters-Truppe bauen will, hat man auf sehr junge Schauspieler gesetzt. Die wirken etwas wie die Kinder im Film Die Goonies, was etwas albern wirkt, wenn jetzt Kinder die Ghostbusters sind, könnte aber durchaus passend sein, wenn man davon ausgeht, dass es weitere Filme geben wird und die dann wegen Corona erst nach drei, vier, fünf Jahren zum nächsten Film kommen. Dann sind die nämlich 20. Insofern könnte das durchaus sinnvoll sein, da Kinder/Jugendliche einzusetzen, damit das dann passt.

Der andere Punkt ist, dass sie in der Zeitachse nicht wahlfrei waren, weil das ja zum Alter der alten Schauspieler passen musste, man da jetzt also wirklich 30, 40 Jahre später sein muss, und die Story ist, dass Egon Spengler als alter Mann stirbt, der noch irgendwas Geistermäßiges untersucht hatte, und seine Tochter in sein Haus einziehen muss, weil sie aus der Mietwohnung fliegt und nichts anderes hat, und seine Enkelin dann die Sachen findet und vom Geist des Opas angeleitet wird. Und dabei macht Mckenna Grace – die nämlich inzwischen fast erwachsen ist und damit in einem weitere Teil durchaus eine selbständige Hauptrolle spielen könnte – als 12-jährige nerdig-wissenschaftliche Enkelin und Kopie von Spengler ihre Sache ziemlich gut.

Was die Sache aber irgendwie absaufen lässt, ist, dass das alles vor political correctness nur so trieft. Wichtige Rollen: Frauen. Männer nur die Nebenfiguren und komischen Elemente. Dazu der Quotenasiate, die Quotenschwarze, perfekt nach political correctness zusammengesetzte Truppe. Sowas ist mir schon mal in einem Katastrophenfilm, ich glaube, es war The Day After Tomorrow von Roland Emmerich, negativ aufgefallen. New York versinkt in der Eiskatastrophe, Wolkenkratzer stürzen ein, der Held rettet sich in eine Bibliothek, in der noch ein paar Leute am Leben sind – und die sind perfekt politisch gemischt, aus jeder Ethnie einer anwesend. Und von den alten Ghostbusters hat natürlich, wie sollte es anders sein, der Schwarze, Winston, den großen Erfolg gehabt und ist stinkreich geworden, während die anderen alle gescheiterte Kauze sind.

Diese political-correctness-Scheiße erwürgt einfach jede Story. Da ist alles kaputt und zermatscht.

Was allerdings klar wird, und was auch im Abspann als Blick auf New York klar wird, dass weitere Filme geplant sind, und dieser Film hier eigentlich nur dazu diente,

  • den unsäglichen feministischen Schrott von 2016 vergessen zu machen und aus der Storyline rauszuneutralisieren,
  • der alten Crew und ECTO-1 nochmal einen würdigen Auftritt zu verschaffen, solange wenigstens die noch leben, und nicht dieses Cameo-Blödsinnsgehampel von 2016 mit Leichenwagen,
  • die Motivation und den Ansatz zu liefern, wie die neue Truppe entsteht und was sie mit den alten Ghostbusters zu tun haben.

Und das ist das Bittere an dieser Political Correctness. Obwohl man merkt, dass die sich hier wirklich Mühe gegeben haben und im Gegensatz zur 2016-Frauencrew auch dazu befähigt waren, und auch wirklich an Ghostbusters anknüpfen und nicht Menstruations-Slapstick in Ghostbusters-Anzügen machen wollten, säuft das unweigerlich in dieser political correctness ab.

Der 2016-Version geschah das recht, dass sie ausgebuht wurden, das war einfach nur dämlich und schlecht. Beachtlicherweise wehrten sich die von der 2016-Frauenversion ja dagegen, dass es nochmal einen dritten Teil gibt, weil sie fürchteten, dass man dann im Vergleich noch stärker sehen würde, wie schlecht sie eigentlich waren, und das einfach nach Korrektur aussehen würde.

Aber hier merkt man, wie dieses political-correctness-Gewäsch einfach alles, auch die guten Versuche, herunterzieht.

Star Trek Picard Staffel 2

Das andere ist Star Trek Picard, wovon gerade die zweite Staffel auf Amazon Prime läuft.

Bin ja auch Star Trek-Fan, oder war es. Weder habe ich noch Zeit und Lust, mir große Serien anzusehen, noch kann ich mit dem, was die da heute so produzieren, noch was anfangen. Ich habe einige wenige Folgen von Star Trek Discovery, der neuesten Serie, gesehen, und mich mit Grausen abgewandt. Trieft vor political correctness, auch sonst schlecht und unlogisch gemacht.

Nun fand ich ja die erste Staffel dieser kleinen Mini-Serie Star Trek Picard, in der der alte Patrick Stewart als alter, greiser Captain Picard nochmal auftritt, recht gut, obwohl sie öffentlich gar nicht so gut ankam. Man merkte etwas, dass es eine Billig-Produktion war, und vor allem, dass es darum ging, die Schauspieler aus den damaligen Serien nochmal zusammenzuholen, vor allem eben Next Generation plus Seven of Nine. Charaktere aus den anderen Serien werden am Rande mal erwähnt.

Eigentlich finde ich das sehr interessant, mal diese Erzählweise zu ändern. Einmal, weil nicht mehr jede Folge eine eigene Story ist, sondern im Prinzip ein Film in zehn Teilen gezeigt wird, man also eine längere, komplexere Story als in Kinofilmen oder bisher üblichen Serienepisoden machen kann, was, nebenbei bemerkt, auch vielen Schauspielern besser gefällt. Und weil, was mir in der ersten Staffel auffiel, die Folgen nicht mehr alle gleich lang sind, weil sie auf Streaming und nicht mehr ein festes Fernsehsendeschema ausgelegt sind. Sie müssen daher nicht kürzen oder strecken, um auf die vorgegebene Zeit zu kommen, sondern können so erzählen, wie sie das für richtig halten, und Szenen auch ausspielen. Dann dauert’s halt mal drei oder fünf oder zehn Minuten länger. Und umgekehrt muss man nicht rumlabern, um noch die Sendezeit aufzufüllen.

Die neue Staffel wird allgemein kritisch aufgenommen. Ich fand sie jetzt nicht gar so schlecht, und würde mich mit der Bewertung zurückhalten, bis ich sie ganz gesehen habe.

Was mich aber ungemein stört: Es trieft nur so vor political correctness.

Nicht nur wieder Frau-Frau-Frau-Frau, sondern man ist gleich im Krieg gegen eine Nazi-artige Gesellschaft. Igitt, sie sind fremdenfeindlich, wir müssen sofort die Zeitlinie reparieren. Und man fliegt auch in die Vergangenheit zurück, um im Los Angeles des Jahres 2024 deren Migrationsfeindlichkeit zu kritisieren.

Und da merkt man dann so richtig, wie die Ideologie und Politscheiße durch alle Ritzen läuft und alles runterzieht. Das es keine Story, nichts mehr geben darf, was nicht nach political correctness ausgerichtet ist.

Und daran merkt man, dass wir in einer ideologischen Diktatur leben. Wenn dieser Mist nun wirklich alles, jedes Drehbuch, jede Folge, jede Story erfasst und alles an der Ideologie ausgerichtet sein muss, wenn selbst Kunst, Unterhaltung, Phantasy, Fiktion davon voll erfasst und daran ausgerichtet werden.

Sowas gibt es in freiheitlichen Demokratien einfach nicht.